Lyriost – Madentiraden

21.07.2006 um 10:36 Uhr

Verachtenswert

von: Lyriost

Verachtenswert

Verachtenswert sind Leute, die sich verächtlich über Legastheniker äußern, ohne zu wissen, wie man das Wort "Legastheniker" schreibt. Mehr als eine Unsitte.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenerphschwester schreibt am 21.07.2006 um 13:11 Uhr:an diese stelle paßt dann dieser kleine auszug, auf den ich - unverstanden wie immer! ;) - bereits bei meiner letzten anmerkung aufmerksam machen wollte. nicht, weil ich auf jedem schreibfehler rumreite, sondern weil ich finde, wer sich so explizit über rechtschreibung äußert, sollte sich ihrer selbst befleißigen.



    \"...angeprangerte Neuerungen lagasthenieverdächtiger Kultusbürokraten....\"
  2. zitierenLyriost schreibt am 21.07.2006 um 15:36 Uhr:Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, weshalb du deinen Beitrag an dieser Stelle plazierst und nicht dort, wo er angemessen gewesen wäre, falls er überhaupt angemessen ist. Habe ich mich jemals über deine Rechtschreibung geäußert, an der bei genauer Betrachtung einiges verbesserungswürdig wäre?



    Durchaus möglich, wenn auch wenig wahrscheinlich, daß du, wenn du lange genug suchst, in meinen über achthundert Einträgen bei Blogigo noch einen Tippfehler findest. Vielleicht bist du ja schon auf der Suche. Du wärest nicht die erste. Aber es ist schon merkwürdig, daß es Menschen gibt, die besonders dort nach Fehlern anderer suchen, wo es nur extrem wenige gibt, aber die vielen eigenen und die ihrer Freunde nicht wahrnehmen.



    Niemals habe ich mich abfällig über Legastheniker geäußert, weil ich weiß, daß Dyslexie kein Ausdruck von Faulheit oder Dummheit ist. Wenn ich mich abfällig äußere, dann nur über Menschen, die andern etwas beibringen wollen, was sie selbst nicht beherrschen, weil sie zu dumm oder zu faul sind oder einfach nur zu untalentiert. Und von der Sorte gibt es wahrlich eine Menge.



    Im Laufe der Jahre habe ich im Duden, der sich nun wirklich explizit über die Rechtschreibung äußert und damit eine Menge Geld verdient, viele Fehler gefunden – und nicht nur Tippfehler – , und ich habe die Verantwortlichen, ohne es an die große Glocke zu hängen und (etwa hier im Blog) öffentlich zu machen, informiert. Man hat sich freundlich bei mir bedankt, mir auch mal ein Buch geschenkt, und damit war der Fall erledigt. Was du hier machst, ist etwas anderes.



    Ich verdiene mit dem, was ich hier schreibe, im Gegensatz zum Duden kein Geld, und deshalb hat niemand, der das hier liest, einen Anspruch auf orthographische Perfektion. Ich bin auch kein hochbezahlter Fußballer, der es sich gefallen lassen muß, daß dickbäuchige Biergräber vor dem Fernseher brüllen \"Schon wieder daneben, die Pfeife\". Ich glaube, dieser Vergleich ist nicht so weit hergeholt, wie es auf den ersten Blick scheint.



    Ich habe in meinem Leben noch kein Buch ohne Fehler gesehen, ob nun preiswert oder teuer, ob die Autoren sich explizit mit der Rechtschreibung beschäftigen oder nur implizit. Warum also sollten gerade meine Texte, die es für lau gibt, absolut fehlerfrei sein?



    Und das nächste Mal, wenn du mich zitierst, solltest du auf die Konventionen achten, denn Fehlerfreiheit muß man zuerst von sich selbst verlangen, bevor man sie bei andern einklagt. Und es ist ein gewaltiger Unterschied, ob es sich bei dem Angesprochenen um einen gutbezahlten professoralen Großkritiker der Rechtschreibreform und F.A.Z.-Autor handelt oder um einen ehrenamtlichen Blog-Schreiber.



    Ich selbst neige dazu, mich darüber zu freuen, wenn andere ihre Sache gut machen, wenn einer etwas besonders gut kann. Neidgefühle sind mir fremd, und deshalb würde ich in einem vergleichbaren Fall selbstverständlich die E-Mail-Funktion benutzen, um einem anderen bei einem kleinen Schnitzer Peinlichkeiten zu ersparen. Nein, ich würde nicht, ich tue das so, und einige, die das hier lesen, werden sich daran erinnern.
  3. zitierenLyriost schreibt am 21.07.2006 um 18:59 Uhr:Übrigens: Ich weiß, wie man das Wort \"Legastheniker\" schreibt, und ich muß nicht einmal woanders als in meinem Kopf nachschlagen, um das in Erfahrung zu bringen. Das ist eine praktische Sache und zurückzuführen auf jahrzehntelange Fleißarbeit, ich könnte auch sagen jahrzehntelanges \"Befleißigen\", aber solch ein Schwulstwort gehört nicht zu meinem aktiven Wortschatz. Und nach der Logik meines obigen Eintrages brauchte ich selbst über die Schreibweise des Wortes \"Legastheniker\" nicht einmal Bescheid zu wissen; es gibt also auch von dieser Seite her keinen Grund für berechtigte Kritik.



    Außerdem fällt mir bei genauerer Betrachtung deines Kommentars auf, daß es sich lediglich um formales Gackern handelt, aber ein Ei wurde nicht gelegt.



    Doch ich bin für jeden Kommentar dankbar, sei er auch noch so inhaltsarm, denn gedankliche Leere oder Armseligkeit beflügelt meine Kreativität manchmal mehr als ein brillantes Aperçu.



    Ein singulärer Tippfehler auf einem Blog wird erwähnt und diskutiert. Ein singuläres Ereignis, aber ein Zeichen von Qualität, jedenfalls für den, der in der Lage ist, das wahrzunehmen.




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