Lyriost – Madentiraden

15.04.2005 um 18:13 Uhr

Unproduktive Reproduktion

von: Lyriost

Unproduktive Reproduktion

Im Zwang
der Muster
mich sehen
zu sehen
zu fühlen
wie Licht
auf die Netzhaut
drückt.
Die Vielfalt
der Geometrie.
Und immer dieselben
Figuren.

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenBernardo schreibt am 16.04.2005 um 07:53 Uhr:Mittelteil:

    \"wie Licht auf die Netzhaut drückt\" ist wirklich gut gelungen: es zeigt sich mir die Zwanghaftigkeit des Sehens, Teilnehmens ( weil Sehen verarbeiten ). Und in diesem Verarbeiten erkennst du immer dieselben Strukturen, Firguren, Systeme, Vorgehensweisen ...



    Anfang:

    Warum fühlst du das dich Erkennen als Zwang? Das ist mir zu repressiv. Auch ich will wissen, wer ich bin, aus Neugier.



    ich versuche hier mal folgenden ganz neuen Rohtext:



    Formen zum Ich



    erkenntnisbehaftet

    Mut zum Ich

    elementeweiser Abtrag

    zum Kern

    in unendlichen Weiten

    in

    n- dimensionalen Räumen

    Suche

    und

    Vergleich



    erkenntnisbehaftet

    beende Vergleich

    anerkenne

    Einzigartigkeit, wie gelungen auch immer



    erkenntnisbehaftet

    habe Lebenslust

    Goldsucher zu sein
  2. zitierenBernardo schreibt am 16.04.2005 um 08:30 Uhr:Mein Lieber: ich habe einiges weitergelesen. Ich behaupte nicht, in meinem vollständigen Dasein Goldsucher zu sein, manchmal suche ich auch Gold.
  3. zitierenLyriost schreibt am 16.04.2005 um 08:51 Uhr:Du sagst es selbst: \"Zwanghaftigkeit des Sehens\". Was ich als quälend empfinde, ist meine Abhängigkeit von den Sinnesorganen. Ich sehe nicht, was ist, sondern nur den eng begrenzten Teilausschnitt, den die Beschaffenheit der Sinnesorgane zuläßt. Ich würde gern ein bißchen mehr sehen, dann müßte ich nicht so viel in meinem Gehirn mühsam und spekulativ konstruieren. Und vielleicht müßte ich nicht so lange und aufwendig Schutt räumen, um am Ende ein Krümelchen Gold in meinem Sieb zu finden. Und ganz allgemein: Es wäre doch ein anderes Leben, wenn das vorhandene Gold als solches wahrgenommen würde (nicht jeder ist ein Goldsucher). Das würde vielen eine unnötige Dreckwühlerei ersparen, denn so mancher wühlt herum und weiß es nicht mal.
  4. zitierenBernardo schreibt am 16.04.2005 um 09:33 Uhr:Du forderst zu viel von dir. Wir sind leider nur humunculi. Und selbst in dieser Hyper-Weltfunktion sind wir ach so begrenzt in unseren Fähigkeiten. In uns wohnt nicht das Weltwissen. In uns wohnt unser spezifisches Erfahrungswissen, nicht mehr, Ende, jämmerlich, wenn es nicht allgemeine Realität wäre.

    Ich habe aufgehört zu viel Energie in Dinge zu setzen, die ich nicht ändern kann oder meine ändern zu können. Das heißt nicht, ich habe begonnen zu resignieren. Aber ich habe eingesehen, daß es Basics gibt, auf die ich bauen sollte, so lange, wie das Gebäude stabil steht. Sollte ein Element instabil werden, beginne ich neu zu sortieren.



    Ich habe in meinem Kopf ein Bild: ein Haus, das derzeit steht. Was in diesem Haus passiert, das möchte ich mit meiner Frau bestimmen, eingeschlossen sicherlich auch noch meine liebsten Freunde ( weniger als eine Hand voll ).



    Dieses Haus steht auf einem Fundament, meine Lebenseinstellung, eine Summation vieler Elemente, die ich hoffentlich gut verzahnt habe. Ich habe schon erlebt, daß einzelne Elemente dieses Fundamentes zerbröselt sind und sich eine neue Homogenität hatte finden müssen. In dem Falle mußte auch ich Schutt wegräumen und neues Fundamentalgold finden müssen.



    Das, was im Haus stattfindet, ist die lebenspraktische Umsetzung des Fundamentes. Dort suche ich das Gold besonders. Das macht mir persönlich Freude.



    P.S.: Dreckwühlerei kann manchmal richtig Spaß machen!
  5. zitierenBernardo schreibt am 16.04.2005 um 10:16 Uhr:Nein, mein Lieber, das ist das Fundament eine Irren, der überheblich genug ist zu sagen: \"Das ist es jetzt\".



    Ein Professor sagte mal in meinem Studium \"Sie neigen dazu, immer alles zu verkomplizieren. Sie machen Dinge schließlich so kompliziert, daß sie unlösbar werden.\" Ich habe insofern meinen Schluß daraus gezogen, auch mit kleinen Fehleranhaftungen einen Zufriedenheitszwischenstand zu haben. So ist auch das Fundament einzureihen. Ich beginne Homogenitäten zu suchen ( arbeite gerade auf meinem Laptop, da ist mein Lyrikband nicht drauf, sonst dürde ich hier was reinstellen ) und auf der Basis der Homogenitäten nach weiteren Verzahnungen zu suchen, bis schließlich das Fundament einigermaßen belastbar ist. Ich habe niemals gesagt, daß die Raumwinkel 90 Grad sind. Alles mag schief für den Außenbetrachter sein; das ist mir egal. Ich mache mich zum Maßstab meiner Beurteilung.
  6. zitierenBernardo schreibt am 16.04.2005 um 10:18 Uhr:ja, und dieses Haus hat viele Zimmer. Einige sind die eines ganz normalen Hauses oder einer ganz normalen Wohnung.

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