Lyriost – Madentiraden

07.05.2005 um 10:01 Uhr

Über Wahrheit

von: Lyriost

Wahrheit

Reine Wahrheit
Lavagestein
Legierung
aus Schatten
und Licht
im Nebelgewölbe
zeitlos im Stundengewand.
So rein wie die Nacht
nach Gewitter.
Wie hält man
das Feuer
in der Hand?
Dann besser
die einfache Wahrheit
die Lüge
nichts ist so kühl
wie die Lüge.
Und so klar.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 12:22 Uhr:ja
  2. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 12:28 Uhr:Alle \"einfachen Wahrheiten\" sind Lügen, um sich der Komplexität des Geschehens zu entziehen.
  3. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 12:38 Uhr:Jeder hat einfache Wahrheiten, mit denen er sich selbst belügt, und eine davon ist der Glaube an die einfache Wahrheit. Auch ich träume bisweilen gern diesen Traum.
  4. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 14:58 Uhr:Doch wer sich (warum auch immer) mit einfachen Wahrheiten zufriedengibt, obwohl alles viel verwickelter ist, und dieses weiß, der lebt in Unwahrhaftigkeit.
  5. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 16:13 Uhr:... oder auch Wahnhaftigkeit.
  6. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 17:56 Uhr:Es gibt keine absolute Wahrheit. Und nicht mal diese Aussage ist absolut wahr. Es gibt nur situative Wahrheitswahrnehmung von Individuen, und selbst die Naturgesetze sind nichts anderes als eine Reflexion unseres Bewußtseins, das auf einer Hirnstruktur beruht, die auch ganz anders sein könnte, so wie sich auch die Wahrnehmung des einzelnen in einem bestimmten Rahmen ändern kann. Und damit auch seine Wahrheiten oder die Form oder Tiefe seiner Wahrhaftigkeit. Und niemand kann jemals ganz sicher sein, daß er sich nicht täuscht und in Wahnhaftigkeit abdriftet. Sowohl einzeln wie auch kollektiv.
  7. zitierenchero schreibt am 07.05.2005 um 18:05 Uhr:Klingt nicht ungefährlich. Für die anderen, meine ich.

    Selbst nimmt man ja nicht wahr, was die anderen über einen wahrnehmen. Wäre auch eine prima Ausrede für jene, die gerne abdriften ...
  8. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 18:10 Uhr:Wahrhaftigkeit ist der Wunsch nach größtmöglicher Ehrlichkeit bei der Wahrheitssuche, wozu auch die Einsicht in die Relativität aller Wahrheitsaussagen gehört. Und die Einsicht, daß wir uns selbst nur in fremden Spiegeln etwas besser sehen können, weil wir uns dann nicht ganz so nah sind. Die Nähe zu uns selbst verformt unser Bild von uns selbst. Aber auch das von andern, weil wir sie als Objekt für uns sehen. Es sei denn, wir lieben wirklich. Aber dann spielt Wahrheit keine Rolle mehr, mit Ausnahme des Gefühls. Aber können wir uns dessen ganz sicher sein?
  9. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 18:14 Uhr:@ chero Menschen sind Menschen immer auch gefährlich. Vielleicht bist du deshalb bei den Schafen? Laß sie nicht zu lange allein. Denk an die Wölfe.
  10. zitierenchero schreibt am 07.05.2005 um 18:15 Uhr:Gäbe es absolute Sicherheit, hätten wir kein Gefühl mehr.
  11. zitierenchero schreibt am 07.05.2005 um 18:19 Uhr:Okay, ich schleiche mich wieder zu meinen Schafen. Ich nehme es mit jedem Wolf auf!
  12. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 18:19 Uhr:Hätten wir dann nicht vielleicht das Gefühl der absoluten Sicherheit? Und das auch noch zu Recht. Ich hätte nichts dagegen. Dauerhaftes Glück.
  13. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 18:26 Uhr:... solange wir nicht nach dem Warum fragen.
  14. zitierenchero schreibt am 07.05.2005 um 18:26 Uhr:Wir kreuzen uns, doch nicht mit Klingen.

    Ja, dauerhaftes Glück peilen wir wohl alle an.

    Und ich bin sicher, ein paar von uns sind gar nicht mehr weit davon entfernt.
  15. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 18:43 Uhr:... wir sehen oft, wenn wir etwas lieben, etwas, was unser Gefühl uns suggeriert. Und wenn der Verstand einsetzt, ist der Konflikt da. Wo ist dann die Wahrheit?
  16. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 18:58 Uhr:... und wenn man sie gefunden haben sollte, wer hat sie dann gefunden? Hat er sie gefunden? Oder ist er nur im internen Machtkampf der Überlegene? Hat der Mächtigste recht?
  17. zitierenLyriost schreibt am 07.05.2005 um 20:06 Uhr:... wenn das so einfach zu tun wäre, wie es sich sagt. Aber wir versuchen es ja, das ist doch auch schon was.
  18. zitierenLyriost schreibt am 08.05.2005 um 17:02 Uhr:Tragisch sowieso. Wie

    Schatten

    und Licht

    im Nebelgewölbe.

    Kein Bild aus einer Komödie.





  19. zitierenLyriost schreibt am 08.05.2005 um 17:25 Uhr:Gesehen und für wahr befunden.
  20. zitierenLyriost schreibt am 08.05.2005 um 17:28 Uhr:Die Finger verbrannt.
  21. zitierenLyriost schreibt am 08.05.2005 um 18:12 Uhr:zeitgedolcht
  22. zitierenS. Paschasius schreibt am 16.08.2008 um 13:35 Uhr:
    Lyriost:Es gibt keine absolute Wahrheit. Und nicht mal diese Aussage ist absolut wahr. Es gibt nur situative Wahrheitswahrnehmung von Individuen, und selbst die Naturgesetze sind nichts anderes als eine Reflexion unseres Bewußtseins, das auf einer Hirnstruktur beruht, die auch ganz anders sein könnte, so wie sich auch die Wahrnehmung des einzelnen in einem bestimmten Rahmen ändern kann. Und damit auch seine Wahrheiten oder die Form oder Tiefe seiner Wahrhaftigkeit. Und niemand kann jemals ganz sicher sein, daß er sich nicht täuscht und in Wahnhaftigkeit abdriftet. Sowohl einzeln wie auch kollektiv.
  23. zitierenS. Paschasius schreibt am 16.08.2008 um 14:35 Uhr:Frage an Lyriost: Gehören die Ich-bin-Worte Jesu (z.B: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben") in Ihren Augen ebenfalls nur zu den "einfache Wahrheiten"?
  24. zitierenLyriost schreibt am 26.08.2008 um 13:15 Uhr:Lieber Paschasius, jeder kann das mir dem gleichen Recht sagen, aber niemand ist berechtigt, den Geltungsbereich seiner Worte über sich selbst hinaus auszudehnen. Seien Sie herzlich gegrüßt, und vielen Dank für Ihren wertvollen Kommentar.

Diesen Eintrag kommentieren