Lyriost – Madentiraden

12.03.2013 um 09:25 Uhr

Sitzen bleibend sitzenbleiben

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Sitzen bleibend sitzenbleiben

An der Universität Bielefeld hat man herausgefunden, daß deutsche Jugendliche bewegungsfaul sind. Vielleicht ist eine der Ursachen dafür, daß man sie häufig lieber sitzenbleiben läßt, als sie ausreichend zu motivieren und zu fördern. Wer sowieso sitzenbleibt, bleibt lieber sitzen, als etwas zu tun.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenSarah schreibt am 23.04.2013 um 10:07 Uhr:Ja, das mag sein,aber Hauptursache ist wohl, dass sie lieber mit den modernen Kommunikationsinstrumenten spielen als sich zu bewegen und sie eben zu körperlicher Aktivität motiviert werden müssen, jeden App haben müssen, der Kram macht süchtig.
    Ich sitze momentan freitags in der HU in einem wundeschönen alten Hörsaal zur Vorlesung
    "Einführung in die Philosophie des Glücks", nicht weil ich bewegungsfaul bin, sondern, weil das mal meinen Horizont zum Thema erweitert und dafür sorgt, dass man nicht alles im Leben aus dem Bauch heraus beurteilen sollte, Ganz liebe Frühlingsgrüße aus Berlin.
  2. zitierenLyriost schreibt am 25.04.2013 um 09:43 Uhr:Liebe Sarah,

    schön von dir zu hören. Freut mich sehr, daß du freitags bei den Humboldts bist. Wie geht denn Frau Meyer das Thema an? Mit dem Brief des Epikur an den Menoikus? Oder besser noch mit Epiktet? Interessiert mich. Vielleicht schreibst du mal was dazu.

    Hier im Garten geht es jetzt richtig los, die Knospen platzen, und die Amseln sind von früh bis spät im Zickzack mit Würmern unterwegs, während die Kleinen wimmernd aufs Futter warten.

    Ganz liebe Grüße aus dem kleinen B. ins große.

    PS: Glück ist ein episodisches Phänomen und meist schon vorbei, wenn man es bemerkt.
  3. zitierenSarah schreibt am 27.04.2013 um 00:29 Uhr:Lieber Lyriost, ...die Vorlesungen macht wirklich Frau Meyer, ich find sie persönlich relativ jung und frisch, hab bislang erst drei Vorlesungen mitgemacht, lass mir grad ihre Bezüge auf Originalzitate ausdrucken, an die Folien komm ich über meinen Sohn, in diesem besagten Brief geht es soweit ich das heute grob verstanden um Lust/Freude, die erst empfunden werden kann im "Freisein von körperlichem Schmerz und seelischer Aufregung," einen innerer Frieden voraussetzt,...
    dann später gabs eine interessante Diskussion zum Thema Gesundheit/Krankheit/Tod so nach Sokrates sinngemäß..." dass jemand der große Lust will, zur Krankheit gehen muss, um Gesundheit als Freude zu empfinden ..."also wir uns in schlechte Zustände versetzen müssen, um bessere schätzen zu lernen, ...
    es gibt gute Ansätze, über die es sich wirklich lohnt nachzudenken.
    Kennst Du das Buch von Francois Lelord
    "Hectors Reise auf der Suche nach dem Glück"?
    der kleine Psychologe der aufbricht zu einer Reise nach China und Menschen befragt, was für sie Glück sei?...
    bin noch unsortiert, aber dran, will lesen in den Zitaten,
    gute Nachtgrüße in den Frühling...


  4. zitierensunnysightup schreibt am 18.05.2013 um 01:24 Uhr:Huch, ich staune ein bisschen über mich selbst und kanns auch nicht so richtig erklären, aber, liebe Sarah, ich kann dich auf Anhieb echt gut leiden. Das allein passiert mir beim ersten Lesen schon fürchterlich selten. Aber dass ich es auch noch sagen möchte, ist wirklich kurios.
    Frühlingsgrüße in die Nacht...
  5. zitierenLyriost schreibt am 18.05.2013 um 10:49 Uhr:Da staune ich auch.
  6. zitierenLyriost schreibt am 18.05.2013 um 11:36 Uhr:Liebe Sarah, an das Buch kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich weiß, daß ich es gelesen hatte; und nun finde ich es nicht mehr. Wahrscheinlich verliehen oder verschenkt. Kann mich an nichts erinnern. Aber an Goethe erinnere ich mich, sinngemäß: Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. ;-)
  7. zitierenLyriost schreibt am 20.05.2013 um 18:48 Uhr:Korrektur zu Kommentar 2: Der Adressat des Briefes heißt natürlich nicht Menoikus, sondern Menoikeus.
  8. zitierenLyriost schreibt am 20.05.2013 um 18:50 Uhr:So "hieß" er.
  9. zitierenSarah schreibt am 29.05.2013 um 19:01 Uhr:Lieber Lyriost,
    ja, so hieß er, das kleine Buch verliert an Bedeutsamkeit, je mehr man rundum liest; grad in "Flow" von Mihaly Csikszentmihalyi, Empfehlung von Fr. M. aus ihrem Skript, es geht hier um Rolle der Erfahrungen, flows und highlights, dass man lernen muss, wie man das mit Freude erfüllen kann, was man tagein tagaus erlebt.
    Können wir das nicht aber schon? Manchmal ist es gut, nicht soviel zu denken und einfach zu tun, was Spaß macht. :-)
  10. zitierenSarah schreibt am 29.05.2013 um 19:10 Uhr:danke für die netten grüße sunnysightup...
  11. zitierenLyriost schreibt am 05.06.2013 um 15:45 Uhr:"... zu tun, was Spaß macht." Zum Beispiel denken. ;-)
  12. zitierenSarah schreibt am 09.06.2013 um 12:07 Uhr:ja, denken und rundum. neues von der hu: martin seeligmann macht empirische erhebungen, wie glücklich menschen sind unter
    www.authentichappiness.org, aber er erfasst bestimmte schichten damit wohl nicht, vielleicht mal reinschauen und/oder mitmachen.
    aber---sommerliche sonntagsgrüße auf jeden fall mit smilie.
  13. zitierenLyriost schreibt am 20.06.2013 um 11:12 Uhr:Hallo Sarah,

    Glück ist vor allem eines: relativ.

    Mir ist gerade zu warm, aber das macht mich glücklicherweise nicht unglücklich. Noch nicht.

    Liebe Grüße

  14. zitierenSarah schreibt am 29.06.2013 um 22:02 Uhr:Guten Abend, Lyriost,

    ja, auf jeden Fall, auch spielen bisherige Erfahrungen mit rein, wie sich etwas angefühlt hat, um es vielleicht wieder haben zu wollen und die Lust auf Neues.
    "Glück" ist und bleibt ein großes unerschöpfliches Thema, danke für dein Interesse über die Zeit der Vorlesungen, inzwischen gehts in Kulturrelativismus, am 12. Juli ist Schluss, aber nicht damit, sich immer wieder über glückliche Momente im Leben zu freuen.
    Liebe Grüße.
  15. zitierenLyriost schreibt am 30.06.2013 um 09:26 Uhr:Hallo, Sarah,

    jetzt ist mir wieder zu kalt, so schnell kann das gehen in unserer klimagewandelten Welt. Glück ist schon deshalb ein unerschöpfliches Thema, weil so ziemlich jeder heute eine andere Vorstellung davon hat, was ihn glücklich macht oder machen könnte – und schon morgen eine andere. Und zum Kulturrelativismus fällt mir ein, daß eine Kultur um so wertvoller ist, je mehr sie bereit ist, andere als gleichberechtigt anzuerkennen. Mit anderen Worten: Die meisten Kulturen taugen wenig bis nichts.

    Liebe Grüße von B. nach B.

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