Lyriost – Madentiraden

26.04.2018 um 23:47 Uhr

Schlechtes Gewissen und Unrechtsbewußtsein

von: Lyriost

Schlechtes Gewissen und Unrechtsbewußtsein

Schlechtes Gewissen ist ein Gefühl, das durch (vor allem, aber nicht nur) religiöse Erziehung in uns angelegt wird und bei Bedarf jederzeit angestoßen werden kann, um uns zu lenken und unser Handeln zu manipulieren. Der Manipulator muß nur wissen, wo sich der Knopf befindet, auf den zu drücken ist, wenn das Gefühl ausgelöst werden soll.

Nicht zu verwechseln mit dem Unrechtsbewußtsein, das entsteht, wenn wir das eigene Handeln reflektierend an unseren Wertvorstellungen messen und die Abweichung des einen vom anderen als Dissonanz erfahren, was zu der Einsicht führt, das wir möglicherweise etwas falsch machen. Einsicht ist im Gegensatz zum schlechten Gewissen kein Gefühl, schon gar kein von außen hervorgerufenes, sondern ein Produkt der Vernunft – unserer eigenen Vernunft. 

Sollte diese Dissonanzerfahrung schmerzlich sein, dann kommt zur Einsicht zwar auch ein Gefühl hinzu, das aber hat nichts mit schlechtem Gewissen zu tun, sondern es handelt sich dabei um die Folge des Bewußtwerdens unserer eigenen Fehlbarkeit. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenzartgewebt schreibt am 27.04.2018 um 14:07 Uhr:Wow, was du so immer alles aus dem Ärmel zauberst!

    Hmmm … ich denke, vieles wirft man oft unbedacht einfach in einen Topf und ist dann verwundert, dass einem die Suppe nicht schmeckt. Du differenzierst da sehr genau, Lyriost, hast ein unglaublich feines Gespür dafür (und/oder auch Wissen), welche Zutat der Suppe den schlechten Geschmack verleiht, sie ungenießbar macht.
  2. zitierenNightwulf schreibt am 04.05.2018 um 18:46 Uhr:Möchte mich hier voll und ganz den Worten von zartgewebt anschliessen... deine klar verständliche Aufteilung macht einem so manches selbst mehr bewusst... ich danke dafür ;-)

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