Lyriost – Madentiraden

24.03.2005 um 11:32 Uhr

Verfilmte Gedichte

von: Lyriost

Anregung

"Die Krise der Lyrik hängt auch damit zusammen, daß man sie nicht verfilmen kann", sagt Peter Rühmkorf. Das klingt erst mal plausibel, aber bei genauerer Betrachtung umschwirren immer mehr Fragezeichen den kriselnden Lyrikkopf.

Abgesehen davon, daß Lyrik schon immer in der Krise ist, weil sie, wenn sie gut ist, existentielle Krisen dokumentiert (wer will das schon so genau ungenau wissen) und mit ihren Mitteln zwar nicht löst, aber doch mildert, ist es nicht in Wahrheit so, daß die Leser in einer Krise sind, weil sie sich durch medial vermittelte, leicht zugängliche, leicht zu konsumierende Literaturfilmkost nicht nur aus Hollywood zu Fastfood-Bildessern entwickelt haben?

Wer sagt denn, daß man Lyrik nicht verfilmen kann? Kann man das wirklich nicht? Ich kann mir gut vorstellen, zwischen all den karibischen Trinkgenüssen
und anderen lifestyleprägenden Bildzaubereien vor dem Hauptfilm im Kino ein visualisiertes Gedicht zu sehen, vielleicht gar als verstörendes oder einfühlsames Entree zum Spielfilm. Wie wäre es? Warum nicht mal was Neues im Kino?
 


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