Lyriost – Madentiraden

10.06.2006 um 11:26 Uhr

Zur Pornographie

von: Lyriost

Zur Pornographie

Bei näherer Betrachtung steckt hinter der Ablehnung der Pornographie nichts anderes als Furcht vor dem Leben. Und je größer diese Furcht, um so stärker die Ablehnung. Sie ist der altbekannte Reflex der apollinischen Scheinwelt gegen die dionysische Urgewalt, die von innen an unsere Pforten klopft und Einlaß begehrt.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenerphschwester schreibt am 10.06.2006 um 13:01 Uhr:bei näherer betrachtung sind es weder das leben, noch die urgewalt, die mich an pornografie stören. genau genommen stört mich nicht einmal pornografie. es soll gute geben. dann lass´ ich mich gern auf urgewalten ein.



    was mich stört, sind wichsvorlagen, fern von jeglicher realität, die uns (und unseren kindern) weismachen wollen, unsere eigenen urgewalten seien irgendwie nicht richtig.
  2. zitierenLyriost schreibt am 10.06.2006 um 13:39 Uhr:Wer entscheidet, was gute Pornographie ist und was schlechte? Und was ist Realität und was fern davon? Leben wir nicht in unterschiedlichen Realitäten? Und was ist Schlimmes an Wichsvorlagen? Das Schlimmste daran scheint mir, daß es Menschen gibt, die in so reduzierter Geschlechterbeziehung leben – die häufig Folge von Verteufelung und Reduzierung der Sexualität auf Reproduktion und Liebesergänzung ist –,

    daß sie Wichsvorlagen benötigen.



    Ich glaube nicht, daß Wichsvorlagen irgendwem irgendwas weismachen wollen – und weismachen können, was es in der Realität eines Derartiges rezipierenden Menschen nicht gibt.
  3. zitierenzartgewebt schreibt am 10.06.2006 um 13:43 Uhr:Herr Lyriost, ich hatte so gehofft, sie gewähren uns einmal Einblick in die DACHBODENLUKE!



    Aber nein, eine weitere Leiche wird aus dem KELLERVERLIES gezerrt.

    Gut, Leiche ist wohl zu hart ausgedrückt, denn der Schrei ist ja noch wahrnehmbar. Das Klopfen an der Kellerpforte erschreckt uns - in Folge werden die Ohren fest zugehalten, die Pforte schwer verriegelt! ......ich nehm` immer Ohropax, wenn ich`s pumpern hör` ;-)......



    Ein gewagte Blick durch`s Schlüsselloch vielleicht... uih :-o



    Ob es die Angst vor dem Leben ist?

    Ich glaube nicht.



    Aber diese Urgewalt, die uns zweifelsohne innewohnt, ist irgendwie beschämend - man distanziert sich davon.......verleugnet.



  4. zitierensanftmut schreibt am 10.06.2006 um 16:53 Uhr:gestörte und unausgelebte sexualität

    in einem menschen

    beeinträchtigen sein gesamtes gefühlsleben

    und damit unterschwellig beständig sein alltägliches

    denken und handeln

    daran ist nichts beschämend

    daher rührt die fülle der sexuellen bilder in unserem alltag

    wer seine sexualität in einer bindung

    leben kann ist echt effektiv und hat seine energien für anderes frei -keine störimpulse -keine scham-

    geliebte urgewalt



    ich küss dich zärtlich

    danke für deinen mut

    dein kopf ist kein kellerverlies

    und die eigenen dachböden bergen immer

    spannende bilder genug

    ich liebe dich°*°
  5. zitierenLyriost schreibt am 11.06.2006 um 00:12 Uhr:Liebe Frau Zartgewebt, ich glaube nicht, daß wir uns für irgend etwas schämen müssen, was wir tun, solange wir das Recht auf Selbstbestimmung eines jeden Menschen respektieren. Für unsere Begierden und Phantasien jedoch auf gar keinen Fall, denn sie beeinträchtigen niemanden, außer vielleicht uns selbst. Und die Urgewalt, die uns innewohnt, haben nicht wir geschaffen. Wir schaffen nur moralische Einschränkungen, mit denen wir uns selber quälen, weil wir uns nicht so akzeptieren, wie wir im Innersten sind. Da hat Frau Sanftmut völlig recht. Grüße an alle.
  6. zitierensanftmut schreibt am 11.06.2006 um 01:13 Uhr:ich küss dich zur nacht°*°

    schlaf schön trotz vollmond mein liebster°*°



    ich dank dir für die noch deutlicheren worte

    genauso denke ich auch darüber

    wobei ich glaube,dass akzeptanz ein übungsfeld ist

    ein leben lang°*°

  7. zitierenraadalf schreibt am 12.06.2006 um 12:36 Uhr:Es mag ja einen DER Ablehnung geben doch DIE Gründe sind verschiedene. Weder gut noch schlecht sofern sie sich auf DER DIE Eigene beschränkt, nicht DIE dafür Anderer zu limitieren trachtet.
  8. zitierenLyriost schreibt am 12.06.2006 um 12:51 Uhr:Richtig, Raadalf, doch DER Grund ist älter als die Gründe und er ist ihr Ahne.
  9. zitierenArioso schreibt am 12.06.2006 um 17:52 Uhr:Jenseits aller Moralismen - das Problem beim Konsum effektiver Pornographie besteht offensichtlich darin, dass ihr Konsument eventuell in die Phantasie abdriftet und überzogene Erwartungen an seine realen Sexualpartner entwickelt.
  10. zitierenLyriost schreibt am 12.06.2006 um 22:26 Uhr:
  11. zitierenLyriost schreibt am 12.06.2006 um 22:26 Uhr:@Arioso Gilt dasselbe nicht für jede Durchschnittssoap und die meisten Hollywoodfilme? Und was ist mit den Lifestyle-Magazinen? Ich glaube nicht, daß dieses generelle Problem der möglichen Verwechslung von Phantasie und persönlichen Chancen etwas ist, das pornographiespezifisch ist. Eher im Gegenteil. Sexuelle Phantasien sind sicher leichter zu verwirklichen als der Drang nach besonderen Statussymbolen oder nach einer idealen Liebesbeziehung wie in einem Kitschroman. Die Erwartungen an das eigene Leben sind ohnehin bei den meisten Jüngeren in unserer Kultur überzogen und irreal.

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