Lyriost – Madentiraden

30.06.2010 um 00:08 Uhr

Selbstinszeniertes Unglück

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Selbstinszeniertes Unglück

Wer nicht mitbekommt, wie wenig ein Mensch braucht, um glücklich zu sein, der ist auf dem besten Weg ins Unglück, wenn er nicht bereits mittendrin steckt. Schwere persönliche Schicksalsschläge werden in derartigen Fällen selbst für extremstes Mißbehagen nicht benötigt, nicht mal leichte. Es reicht eine kleine, nicht als solche empfundene Wahrnehmungsstörung oder eine Gefühlsschwankung vor einem soliden Hintergrund unrealistischer Erwartungen. Wenn dann noch die ebenso tiefe wie falsche Überzeugung hinzukommt, jemand schulde uns was, komme seinen Verpflichtungen jedoch nicht nach, ist das Unglück perfekt. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenRosalix schreibt am 01.07.2010 um 14:15 Uhr:Hallo Lyriost!
    Ich habe mir Ihr Buch bestellt. Es ist Freitags gekommen, mit der Post. Erwartet? Obiger Text stimmt. Viele Menschen denken, ihnen würde irgendetwas gerechterweise zustehen. Was ein Trugschluss ist. Alles was man hat, ist ein Geschenk ohne Anlass. Oft verliert man es dann auch ohne denselbigen wieder. Der Sommer macht mich oft trauriger als der Winter. Seltsames Phänomen. Summertime..and the cotton is high, aber auch Momentweise glücklicher als sonst. Schade, dass Sie nicht zeitonlinen, aber das soll keine Aufforderung sein. Ich selber bin auch mehr weg als dort. Es grüßt Sie herzlich, Rosalix
  2. zitierenLyriost schreibt am 02.07.2010 um 12:07 Uhr:Liebe Rosalix,

    danke für Ihr Interesse an meinen Gedichten. Ich freue mich auch, daß es hin und wieder möglich zu sein scheint, zeitonlineübergreifend Kontakt zu haben. Im Augenblick bin ich ein wenig durcheinander, ja, auch Sommerblues, und halte mich fern von den oftmals unnötig konträren Debatten dort; mir fehlt dazu derzeit die Kraft und auch die Lust am Disput. Wünsche mir mehr Harmonie.

    Liebe Grüße nach München
    Ly
  3. zitierenRosalix schreibt am 05.07.2010 um 14:59 Uhr:Lieber Lyriost!
    Harmonie wäre schön... zerfetzen sich einige gerade lieber gegenseitig, was mir nicht besonders gefällt. Schöne Tage! (Es wird ja bald wieder Winter!;-)
    Rosalix
  4. zitierenperenike schreibt am 01.08.2010 um 17:43 Uhr:hmmm - naja - bei instabiler grundstimmung genügt wohl wirklich oft ein hauch von ablehnung, kritik, zweifel, ungedult um das mühsam aufrechterhaltene lächeln zu löschen. aber hat nicht auch unglück seinen reiz und seine berechtigung. ich will gar ned immer glücklich sein. dann würde ich ja nie nachdenken oder foucault lesen :)
  5. zitierenLyriost schreibt am 01.08.2010 um 17:55 Uhr:Ja, perenike, und die meisten Gedichte blieben ungeschrieben ...
  6. zitierenSarah schreibt am 09.08.2010 um 22:47 Uhr:ach, was wären wir ohne Gefühlsschwankungen, das Auf und Ab, der Wechsel zwischen gefühltem Glück und Unglück, Lachen, Weinen, liegt doch alles so nah beieinander...
  7. zitierenLyriost schreibt am 10.08.2010 um 09:18 Uhr:Ja, Sarah, das Entscheidende ist das Wort "gefühlt", denn so mancher vom Glück Verfolgte fühlt sich tief unglücklich, und viele, die aus unserer Sicht nichts zu lachen haben, sitzen da mit einem breiten Grinsen: paradox. Wir selbst sind verantwortlich für die Stellung unsrer Mundwinkel.
  8. zitierenSarah schreibt am 10.08.2010 um 12:36 Uhr:Da hast Du recht Lyriost, es ist ein Phänomen, daß nicht unbedingt der in unseren Augen vom Glück Verfolgte sich auch immer wirklich glücklich "fühlt", den wir aber für "unglücklich" halten, freut sich vielleicht schon über eine Kleinigkeit, sei es auch nur ein Lächeln.
    Kleine Kinder gehen mit diesen Gefühlen glaube ich am ehrlichsten um.
  9. zitierenLyriost schreibt am 10.08.2010 um 14:53 Uhr:Ich schick dir mal ein Lächeln.
  10. zitierenSarah schreibt am 10.08.2010 um 23:27 Uhr:...es hat mir gut getan, erst jetzt kann ich zurücklächeln, dank Dir.

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