Lyriost – Madentiraden

08.12.2014 um 10:17 Uhr

Optimierungswahn

von: Lyriost

Optimierungswahn

Seit einigen Jahren und gerade in letzter Zeit redet alle Welt von Optimierung, und man versucht, bereits den Föten gewissermaßen intrasuggestiv beizubringen, wie sie sich zu entwickeln haben, wenn etwas aus ihnen werden soll. Dieser pränatale Wahnwitz setzt sich dann in Kindergarten und Schule fort mit dem Ziel, daß das eigene Kind möglichst frühzeitig fit wird für die Leistungsanforderungen der Schneller-höher-weiter-reicher-Gesellschaft.

Optimal finde ich dagegen, wenn einer sich bereits als Kind in Ruhe auf das Optimum seiner Möglichkeiten in den für ihn wichtigen Bereichen zubewegen kann, ohne sich von außen beeinflussen zu lassen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenFrau_VonUndZu schreibt am 08.12.2014 um 10:37 Uhr:Die Folgen des Optimierungswahns haben wir ja bei Nutz- und Haustieren regelmäßig vor Augen - wenn wir denn hinschauen...
  2. zitierenSweetFreedom schreibt am 08.12.2014 um 10:45 Uhr:Guten Morgen!
    Wahre Worte, Ly. Ich lese ja gerade "Die alles ist möglich-Lüge" und will es auf jeden Fall anders machen als meine Eltern (auch im übertragenen Sinne gemeint).
    Da braucht man wohl viel Selbstbewußtsein, um sich gegen die Erwartungen zu behaupten, die eigenen, die der Freunde und Familie und die der Kollegen.
    Aber stark geförderte Kinder (?) sind häufig auch überforderte Kinder und Kinder überforderter Eltern - Stichwort Taxiservice am Abend.
    Gab es einen speziellen Auslöser für Deinen Eintrag?
    Liebe Grüße
    SweetFreedom
  3. zitierenLyriost schreibt am 08.12.2014 um 10:50 Uhr:Ja, natürlich auch da: Zur Zeit der Antike hat eine Kuh so um die fünfhundert bis sechshundert Liter Milch pro Jahr gegeben. Den heutigen Kühen zapft man über achttausend Liter ab. Das ist krank.
  4. zitierenLyriost schreibt am 08.12.2014 um 10:59 Uhr:Liebe SweetFreedom, der Auslöser war ein Radiobeitrag auf WDR5 zum Frühstück: http://www.wdr5.de/sendungen/tagesgespraech/achterdezember102.html

    Dir eine schöne Woche
    Ly
  5. zitierenZwischenweltler schreibt am 08.12.2014 um 13:05 Uhr:Einmal von den Kühen abgesehen...

    Es gibt viel zu viele Eltern, die sich über ihre Kinder und zu deren Lasten zu profilieren versuchen. Und selbst dann, wenn sie die Kinder damit kaputt gemacht haben, merken sie noch nicht einmal, dass das Problem in ihnen selbst und ihrem eigenen Scheitern liegt.
    Und ich wundere mich immer wieder, wie wenig gegen diese Art des Kindesmissbrauchs hierzulande getan wird.
    Eine Schande ist das!
  6. zitierenLyriost schreibt am 08.12.2014 um 13:53 Uhr:Lieber Zwischenweltler, was Hans, warum auch immer, nicht gelernt hat, soll's Hänschen nun lernen.
  7. zitierenZwischenweltler schreibt am 08.12.2014 um 15:11 Uhr:Dem Hans ist es Wurscht, ob's das Hänschen lernt. Hauptsache Hans' Ego wird gefüttert durch Hänschens Erfolge und Anerkennung.
    Viele dieser mutmaßlich hochbegabten Kinder bekommen auf diese Weise einen Schaden fürs Leben.
    Die Eltern fordern, anstatt zu fördern - aber das mit ganzer Kraft. :-/
  8. zitierenLyriost schreibt am 08.12.2014 um 15:25 Uhr:Der Hintergrund ist nicht selten der unbewußte Wunsch, eigenes Versagen instrumentell zu kompensieren. Das Kind als Werkzeug ...
  9. zitierenFrau_VonUndZu schreibt am 08.12.2014 um 16:32 Uhr:Dieser ganze Mist wird zu allem Überfluss auch noch durch inkompetente Kultusminister(ien) unterstützt, die sich auf der Spielwiese Bildungssystem profilieren wollen...
    Man denke da nur an die Reform der reformierten Oberstufe - die allerdings noch harmlos war im Vergleich zum aktuellen G8/G9-Wahn mit mehrfachem Vorwärts- und Rückwärtssalto.
  10. zitierenZebulon schreibt am 08.12.2014 um 22:17 Uhr:Blöde Eltern -> doofe Kimder.

    Schon die Teenager von heute kriegen kaum noch klar verständlichen Text durch die Zähne gequetscht
  11. zitierenbeastlover schreibt am 09.12.2014 um 08:28 Uhr:solange der mensch nciht aufhört gott zu spielen, wird sich nie was ändern..

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