Lyriost – Madentiraden

04.06.2017 um 13:04 Uhr

Unreine Vernunft

von: Lyriost

Unreine Vernunft

Daß wir uns so schwertun, unser Wissen über den Menschen, sei es nun historischer, psychologischer oder philosophischer Provenienz, bei uns selbst, an uns selbst anzuwenden, so frage ich mich, ist das nun ein im Wissen angelegter Mangel oder eher eine Charakterschwäche?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenUnbreakable schreibt am 04.06.2017 um 22:27 Uhr:Das ist anscheinend menschlich, also beides - wobei ich eher ersteres annehme. Die Evolution schreitet ja voran, das Bewusstsein damit auch. Die Hoffnung stirbt zuletzt. ;)
  2. zitierenLyriost schreibt am 05.06.2017 um 09:08 Uhr:Das Bewußtsein schreitet voran? Na ja. Eher im Kreis. *g*
  3. zitierenzartgewebt schreibt am 05.06.2017 um 13:51 Uhr:Was es ist, vermag ich nicht zu beurteilen, Lyriost, aber ich habe derartiges an mir schon manchmal selber erlebt, dass ich anderes gehandelt, anders reagiert habe, nämlich so, dass es eigentlich meiner inneren Überzeugung widerspricht. Ich weiß das natürlich und ich mag es so gar nicht an mir leiden, aber manchmal kann ich einfach nicht anders, denn dieses konträre Verhalten entspringt ja dem gegebenen Moment, und das genau zu unterdrücken fällt mir schwer, denn dann würde ich mich als „unwahr“ empfinden.
    Verschärfend kommt noch hinzu, dass mir das von anderen auch angekreidet wird; es wird mir sofort vorgehalten.

    Was mir generell bei dieser Thematik auffällt, ist, dass viele, die selber im tiefsten Sumpf stecken, anderen ständig vermitteln wollen, wie sie ihr Leben meistern könnten, wenn sie nur …. und sich meist selber (oder ihr Denken …) als der Weisheit letzter Schluss empfinden bzw. sich meist auch an solche „hängen“, die selber im Sumpf stecken.

    ?:-}

  4. zitierenLyriost schreibt am 06.06.2017 um 11:16 Uhr:Ja, liebe zartgewebt, wer mit sich selbst weitgehend im reinen ist, schaut weniger auf andere. Und vice versa.

    Was dich betrifft, so solltest du dich natürlich wie wir alle immer mal wieder fragen, woher genau deine "innere Überzeugung" stammt, gegen die du manchmal verstößt, und ob sie nicht zuwenig elastisch ist für die Vielfalt deiner Beziehungen zur Welt. Was andere davon halten, hat natürlich immer auch mit deren Wunschvorstellungen deine Person betreffend zu tun und sollte deine eigenen Wunschvorstellungen oder Werte nicht übermäßig beeinträchtigen. Solange du mit dir selbst im Einklang bist ...

  5. zitierenzartgewebt schreibt am 07.06.2017 um 10:06 Uhr:Das leuchtet mir ein. Ja. ;-)
  6. zitierenGrafKroete schreibt am 11.06.2017 um 09:40 Uhr:Fascher Ansatz, wer den Glauben zu WISSEN, und mehr ist uns Mdnschen nicht gegeben, als vernünftig deklariert hat den Narren schon gefressen *g*
  7. zitierenLyriost schreibt am 11.06.2017 um 21:06 Uhr:Thema nicht ganz getroffen, mein lieber Graf, denn: Welcher Ansatz ist hier falsch und wessen?

    Unser Wissen über den Menschen mag ja lächerlich gering sein und ist natürlich ausbaufähig, wir wissen wenig, aber wir wissen schon das eine oder andere. Aber warum wenden wir das (wenige), was wir wissen, lieber auf andere an als auf uns selbst. Das war hier die Frage. Nicht wieviel wir wissen und was wir nur zu wissen glauben oder meinen.

    Vernunft oder Vernünftigkeit kommt in diesem Zusammenhang gar nicht vor. Hier geht es doch eher um subjektive Fallen, nicht um abstrakes Denken.
  8. zitierenGrafKroete schreibt am 12.06.2017 um 18:18 Uhr:Nun ja, die Wertung (falsch) möge man mir verzeihen, das war überheblich.

    Der Mensch an sich weiß alles was er wissen muß um zu exsistieren, er braucht nur zu fühlen UND die verlogenen Glaubenssätze, die uns vor die Karren von wem auch immer spannen sollen, vergessen. Wir wurden erzogen um zu dienen, dazu hämmerte man uns die "duale Denkweise" in die Köpfe, aber wozu zwischen Einunddemselben (z.B. Gut und Böse) unterscheiden???

    Der Vernünftige wählt ein Ziel und "erkennt" den Weg dahin indem er das was er sieht, also sinnlich erfasst, also was isterkennt und entsprechend seiner Intuition handelt, oft ist es ein Zickzackkurs, aber immer anders als der "Wissende" annahm. Wissen, so wie wir es verstehen, ist nichts weiter als die mythologische Verknüpfung der Dinge mit dem Denken, ein absolut fehlbahrer Ansatz, geprägt durch Ideologie und Religion. So wurde vermutlich im Laufe der Jahrtausende aus dynamischen Wesen statische, die fast blind sind.
  9. zitierenLyriost schreibt am 12.06.2017 um 19:45 Uhr:Nun ja, es gibt viele Arten, Wissen zu verstehen, und es ist schon ein riesiger Unterschied zwischen dem Verständnis, das Sokrates, Kant oder Nietzsche von dem hatten, was "wir" Wissen nennen, und dem, was Florian Silbereisen, Heiner Lauterbach oder der derzeitige deutsche Innenminister darunter verstehen. Intuition ist sehr wichtig, aber sie allein führt ebenso in die Irre wie ein ausschließlich kognitiver Ansatz. Die duale Denkweise hat übrigens auch etwas mit unserer Hirnstruktur zu tun und unserer Wahrnehmung. Jedes Kind lernt sehr früh den Unterschied zwischen heiß und kalt kennen, wenn es anfängt, seine Umgebung in Gut und Böse einzuteilen, und des Hammers bedarf es dabei nicht, auch wenn er gern geschwungen wird. Wohl ist der Hammer nötig, um unsinnige Dichotomien in Stücke zu hauen, aber das ist eine andere Sache. Man lese etwa "Wie man mit dem Hammer philosophiert".

    Sinnliches erfassen ist ja ganz schön, aber das allein nützt uns gar nichts ohne das ordnende Bewußtsein. Sonst wären wir von der Menge der Daten völlig überfordert. Außerdem: Lies doch bitte mal von Nietzsche "Im Gefängnis". Das findest du in "Morgenröte".
  10. zitierenGrafKroete schreibt am 12.06.2017 um 21:25 Uhr:Ja........ iss komplex die Thematik.

    Danke für den Lesetipp.

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