Thomas Manns Betrachtungen betrachtet
Thomas Manns Betrachtungen betrachtet
Beinahe unerträglich für heutige Leser ist der revolutionär sein wollende betuliche Konservativismus Thomas Manns in den "Betrachtungen eines Unpolitischen", der so bieder daherkommt mit der Mannschen Überbetonung der eigenen Rolle als pantheonisch-überkünstlerischer Zivilisationsliteraturkritiker und seiner pathetischen Herumreiterei auf dem Pferd des wahren, faltenerzeugenden Künstlertums. Und der dabei den Autor doch sichtbar immer wieder hinter der (damals wohl noch vorgestellten) Lesebrille aufschauen läßt, als wolle er fragen: Bin ich nicht ein Überkünstler, auch wenn ich wie ein Überbürger ausschaue? Seht ihr, wie spritzig ich bin?
Beinahe unerträglich für heutige Leser ist der revolutionär sein wollende betuliche Konservativismus Thomas Manns in den "Betrachtungen eines Unpolitischen", der so bieder daherkommt mit der Mannschen Überbetonung der eigenen Rolle als pantheonisch-überkünstlerischer Zivilisationsliteraturkritiker und seiner pathetischen Herumreiterei auf dem Pferd des wahren, faltenerzeugenden Künstlertums. Und der dabei den Autor doch sichtbar immer wieder hinter der (damals wohl noch vorgestellten) Lesebrille aufschauen läßt, als wolle er fragen: Bin ich nicht ein Überkünstler, auch wenn ich wie ein Überbürger ausschaue? Seht ihr, wie spritzig ich bin?



So viel Wichtiges versäumt?
Gibt es heute noch so viel Klassisches, Wichtiges?
Think twice! -
!
"Gibt es heute noch so viel Klassisches, Wichtiges?" - Ich meine, es gibt Wichtiges aus der Zeit der Weimarer Republik, aus dem Nachkriegsdeutschland "Weimar". Politische Literatur, die Weltbühne meinetwegen, Tucholsky, nur um einen Namen aufzurufen. Dinge mit Bodenhaftung, Instinkt, Erdung.
Auch keine gute Kritik. – Aber: Na ja, ich lese ihn halt gerne! Nicht alles – aber doch fast!
Es ist eben alles Geschmacksache - und darüber lässt sich ja bekanntlich nicht streiten!
Freundliche Grüße von Buchzeiger!