Lyriost – Madentiraden

08.10.2009 um 11:43 Uhr

Stummes Bild

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Stummes Bild

Da fault ein Stumpf
wo groß
ein Baum geträumt
von Sumpf und lichtem
Gras umsäumt –
kein Blätterrauschen
Ästeknarren
noch stiller die Stille
wenn Träume erstarren

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenzartgewebt schreibt am 08.10.2009 um 12:38 Uhr:Noch höre ich gut!
    Dein stummes Bild spricht mich sehr an ;-)
  2. zitierenGretchen schreibt am 08.10.2009 um 13:24 Uhr:.....
  3. zitierensunnysightup schreibt am 08.10.2009 um 18:32 Uhr:hej, das ist schön.
  4. zitierenGretchen schreibt am 08.10.2009 um 18:40 Uhr:Hallo, liebe zartgewebt,
    wie gern würde ich jetzt mit Deinen Augen sehen ..

    Ganz liebe Grüße
    Gretchen
  5. zitierenzartgewebt schreibt am 08.10.2009 um 19:53 Uhr:Hallo Gretchen :-)

    Mit meinen Augen sehen?
    Na ja, Lyriosts Worte habe etwas ausgelöst in mir.
    Nicht etwa jetzt auf den gefällten Baum
    (für mich eine Weide) bezogen,
    obwohl ich davon auch ein sehr schönes Bild bekomme.

    Ich gebe dir ein anderes Bild, ein einfaches ;-) …
    das sich mir noch auftat:

    Im „Toten Gebirge“ (sieht z. T. aus wie eine Mondlandschaft)
    wo ich sehr gerne dem Bergwandern fröne,
    ist es sehr still.

    Mehr als still.

    Und doch …
    die Unmenge massiver Gesteinsmassen haben viel zum Erzählen,
    erhoben oder bildeten sie sich doch aus dem Tethysmeer
    wo in der Trias/Jurazeit viele Ammoniten und Dinosaurier
    anzutreffen waren und dies die Steine heute noch bezeugen.
    Wenn ich mich dort aufhalte, strömen sehr viele Kräfte auf mich ein,
    empfinde ich die Steine unheimlich „belebt“.
    Ich befühle, betaste sie … nehme ihre Energie auf.
    Es ist kein toter Ort, obwohl er so anmutet.

    Ich grüße lieb zurück
    zartgewebt
  6. zitierenGretchen schreibt am 08.10.2009 um 21:02 Uhr:Hallo zartgewebt :-)

    Für diesen Augenblick des Lesens Deiner erschauten Welt danke ich Dir.
    Übrigens: Deine Webseite gefällt mir. Dort fühle ich mich auch sehr wohl.

    Bis bald.

    Gruß
    Gretchen
  7. zitierenGretchen schreibt am 08.10.2009 um 22:01 Uhr:Liebe zartgewebt, welches Empfinden mich beim Lesen dieses kleinen, großen Gedichts leitete, möchte ich von ungefähr wie folgt mit einigen Schlagwörtern umschreiben. Es ist lediglich eine Annahme, und der Autor hat jedes Recht, darüber herzhaft zu lachen - in diesem Sinn. Also:

    Da: Lyriost' eigener Finger(zeig)
    Ein Stumpf: Ein Abgestorbenes, stolzes Glück
    fault: Leidensprozeß
    ein Baum: Mensch (Wille)
    geträumt: eine Sehnsucht (etwas zu erreichen ..)
    Sumpf: Tücke, Untergang, dem Nebel zugehörig, Verlust, verschleiertes Chaos
    lichtes Gras: deutet auf Vergänglichkeit oder einem bloßen Anschein von Leben hin
    kein: doppeldeutiges Attribut zu Blätterrauschen und Ästeknarren
    stiller die Stille: RF - Totenstille
    Träume: (geträumt), Sehnsüchte, aber auch Vorgemachtes (im Sinne von sich selber etwas vormachen)
    erstarren: (eine Entsprechung zu "fault", "Stumpf" und "Sumpf"), was starr ist, ist tod.

    Grüße und eine gute Nacht Dir, liebe zartgewebt
    Deine Gretchen
  8. zitierenGretchen schreibt am 08.10.2009 um 22:18 Uhr:Verzeihung, kl. Nachtrag zu meinem Versuch:

    wo groß: RF, doppeldeutig, Anspielung auf den Baum und sein Schicksal
  9. zitierenzartgewebt schreibt am 09.10.2009 um 07:34 Uhr:Liebes Gretchen,
    deine Worte sind eine wunderbare Interpretation von Lyriosts Gedicht – deine Sicht :-)

    Für mich waren Lyriosts Worte diesmal nur ein Auslöser … ohne jegliche Absicht, seine Zeilen jetzt interpretieren zu wollen .
    Manchmal lese ich etwas, und es tut sich einfach ganz alleine NUR FÜR MICH etwas auf, auch wenn es völlig aus dem Zusammenhang gegriffen scheint ;-)

    Wünsche ein angenehmes, freudvolles Wochenende
    zartgewebt
  10. zitierenzartgewebt schreibt am 09.10.2009 um 08:17 Uhr:Versuche ich zu interpretieren, taucht
    ein depressiver Mensch vor meinem Auge auf …
  11. zitierenHerakleitos schreibt am 09.10.2009 um 08:42 Uhr:Handelt es sich nicht eher um einen melancholischen Seufzer der vergänglichen Natur, die sich hier der Vergänglichkeit all ihrer Gestalt-Träume bewusst wird?
  12. zitierenGretchen schreibt am 09.10.2009 um 11:11 Uhr:Liebe zartgewebt,
    danke. Auch Dir wünsche ich eine schöne Zeit zum Wochenende mit vielen Eindrücken, welche das Herz erfreuen.

    Grüße
    Gretchen
  13. zitierenGretchen schreibt am 09.10.2009 um 11:50 Uhr:Herakleitos, das habe ich mich durchaus gefragt und in mein Denken einbezogen, doch tiefsinniger fände ich es, hätte der Autor mit den gesetzten Worten eine Ironie eingefädelt .. Sie haben seinen Beitrag "Der Hochmut und der Fall" samt Kommentare ja gelesen. ...

    Schöne Grüße
  14. zitierenGretchen schreibt am 09.10.2009 um 19:31 Uhr:... nicht, ohne Dir ein schönes Wochenende zu wünschen mit viel Sonnenschein und kreativen Gedanken, Lyriost.

    Deine Überlegungen zu "Der Hochmut und der Fall", finde ich prima; apropos: es müßte bei #13 in der vierten Zeile "Kommentaren" heißen, sorry.

    Deine Gretchen
  15. zitierenLyriost schreibt am 09.10.2009 um 19:39 Uhr:Na, da danke ich dir, Gretchen. Auch dir ein schönes Wochenende; aber der Sonnenschein wird wohl, fürchte ich, von innen kommen müssen. Ist ja auch wichtiger als der von außen.

    Ich danke euch allen für eure erhellenden Kommentare.

    Liebe Grüße
    Ly

Diesen Eintrag kommentieren