Lyriost – Madentiraden

19.07.2006 um 10:41 Uhr

Über Duldsamkeit

von: Lyriost

Über Duldsamkeit

Duldsamkeit ist die Sprache der Vernunft, Großmut, wenn sie nicht nur verkleidete Duldsamkeit ist, eine Sache des Herzens. Großmut ist jeder Vernunft fern und strebt niemals in die Nähe der Duldsamkeit, aber die Duldsamkeit schleicht sich oft an die Großmut an, sich an sich selbst berauschend, und hofft, sie könne selbst zur Großmut werden, indem sie lärmend mit ihr zu verschmelzen versucht.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLyriost schreibt am 19.07.2006 um 11:12 Uhr:Großmut ist selten von Vorteil, aber die Vernunft ist immer auf Vorteile bedacht. Wirkliche Großmut strebt nicht nach Belohnung, Duldsamkeit schon. Wenn ein Herrscher jemanden begnadigt, dann ist das in der Regel Folge seines Wunsches nach Popularität oder anderen Vorteilen, wenn er es nicht tut, ist der Grund derselbe. Es kommt darauf an, wen man begnadigt und wie die Stimmung im Lande ist. Es ist ähnlich wie mit der Güte. Wenn man sie pflegt, um gütig und gut zu erscheinen, ist sie keine Güte mehr, sondern Berechnung, eine Sache der Vernunft. ;-) Grüße
  2. zitierensynchrono schreibt am 19.07.2006 um 11:18 Uhr:Was ist \"Wirklichkeit\"? Die ist doch für jeden anders, ähnlich der Wahrnehmung. Und die subjektive Wahrnehmung von Großmut bzw. deren Ergebnisse kann nun wirklich sehr unterschiedlich sein...
  3. zitierenLyriost schreibt am 19.07.2006 um 11:46 Uhr:Großmut ist ein Wort mit philosophisch-semantischem Schwanz. Und es ist kein Zufall, daß es weitgehend aus der Mode ist. Entsprechend behandle ich dieses Wort. Was die subjektive Wahrnehmung betrifft, so ist meine Wahrnehmung eine, die sich mit anderen subjektiven Wahrnehmungen vergleichend mißt. Ich messe meine eigene Wahrnehmung an der anderer, um so etwas über den Grad der Plausibilität meiner eigenen Wahrnehmung zu erfahren. Das Wort \"wirklich\" benutze ich hier im Sinne von den \"tradierten Bedeutungen entsprechend\", also den Postulaten der Moralphilosophie und der konventionellen lexikalischen Bedeutung entsprechend. Das Wort \"Wirklichkeit\" benutze ich aus gutem Grunde nicht. ;-)
  4. zitierenzartgewebt schreibt am 19.07.2006 um 17:22 Uhr:Hm...... die DULDSAMKEIT scheint ja vielerorts gut zu munden, hat aber meines Erachtens, bei übermäßigen Genuss, einen bitteren, herben Nachgeschmack.



    Tiefkühlkost – wenig nahrhaft!



    Vorgefertigt – das Ende absehbar!

    „Ich dulde es......... bis hierhin und nicht weiter!“



    Schön zur Schau gestellt, einem Bottich gleich, wo jeder abladen darf.

    Der Wannenrand wird schön ausstaffiert, und jeder der einfüllt dar einmal dran reiben.

    Muss ja schön glänzen - „Edelmut“ vom Feinsten!



    Nun ja, der Unrat im Inneren mag ja schon mächtig brodeln und gären – aber der Schein muss doch gewahrt bleiben, wenn`s doch von außen so schön funkelt und glitzert.



    Nur.....es funktioniert nicht auf Dauer; das Süppchen wird überkochen – unweigerlich, keine Frage. Und die stinkende Brühe wird sich über die Verkleidung ergießen und den Wannenrand besudeln..........



    ...hust...krächz....verschluck....gut, ich geb`s ja zu, hab`ein bisschen zu scharf gewürzt......... ;-)


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