Lyriost – Madentiraden

25.06.2006 um 08:49 Uhr

Spiegelbild

von: Lyriost

Spiegelbild

Jeder betrachtet täglich unzählige Male seinen Körper vor dem Spiegel. Und seinen Kopf. Frauen öfter als Männer zwar. Aber jeder in unserer Spiegelgesellschaft tut das. Wie ist das mit den Haaren? Aha, neue Fältchen! Ein Pickel. Mehrmals täglich findet eine Inspektion statt, mal kritischer, mal weniger kritisch. Und ob wir nun zufrieden sind mit dem, was wir da sehen, oder ob es uns niederdrückt: Wir neigen dazu, dem Spiegel zu glauben, wenn er uns auf den Kopf zusagt: Du bist nicht die Schönste im ganzen Land. Manchmal werden wir zwar kurz grün und gelb vor Neid, aber das gibt sich rasch. Wir machen etwas auf Diät, kaufen ein neues Kleid und gehen zum Friseur. Und schon ist die Gesichtsfarbe für eine Weile wieder normal.

Was aber ist mit unserem geistigen Spiegelbild? Verhalten wir uns da nicht eher wie Schneewittchens Stiefmutter und versuchen mit aller Macht und Tücke, nicht nur unser verschwommenes Denken als klar auszugeben und aufrechtzuerhalten, sondern beginnen rasch, wenn kein Jäger zur Hand ist, mit der Herstellung von Schnürriemen und dem Präparieren von Kämmen und Äpfeln? Curare für Bibliothekare. Und daß wir erst mal versuchen, alle erreichbaren Spiegel zu zerschlagen, die uns unser Selbstbild nicht bestätigen, das versteht sich von selbst.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenzartgewebt schreibt am 26.06.2006 um 00:22 Uhr:Oh....unser geistiges Spiegelbild....ich denke, das kennen WIR nur zu gut!



    Und was wir da so sehen, gefällt uns mitunter gar nicht – verleugnen es.

    Aber na ja, wir haben ja immer noch unser „Kellerverlies“.

    Da ist Platz genug!

    Nur, es gibt in der Welt kein sicheres Versteck – das eigene Wesen weiß IMMER was Wahrheit und was Lüge ist. Und so fängt es mit der Zeit an zu brodeln – zu gären – der Verwesungsgeruch strömt über die Kellertreppe durch das Schlüsselloch.



    Uih, und nimmt den Geruch wer wahr, und wagt gar die auf Hochglanz polierte Spiegeltür zu öffnen...........



    Vielleicht umgeben wir uns deshalb immer mit jenen Menschen – suchen unentwegt – in denen wir uns „spiegeln“ können. Wahrscheinlich nehmen diese den Geruch nicht so schnell wahr.

  2. zitierenLyriost schreibt am 26.06.2006 um 21:49 Uhr:Wer gut riechen kann, nimmt viel schlechten Geruch wahr: den eigenen und den der andern. ;-)
  3. zitierensanftmut schreibt am 27.06.2006 um 03:05 Uhr:na du ..

    ich riech lunte ..



    du ich roll mich in dir ein..

    mit cillionen küssen für euch..

    und nur für euch:-)(-:°*°

    eure yanni°*°

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