Lyriost – Madentiraden

21.07.2006 um 10:01 Uhr

Über das Engsehen

von: Lyriost

Über das Engsehen

Beim Streit darum, ob ein Wort "großgeschriben" wird oder "groß geschriben", sollte man nicht außer acht lassen, daß es bei dem Wort "großgeschrieben" nicht sonderlich gut aussieht und auch nicht den gültigen Regeln und unseren Sehgewohnheiten entspricht, auf das "e" zu verzichten. Neben Zoom und Makro muß bei Sprachwissenschaftlern stets ein Weitwinkelobjektiv zur Hand sein, damit sie über dem Detailproblem nicht das Ganze aus den Augen verlieren. Ob Aufmerksamkeit großgeschrieben oder groß geschrieben wird, ist nicht nur eine Frage der Rechtschreibung, sondern vielmehr und viel mehr eine Charakterfrage.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenerphschwester schreibt am 21.07.2006 um 10:13 Uhr:... gleiches gilt bei der Legasthenie. ;)
  2. zitierenLyriost schreibt am 21.07.2006 um 10:18 Uhr:Aber Legasthenie ist doch keine Charakterfrage!
  3. zitierenerphschwester schreibt am 21.07.2006 um 10:20 Uhr:... aber ein für rechtschreibfehler anfälliges wort. :))
  4. zitierenLyriost schreibt am 21.07.2006 um 10:32 Uhr:Manche denken, nur Legastheniker schrieben dieses Wort falsch. Dabei sind Legastheniker meist so klug, dieses Wort nicht zu benutzen. ;-)
  5. zitierenLyriost schreibt am 21.07.2006 um 18:42 Uhr:Nun habe ich doch, ohne es zu merken, tatsächlich dreimal das Wort \"Legastheniker\" richtig geschrieben, wie das so meine Art ist. Sehr enttäuscht? Und erst jetzt, da ich im Sattel meines prächtigen Pferdes sitze, habe ich bemerkt, daß du \"anfälliges Wort\" schreibst. Wie aber kann ein Wort anfällig sein für Fehlschreibung? Ein Schreiber kann aus Gründen geistigen Mangels oder wegen Uninformiertheit anfällig sein für Fehlschreibungen. Aber ein Wort?



    Ein Wort kann nicht zu Störungen neigen, sondern nur der Benutzer, Abbilder dieses Wortes, doch indem er seine Störungen auf das Wort überträgt, wird dieses Wort nur scheinbar deformiert, genauer nicht das Wort selbst, denn es verändert seine lexikalische Gestalt nicht, sondern nur die graphische Repräsentanz des Graphems, das durch die temporäre Delle in der graphischen Gestalt nicht berührt wird. Das läßt sich natürlich weniger oberflächlich darstellen, aber dann müßten wir uns sprachphilosophisch mit der platonischen Ideenlehre beschäftigen und mit Saussure, doch das wäre zu anstrengend für Fußgänger. Deshalb will ich es dabei bewenden lassen.
  6. zitierenzartgewebt schreibt am 21.07.2006 um 22:55 Uhr:Oiso, i siag des ois net so eng.

    Na, gaunz gwiss net.



    Meini gschriema Föhla, de kaunst ruhig olle eisaummön.

    Nua woaßt eh, do muaßt vo dein hohn Roß obasteign und di drum bucka.



    I hoff du bist ma net bes, wei i mi do oafoch so eimisch – oba i denk ma, des ist de Hitz.

    De Hitz erregt oft gaunz stoak de Gemüta und do is gscheida, ma legt se a Stund (oda zwoa) dauni......



    Hiatzt deafst a a wengal locha, waunst mogst – wei i denk ma, du siagst des ois a net so eng - oda?



    ....und glaub mas, im Dialekt z`schreim is net leicht, na wirkli net. Kaunst as jo amoi vasuacha - wiast segn, do wiads voa Föhla nua so wümmön.



    Oba du sprichst woahrscheinli net amoi an Dialekt - Hauptsoch im \"Saussurischn\" kennst de aus...



    Nau daun Pfiati und Guadi Nocht... ;-)



  7. zitierenLyriost schreibt am 22.07.2006 um 08:09 Uhr:Ick versuch et lieba nich, alldieweil det Dialektale eene jesprochne Sprache is, die ihre eijnen Jesetze hat. Schönen Jrus.

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