Lyriost – Madentiraden

27.02.2008 um 22:56 Uhr

Über Unvergleichlichkeit

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Über Unvergleichlichkeit

Wenn man sich ein wenig in der Wissenschaftstheorie auskennt (man denke nur an Thomas Samuel Kuhn), oder auch nur in der Physik, wird man leicht feststellen können, daß es durchaus Unvergleichlichkeit gibt. Auch in der Mathematik gibt es kommensurable und inkommensurable Werte.

Man kann es sich aber auch einfacher machen: Wer abwechselnd in eine schimmlige, angefaulte Tomate und eine frische reife beißt, wird feststellen, daß die Faulschimmelige auch dann unvergleichlich schlecht schmeckt, wenn man nicht der Meinung ist, daß die frische unvergleichlich gut schmeckt. Etwa wenn man von Hause aus keine Tomaten mag.

Im Alltagssprachgebrauch bedeutet "unvergleichlich" nicht, daß man nicht verglichen hätte, sondern das Wort bezeichnet einen graduellen Unterschied, der durch Vergleich deutlich geworden ist.

Bei Kommentaren ist das genauso: Es gibt, wenn auch selten, unvergleichlich gute und unvergleichlich schlechte: Die schon öfter. Ein Leser mit Urteilsvermögen bemerkt den Unterschied.

Hasso Wedel  

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenDieRoteZora schreibt am 28.02.2008 um 17:23 Uhr:Niemand hätte es besser auf den Punkt bringen können. ich bin geradezu sprachlos
  2. zitierenEin Gast schreibt am 02.03.2008 um 17:13 Uhr:Ich bin geradezu eingeschlafen
  3. zitierenLyriost schreibt am 02.03.2008 um 17:27 Uhr:So unterschiedlich sind die Fähigkeiten – oder auch nur die Bereitschaft –, sich auf einen Text zu konzentrieren. ;-)
  4. zitierenLyriost schreibt am 02.03.2008 um 18:03 Uhr:Manche schlafen ein, weil sie zuviel essen. Ich glaube nicht so recht, daß es am Text liegt, wenn einer "geradezu" einschläft. Geradezu. Geht übrigens gar nicht. Trotzdem, geradezu ehrlich gesagt: Mein allerbester Text ist es nicht ...

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