Lyriost – Madentiraden

02.06.2005 um 11:33 Uhr

Über Ich-Setzung

von: Lyriost

Über Ich-Setzung

Ich-Setzung als Selbst-Definition, genau das ist es, was ich mit Selbst-Täuschung meine. Ich will es mal mit einer philosophischen Anekdote veranschaulichen, die mich immer wieder zum Lachen reizt: Nach seinem Tod fand sich in Schopenhauers Bibliothek das Exemplar einer Fichte-Ausgabe, in der Schopenhauer immer dann einen Stuhl an den Rand gezeichnet hatte, wenn es bei Fichte hieß: "Das Ich setzt sich." Klarer und humorvoller kann man den unsinnigen Wunsch des Ich, sich über den ganzen Menschen mit seinem Getriebensein zu erheben, nicht der Lächerlichkeit preisgeben.

Eine Ich-Setzung, die von der Abgründigkeit und Getriebenheit des Menschen abstrahiert, ist nichts weiter als die Schaffung eines Windbeutels mit Über-Ich-Kruste.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenchero schreibt am 02.06.2005 um 11:50 Uhr:Peng.
  2. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 12:07 Uhr:So isser.
  3. zitierenenne schreibt am 02.06.2005 um 12:16 Uhr:und manche bepuderzuckern sich den windbeutel mit reichlich vanillezucker. aber auch das darf man manchmal,finde ich.
  4. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 12:22 Uhr:Ich auf dem Stuhl neige dazu, mir und andern fast alles zu gestatten, aber ich denke manchmal darüber nach oder lasse nachdenken, was ich mir gestatte, und auch, was andere sich gestatten. Und danach wieder: Vanillezucker in jeder Form und Kombination. Gierig zuweilen, ich gestehe es gerne ein.
  5. zitierenenne schreibt am 02.06.2005 um 12:38 Uhr:ein-und zu-gestehen. so meinte ich es, ja.

    und gier kann durchaus auch 1 tugend sein,wenn man aufhört,aus angst vor dem wort schon 1 katheter vorbeugend zu legen,um nicht neben den stuhl zu pinkeln.
  6. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 12:41 Uhr:wie ordinär ;)
  7. zitierenenne schreibt am 02.06.2005 um 12:41 Uhr:extra. ;)
  8. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 12:46 Uhr:Ein Bild von erstrebenswerter Ganzheitlichkeit: der ordinäre Ordinarius.
  9. zitierenchero schreibt am 02.06.2005 um 13:08 Uhr:Jetzt wüsst ich bittschön nur noch gerne, wen du nachdenken lässt, was du dir gestattest. Du wirfst mein ganzes Bild von dir über den Haufen, LGWLy.
  10. zitierenenne schreibt am 02.06.2005 um 13:13 Uhr:*g*
  11. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 13:17 Uhr:Das freut mich, chero, wenn Bilder wackeln, ist Bewegung, und Bewegung ist gut für den Menschen. Und nachdenken lasse ich sowohl von unterschiedlichen internen Instanzen wie auch außerhalb, zum Beispiel bei dir.
  12. zitierenchero schreibt am 02.06.2005 um 13:20 Uhr:Oh ja, da bist du auf einem guten Weg und sorgst also auch weiterhin für genügend Bewegung.
  13. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 13:30 Uhr:Also: Gib dir Mühe. ;)
  14. zitierenchero schreibt am 02.06.2005 um 13:36 Uhr:Bin richtig aufgeregt.
  15. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 13:38 Uhr:Das ist ja so selten nicht. *g*
  16. zitierenchero schreibt am 02.06.2005 um 13:54 Uhr:Das kannst du jetzt aber nicht wissen, wie häufig das bei mir vorkommt, und vor allem, welcher Art meine Aufregung ist.

    Für mich Fühlen lasse ich noch nicht. Andererseits ... wäre ausprobierenswert.
  17. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 13:58 Uhr:... und z.B. mir deine unangenehmen Dinge rüberschieben zum Durchfühlen, das könnte dir so passen. :)
  18. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2005 um 14:11 Uhr:Was würde wohl Altvater Freud zu diesen Windbeuteleien sagen?
  19. zitierenchero schreibt am 02.06.2005 um 14:14 Uhr:Also, ich hab schon zu tun, wenn du meine Gedanken herumwälzt und sie mir total verdreht wieder vor die Nase schiebst. Von dir lasse ich mir nichts durchfühlen, nee.

    Aber ich lasse dich so manches fühlen, bestimmt. :)
  20. zitierenchero schreibt am 02.06.2005 um 14:20 Uhr:Altvater Freud hätte von uns bestimmt ne Menge gelernt.
  21. zitierenenne schreibt am 02.06.2005 um 14:37 Uhr:ich bin sicher, er wäre. sehr sicher. das ist ganz köstlich.

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