Lyriost – Madentiraden

13.04.2005 um 00:17 Uhr

Redundanz des Nichtverzeihens

von: Lyriost

Redundanz des Nichtverzeihens

Verzeih mir, daß du mir nicht verzeihst. Und vor allem, daß ich dir verzeihe. Denn wer nicht verzeihen kann, wird sich seines Mangels erst dann richtig bewußt, wenn er auf jemanden trifft, der das kann. Daß er diesem dann wiederum nicht verzeihen kann, daß er verzeihen kann, liegt auf der Hand und ist tragisch in seiner Zirkularität. Aber es gibt nur einen Weg heraus. Verzeih mir. Verzeih dir.

Verzeihen ist etwas Wunderbares. Verzeihen befreit und öffnet Türen, Türen zu anderen, aber auch zu dir selbst.


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenBernardo schreibt am 16.04.2005 um 08:25 Uhr:Verzeihen setzt Selbstkritik voraus. Ohne sich selbst infrage zu stellen, ohne das ICH und dessen Reifung als Entwicklungsprozeß anzuerkennen, kann es kein Verzeihen geben; es gibt nur eine Ausnahme: Verzeihen aus Gnade.



    Insofern würde ich es wie folgt gewichten ( wieder roh, weil neu ):



    erkenne mich

    atomistisch

    immer zu wenig

    scheibchenweise seziert

    weitersuchend

    mikroskopiert

    verbund forschend

    ICH

    konstruktionen verwerfend

    Homogenitäten

    partiell

    findend



    Bin bereit

    zur Einordnung

    zur Liebe

    zur Negation

    zum Verzeihen.
  2. zitierenLyriost schreibt am 16.04.2005 um 09:08 Uhr:Bei der Idee des Verzeihens aus Gnade kommen mir die Tränen, ich weiß nicht, warum, aber das scheint mir das wahre und tiefe Verzeihen zu sein, aus wahrer und tiefer Liebe. Liebe läßt Gnade walten. Von der Idee her reines Christentum, aber ich fühle, das ist universeller und tiefer angelegt. Unbeschreibbar.

Diesen Eintrag kommentieren