Lyriost – Madentiraden

26.12.2005 um 11:51 Uhr

Über Glauben und Freiheit

von: Lyriost

Über Glauben und Freiheit

Es ist ein untrügliches Merkmal von Emanzipation, an etwas zu glauben und nicht an jemand. So wie der Glaube an die Freiheit, und sei er auch noch so naiv und unbegründet, um vieles wertvoller ist als der Glaube an jemanden, der sie uns gewährt, so ist auch der Glaube an ein wie immer geartetes göttliches oder auch teuflisches Prinzip Ausdruck von selbstbestimmtem Denken, der Glaube an einen Gott oder den Teufel hingegen ein Zeichen von Unmündigkeit. Und der Glaube an unser äußeres Selbst als Maß aller Dinge ist nur ein Reflex dieser anthropomorphen Vorstellungen und der Gipfel der Dependenz.

Die wahre Freiheit des Königs liegt in der Möglichkeit der freiwilligen Abdankung.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenreality schreibt am 26.12.2005 um 16:33 Uhr:Freiheit kann man einem zwar lassen, aber nicht geben

    (Friedrich von Schiller)



    Wer sagt: Hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht (Erich Fried)



  2. zitierenLyriost schreibt am 27.12.2005 um 10:01 Uhr:Leider haben einige die Macht, andern Freiheit zu nehmen. Das fängt schon bei der Erziehung an, ob es sich nun um Abrichtung nach vorgeprägten Verhaltensmustern handelt oder um das Pressen in Denkschablonen, das ja überall die Regel ist. Wenn Freiheit \"gewährt\" wird, so denke ich, wird sie nicht gegeben, sondern gelassen. Der Begriff Freiheit ist so ziemlich der verwaschenste und schillerndste Begriff, den es gibt. Für mich ist Freiheit vor allem die Einsicht nicht in die Notwendigkeit, wie bei Engels, sondern die Möglichkeit, entsprechend meiner Einsicht in die eigene Gewordenheit und in die Abhängigkeiten, in die ich verstrickt bin, handeln zu können.

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