Über das Engsehen
Über das Engsehen
Beim Streit darum, ob ein Wort "großgeschriben" wird oder "groß geschriben", sollte man nicht außer acht lassen, daß es bei dem Wort "großgeschrieben" nicht sonderlich gut aussieht und auch nicht den gültigen Regeln und unseren Sehgewohnheiten entspricht, auf das "e" zu verzichten. Neben Zoom und Makro muß bei Sprachwissenschaftlern stets ein Weitwinkelobjektiv zur Hand sein, damit sie über dem Detailproblem nicht das Ganze aus den Augen verlieren. Ob Aufmerksamkeit großgeschrieben oder groß geschrieben wird, ist nicht nur eine Frage der Rechtschreibung, sondern vielmehr und viel mehr eine Charakterfrage.



Ein Wort kann nicht zu Störungen neigen, sondern nur der Benutzer, Abbilder dieses Wortes, doch indem er seine Störungen auf das Wort überträgt, wird dieses Wort nur scheinbar deformiert, genauer nicht das Wort selbst, denn es verändert seine lexikalische Gestalt nicht, sondern nur die graphische Repräsentanz des Graphems, das durch die temporäre Delle in der graphischen Gestalt nicht berührt wird. Das läßt sich natürlich weniger oberflächlich darstellen, aber dann müßten wir uns sprachphilosophisch mit der platonischen Ideenlehre beschäftigen und mit Saussure, doch das wäre zu anstrengend für Fußgänger. Deshalb will ich es dabei bewenden lassen.
Na, gaunz gwiss net.
Meini gschriema Föhla, de kaunst ruhig olle eisaummön.
Nua woaßt eh, do muaßt vo dein hohn Roß obasteign und di drum bucka.
I hoff du bist ma net bes, wei i mi do oafoch so eimisch oba i denk ma, des ist de Hitz.
De Hitz erregt oft gaunz stoak de Gemüta und do is gscheida, ma legt se a Stund (oda zwoa) dauni......
Hiatzt deafst a a wengal locha, waunst mogst wei i denk ma, du siagst des ois a net so eng - oda?
....und glaub mas, im Dialekt z`schreim is net leicht, na wirkli net. Kaunst as jo amoi vasuacha - wiast segn, do wiads voa Föhla nua so wümmön.
Oba du sprichst woahrscheinli net amoi an Dialekt - Hauptsoch im \"Saussurischn\" kennst de aus...
Nau daun Pfiati und Guadi Nocht... ;-)