Lyriost – Madentiraden

27.04.2005 um 01:05 Uhr

Über das Bloggen

von: Lyriost

Über das Bloggen

Genaugenommen müßte die Überschrift heißen "Über mein Bloggen", denn es gibt so viele Formen und Motivationen des Bloggens, daß man ein Buch darüber schreiben könnte, aber diese Formen interessieren mich im Augenblick nicht und sollen in diesem Beitrag nicht angesprochen werden.

Worum es mir geht, ist meine eigene Motivation und meine idealtypische Vorstellung vom Bloggen. Für mich ist Bloggen eine, wenn nicht die Möglichkeit, mein eigenes Denken zur Disposition zu stellen – und auch meine Gefühle. Und das Ganze zu dem Zweck der Erprobung in der virtuellen Wirklichkeit.

Bei der Wahl der Freunde sind wir geneigt, uns eher den Menschen zuzuwenden, mit denen uns möglichst vieles verbindet, und wir wählen sie dementsprechend aus, sei es nun bewußt oder unbewußt. Wenn wir aber unsern Blog in den Raum stellen, müssen wir mit Widerspruch ebenso rechnen wie mit Häme, Belustigung, Gleichgültigkeit und Unverständnis. Und wir laufen Gefahr, daß uns das ungeschminkt gesagt wird.

Freunde sind normalerweise verständnisvoller als Fremde, so wie wir ihnen gegenüber eher geneigt sind, ein Auge zuzudrücken, wenn sie etwas erzählen, das uns nicht überzeugt. Freunde wollen Freunde bleiben. Auch beim Bloggen können wir solcherart Rücksicht nehmen, aber wir müssen nicht, und auch die andern müssen nicht.

Jeder weiß, daß tiefere Einsichten so manches Mal Folge der Konfrontation mit konträren oder einfach nur abweichenden Ansichten sind, vorausgesetzt, man nimmt sich die Zeit, über Auseinandersetzungen nachzudenken.

Genau das ist es, was mich treibt, hier zu sagen, was ich denke, und mich als lyrisch kreativer Mensch zu zeigen. Ich möchte mich anderen mitteilen, um Resonanz zu erzeugen, die mich in meinem eigenen Denken und Dichten weiterbringt.

Und dasselbe möchte ich auch den andern geben: Resonanz. Und deshalb beteilige ich mich an den Denkvorgängen anderer, deren Denken und verborgenes oder weniger verborgenes Fühlen mich interessiert, berührt, bewegt, ärgerlich macht oder abstößt.

Jeder für sich und gemeinsam kreativ sein: Das ist meine idealtypische Vorstellung vom Bloggen. Ich glaube nicht, daß uns das dümmer macht.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenBernardo schreibt am 30.04.2005 um 11:05 Uhr:@ DHL: daher dank, daß du so intensiv und kreativ hier teilnimmst; woher solle sonst die erkenntnisreiche Auseinandersetzung kommen?
  2. zitierenBernardo schreibt am 30.04.2005 um 11:45 Uhr::-))
  3. zitierenzartgewebt schreibt am 11.01.2007 um 14:02 Uhr:Resonanz wäre sehr begrüßenswert, klar! Nur weißt Lyriost, die Meute ist sehr hungrig, möchte gefüttert werden. Und, wie schon einmal angedeutet, servierst du sehr harte Nüsse, da vergeht dann vielen gleich der Appetit – die meisten sind ja nur „Fast Food“ gewöhnt. Außerdem, wer beißt sich schon gerne die Zähne aus!

    Auch scheuen sich viele davor, das „eigene“ Besteck mitzubringen (du stellst ja keines zur Verfügung!) bzw. die karg scheinende Tafel mit „Selbstgekochtem“ – bzw. kleinen mitgebrachten Gustostücken zu bereichern, aus Angst, es könnte vielleicht nicht munden.
  4. zitierenLyriost schreibt am 11.01.2007 um 15:16 Uhr:Danke für die Resonanz. Für Besteck ist gesorgt. Ein Nußknacker fehlt noch. Wenn ich einen passenden (Jugendstil) finde, liefere ich den nach. Schöne Grüße ;-)

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