Lyriost – Madentiraden

11.05.2005 um 14:10 Uhr

Reflektieren

von: Lyriost

Reflektieren

Wenn ich reflektiere, was ich tue, vergesse ich nicht, mir klarzumachen, wer da reflektiert und welche Motive er hat. Das mag ungesund erscheinen und dissoziierend und ad infinitum fortsetzbar, aber es fördert die Selbsterkenntnis.

Wenn ich dann noch wieder und wieder die Perspektive wechsle und probehalber den Reflektierenden durch einen andern ersetze, entsteht ein zwar immer unvollständiges, aber brauchbares Bild.

Bei allem darf ich natürlich nie vergessen zu handeln, sonst gibt es nichts Neues mehr zu reflektieren, und ich verfalle in Starre. Sinn der Reflexion sollte es sein, eine brauchbare Basis für zukünftiges Handeln zu schaffen – und nicht einen selbstvergessenen Ruhepunkt.

Wenn Reflexion sich selbst genug ist und zur Starre führt, ist das auch nicht besser als die Starre derer, die sich selbst nicht oder nur wenig reflektieren. Der Unterschied liegt darin, daß deren Starre wie Leben aussieht, obwohl es nur eine Aneinanderreihung von Gewohnheiten ist.

Es gibt unterschiedliche Arten, sich das Leben zu nehmen.


Diesen Eintrag kommentieren