Lyriost – Madentiraden

09.02.2011 um 16:35 Uhr

Phistologie

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Phistologie

Faust und MeFistopheles. Ist es nun nur ein ungewöhnlicher Zufall oder ein weiteres Indiz für die ohnehin naheliegendeThese, daß die Figur des Mephistopheles in Goethes Dichtung im wesentlichen ein Teil der multiplen Persönlichkeit Fausts ist – meine Tochter erwähnte bei einem Gespräch über Goethes Figuren beiläufig, Faust heiße im Englischen "fist". Das war mir zwar bekannt, jedoch bisher hatte ich das im Zusammenhang mit dem "Faust" nicht beachtet. Was bei Hesse Narziß und Goldmund, zwei Aspekte einer Persönlichkeit, sind bei Goethe Faust und Mephistopheles; bei Hesse namensverschieden, aber bei Goethe ist die Nähe auch in den Namen präsent. Man sollte die Herkunft des Doktor Faustus klären: Vielleicht hatte der geheimnisumwitterte Schwabe Johann Georg Faust englische Vorfahren mit Namen Phist. In jedem Falle ist der Tofel überall dabei.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGretchen schreibt am 10.02.2011 um 22:21 Uhr:"Teufelsfaust" - bloß ein unbedeutsames Wortspiel?

    Zitat (Szene im Studierzimmer):

    Faust:
    "So setzest du der ewig regen,
    Der heilsam schaffenden Gewalt
    Die kalte Teufelsfaust entgegen,
    Die sich vergebens tückisch ballt!
    Was anders suche zu beginnen,
    Des Chaos wunderlicher Sohn!"

    Carl G. Jung hatte in seinen Memoiren einen Traum erzählt, in dem er letztlich Dein (vorläufiges) Resümee ("In jedem Falle ist der Tofel überall dabei".) bestätigt. Der berühmte Psychoanalytiker glaubte eine direkte Verwandtschaft zu Goethe zu haben. In der Schrift "Antwort auf Hiob" (erste Ausgabe 1952) geht Jung in die Offensive gegen die herkömmlichen Vorstellungen der traditionellen Theologie. Man mag es progressiv oder ketzerisch heißen, aber es schien mir auch ein Gewinn gewesen zu sein, einmal so in die Tiefe mit Gott und dem (leidenden) Menschen gegangen zu sein ...

    Dir
    Viele liebe Grüße
    Gretchen
  2. zitierenLyriost schreibt am 11.02.2011 um 09:25 Uhr:Guten Morgen, Gretchen,

    es ist ja nicht zuletzt der ewige Kampf zwischen den unterschiedlichen Gestalten in seinem Innern, das Hin-und-her-Gezerre, das den Menschen so leiden macht.

    Liebe Grüße
    Lyriost
  3. zitierenRosalix schreibt am 15.02.2011 um 10:15 Uhr:In der Schmerzforschung gilt es als neue Erkentnis, dass der Schmerz sich vergrößert je mehr man gegen ihn ankämpft. So könnte das auch bei den unterschiedlichen Gestalten sein, die wir beherbergen. Das erklärt auch, dass besonders eifrige und harte Moralverfechter oft den verfolgten Lastern selber ausgiebig frönen.
    (Am Rande:Ich tippte einfach das Passwort, welches hier immer von schreibenden Gästen abverlangt wird, ab.. (vermutlich vom System) diesmal heisst es: "cackn Greek", was mir Rätsel aufgibt;-)
    Grüße von der Gästeliste! Rosalix

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