Lyriost – Madentiraden

06.07.2007 um 12:29 Uhr

Neologismenkomposition

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Neologismenkomposition

Immer dann, wenn du staunend auf ein gerade erfundenes Wort, gewöhnlich ein Kompositum, starrst, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du bist genialer, als du denkst, und gerade in eine noch nie zuvor betretene Nische im Niemandsland sich überlappender Wortfelder hineingestolpert, oder du bist ein semasiologisch unbedarfter Trottel, der in der Schatzkammer der Sprache den Schmutz aufhebt, den andere aus gutem Grund angewidert liegengelassen haben.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 09.07.2007 um 20:02 Uhr:Wortgeschoepfe, die ans Tageslicht draengen, aus den Tiefen der menschlichen Fallstricke, sich befreiend von der Unschuld des noch nichtgeborenseins..sie haben nicht immer ihre Berechtigung.
    Aber wenn sie erstmal das Licht der Welt erblickten, entwickeln sie oftmals ein eigentuemliches Eigenleben.
    Verbreiten und vermehren sich auf gar wunderliche Art und Weise. Verselbststaendigen sich, um manchmal sogar fremde Sprachen zu okupieren.
    Dabei okulieren sie vorhandenes desoefteren, anfangs ohne ihm zu schaden, im es spaeter wie ein wahrer Wortparasit zu vernichten.
    Da frag ich mich, kann man damit die Sprache verdichten, oder eher sie erweitern um eine Fuelle neuer Moeglichkeiten und abgestufter Feinheiten?
    Denn die filigranositaet der Sprache wirkt sich rueckkoppelnd auch auf das Denken aus, macht unter bestimmten Umstaenden das Dichten leichter. :-)
    liebe Gruesse
  2. zitierenLyriost schreibt am 10.07.2007 um 11:33 Uhr:Komponierte Wortgeschöpfe sind immer Verdichtungen mehrerer Teile in einem Wort, wie auch Dichtung in erster Linie Verdichtung von Erlebnissen, Gefühlen und Gedanken ist. Viele Grüße

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