Lyriost – Madentiraden

28.05.2010 um 10:22 Uhr

Verstummen

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Verstummen

Ich wasche magre Wörter
im Speichel müder Tage
sie bröckeln manchmal
brechen durch
im Mund wie alte Honigwaben
und ich verschluck
mich dran und spuck sie
aus wie Rotz.

Und dann ist
Ruh.
Die Vögelein schweigen im Walde.
Und nur ein Baum
knarrt leis im Wind
ein Wort.

Die Steine schweigen
und alle Sterne knien nieder.
Ohnmacht beginnt.
Die Nacht geht
nicht mehr
fort.

 

Musikalisch ausgedrückt

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLyriost schreibt am 28.05.2010 um 11:14 Uhr:Die Geschichte wiederholt sich. Gehen im Kreis.
  2. zitierenGretchen schreibt am 28.05.2010 um 12:12 Uhr:Hallo, Lyriost. Dachte mir, schaust einmal bei Lyriost vorbei.
    Bedeutet "magre Wörter" vielleicht soviel wie "Illusionen", die sich uns mit einem Zauberstab ins Wort setzen?

    Wie geht's Dir?

    Liebe Grüße
    Gretchen
  3. zitierenLyriost schreibt am 28.05.2010 um 13:39 Uhr:Liebe Gretchen, danke der Nachfrage. Mit den Illusionen bist du sehr nah dran. Mir geht es so wie im Gedicht beschrieben. Leider. Ich hoffe, dir geht es ein wenig besser.

    Lieben Gruß zurück
    Ly
  4. zitierenzartgewebt schreibt am 28.05.2010 um 13:54 Uhr:Deine Worte, sie sind mir vertraut, berühren mich sehr tief Lyriost, ich verspüre beim Lesen sofort einen dicken Kloß im Hals, bemerke, wie mir die Tränen hochsteigen.
    Sie sind mir vertraut, da ich mich vage erinnere, sie hier schon mal gelesen zu haben,
    auch sind sie mir vertaut, da ich sie nachempfinden kann. Nicht in dem Ausmaß, so wie du es beschreibst, da bei mir in solchen Momenten, die Nacht immer dem Tag gewichen ist, aber
    doch … ich kenne dieses „unsagbare“ Gefühl.

    Alles LIEBE dir
    zartgewebt
  5. zitierenLyriost schreibt am 28.05.2010 um 14:07 Uhr:Danke dir, zartgewebt, für dein nachempfindendes Verständnis, das mir guttut. Ja, ich weiß, das geht vorbei. Ich habe Erfahrung darin. Aber es geht leider nicht dauerhaft vorbei. Ein Gutes hat es aber: Das Leben wird wieder tiefgründiger.

    Liebe Grüße
    Ly
  6. zitierengrenzgaenger schreibt am 28.05.2010 um 20:25 Uhr:pn für dich.
  7. zitierenGretchen schreibt am 28.05.2010 um 22:00 Uhr:Hallo, Lyriost. Danke für Deine Nachfrage und die lieben Grüße.

    Dir alles Gute und schnelle Besserung.

    Angenehme Nanchtruhe
    Gretchen
  8. zitierenmoon-crest schreibt am 29.05.2010 um 13:16 Uhr:Für Lyriost - @Verstummt
    (von jmd. bekannten, der inkognito auftaucht)

    nicht kirre machen lassen
    von den „brauchern“
    tiefe wasser müssen
    still sein - manchmal

    kiesel dürfen sinken
    ausser reichweite
    auf ungeborgener
    schatzkisten meeresgründe

    loslassen – völlig!
    haltlos sinken
    in sternloser hingabe
    an tiefste meerestiefe

    seele, dürstet nach meer
    im feuer mondloser nacht
    fern von li la lustigs und
    wird-schon-alles-wiedern

    sandiger grund hüllt
    ein vergessne worte.
    der welt entrückt
    umschlossen vom meer

    mehr-als-unser
    begrenztes-verstehen-je-
    begreifen-könnte

    meer – MEHR!
  9. zitierenmoon-crest schreibt am 29.05.2010 um 15:49 Uhr:p.s.:

    was ich damit nicht sagen möchte:
    dass das alles egal ist - im gegenteil: ich fühle mit, weil ich es kenne.

    es hilft aber, es als etwas organisches zu begreifen - wie ebbe und flut. es kann nicht immer flut sein.

    und die ebbe ist zu etwas da. gerade bei sensiblen und schöpferischen menschen. weit draussen ist das meer (MEHR) immer da und umfängt einen, im guten sinne.

    ich meinte damit: versuchen, nicht zu hadern, sondern den zustand als etwas betrachten, der ganz tief innen drinn sinn macht - und dann: hingabe daran.

    und dann wird neues auftauchen geschehen, irgenwann.
    vertrauen darauf. das wollte ich eigentlich sagen.

    alles liebe von "moon-crest"
  10. zitierenmoon-crest schreibt am 30.05.2010 um 19:53 Uhr:"Niemand kann den Morgen erreichen,
    ohne den Weg der Nacht zu durchschreiten"

    "Dichtung ist keine Meinung, die man äußert.
    Es ist ein Gesang, der aus einer blutenden Wunde
    oder einem lächelnden Mund erhebt"

    Kahil Gibran
  11. zitierenLyriost schreibt am 31.05.2010 um 10:54 Uhr:Danke, moon-crest (?), für die wundervolle Ermutigung.

    Liebe Grüße
    Lyriost

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