Lyriost – Madentiraden

26.07.2006 um 19:17 Uhr

Über Einstiegsdrogen

von: Lyriost

Über Einstiegsdrogen

Nachdem unlängst nachgewiesen wurde, daß Cannabis-Dauerkonsum die Hirnstrukturen verändert, was vermutlich viel stärker ausgeprägt beim gewohnheitsmäßigen Lesen der Bildzeitung oder bei Fernsehdauerberieselung der Fall ist, wird jetzt mit Hilfe einer schwedischen Studie, bei der man Ratten das Zigfache der normalen THC-Dosis injiziert hat, um sie dahin zu bekommen, wo man sie hinhaben wollte, wieder mal glauben gemacht, Cannabis sei eine Einstiegsdroge für Heroin.

Einen Vergleichstest mit Alkohol gibt es meines Wissens nicht. Was es aber gibt, ist die Flut von Werbung für alkoholische Getränke und Millionen aktive Alkoholiker mit ihren Familien und ungeheurem negativen Output für sich selbst, ihre Umgebung und die Gesundheitssysteme.

Gegenüber diesem legalen Elend wirkt die Kriminalisierung des Haschischkonsums lächerlich und ist für mich nicht nachvollziehbar, und man fragt sich, welche Hirnstruktur bei der Bewertung der Cannabis-Folgeerscheinung als die normale Referenzstruktur betrachtet und zum Vergleich herangezogen wurde: etwa die eines durchschnittlichen, bebilderte Zeitung lesenden Alkoholikers? Oder vielleicht die von Otto Waalkes?

Und noch was: Haben wir nicht gerade erst gehört, daß sich der Gebrauch von Handys verändernd auf die Struktur der Hirnströme auswirkt? Von einem Verbotsantrag habe ich jedoch nichts gehört.

Anmerkung: Nichts gegen Otto Waalkes, sein Sid gehört neben Monty Python zum Ulkig-Genialsten, was ich kenne, aber ist sicherlich nicht Ausdruck dessen, was allgemein als normale Hirnstruktur angesehen wird. Überhaupt sollte man erst mal klären, was eine normale Hirnstruktur ist. Wenn man sich die Aussagen so mancher Politiker anhört ...

Die Zeit

 


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