Lyriost – Madentiraden

25.07.2006 um 00:06 Uhr

Über Gastgeber besonderer Art

von: Lyriost

Über Gastgeber besonderer Art

Wenn jemand halbgare Behauptungen als leckeres Menü auf den Tisch stellt und die Gäste zeigen eine gewisse Unzufriedenheit, würzen nach und beginnen ein Gespräch über Kochkunst, dann holt der eine oder andere verhinderte Meisterkoch schon mal ein Tranchiermesserchen aus der Küche, aber nicht um das zähe Fleisch zu schneiden, sondern um mit dem Metall herumzufuchteln. Und wenn es dann immer noch Gäste geben sollte, die nicht überzeugt sind von der Einzigartigkeit der angebotenen Köstlichkeiten, dann weist man den Kostverächtern die Tür und wirft ihnen das Messer hinterher.

Solche Gastgeber sind nicht nur schlechte Gastgeber, sondern auch schlechte Gäste. Selbst eingeladen, ergehen sie sich, wenn sie überhaupt erscheinen, wortreich über die Ungenießbarkeit der angebotenen Speisen, ohne sie vorher gekostet zu haben – allein vom Anblick wird ihnen bereits schlecht –, und noch bevor der Gastgeber sich zu ihren Bemerkungen äußern kann, sind sie bereits wieder verschwunden: Später sieht man sie dann an der Imbißbude im ausgelassenen Fachgespräch mit einem Currywurstproduzenten.

 


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