Lyriost – Madentiraden

10.12.2014 um 09:43 Uhr

Was ist Glück?

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Was ist Glück?

Willst du wissen, was Glück ist, frage keinen Glücklichen, frage einen Unglücklichen.

Trollfutter

20.05.2014 um 12:42 Uhr

Literatur und Mathematik

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Literatur und Mathematik

Das ist das Gute an der schlechten Literatur wie an der Grundschulmathematik: Man weiß schnell, worauf es hinausläuft.

18.12.2013 um 09:30 Uhr

Tückische Güte

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Tückische Güte

Ich bin so wenig mißgünstig, daß ich manchen andern sogar ihren Mißmut gönne.


18.12.2013 um 09:23 Uhr

Senf und Tube

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Senf und Tube

Ein Vorteil des Älterwerdens ist die Erkenntnis: Immer wieder der gleiche Senf. Nur die Tube ändert sich.

29.11.2013 um 10:24 Uhr

Stören

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Stören

Stören wirkt in jedem Fall belebend, ganz gleich ob man jemanden in seiner Ruhe stört oder in seiner Unruhe.

20.10.2013 um 10:04 Uhr

Diktum

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Diktum

Wenn ein Dogma zum Karneval der Meinungen geht, zieht es sich ein hübsches Kleidchen an und nennt sich Diktum.

24.06.2013 um 14:34 Uhr

Über Stil in der Literatur

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Über Stil in der Literatur

Der schlechteste Stil ist der, der den zu imitieren versucht, der im Augenblick als guter gilt. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob der Abklatsch dem Gros der Leser als solcher auffällt oder nicht, denn auch Leser versuchen gern, die Rolle einzunehmen, die von der Mehrheit ihrer Zeitgenossen als die Verkörperung des guten Lesers betrachtet wird. Stilistisch schlechte Literatur hat demzufolge die besten Leser – und naturgemäß die meisten. Aber auch große Literatur findet nicht selten viele – Käufer.

16.01.2013 um 12:19 Uhr

Sinn-Wahn

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Sinn-Wahn

Der schlimmste Wahnsinn ist der Sinn-Wahn.

05.01.2013 um 14:02 Uhr

Schlecht beraten

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Schlecht beraten

Im allgemeinen nehmen wir die Ratschläge kluger Freunde gern an; wenn sie uns jedoch empfehlen, ihren Rat zu befolgen, reagieren wir ebenso gern mit Bockigkeit.

05.01.2013 um 13:49 Uhr

Bildung und Wissen

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Bildung und Wissen

So wie jede Bildung Teilbildung ist, so ist auch jedes Wissen Teilwissen. Selbst Gott weiß nicht alles. Wozu müßten Katholiken sonst beichten?

20.11.2012 um 09:02 Uhr

Späteste Kunst

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Späteste Kunst

Im Neuigkeitendschungel der Kunst: hinter jedem dritten Baum eine zahnlose Giftschlange.

09.04.2012 um 09:55 Uhr

Prahlen

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen   Stichwörter: Märtyrer, Martyrium, Opfer

 

Prahlen

Man kann es nicht oft genug sagen, und es gibt leider manchen Anlaß zu dieser Aufforderung: Prahlt nicht mit euren Wunden.

08.04.2012 um 20:02 Uhr

Feuereifer

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen   Stichwörter: Autodafé, Kampagne, Kesseltreiben, Wahn

 

Feuereifer

Vor dem Feuer glüht der Eifer. 

08.04.2012 um 17:38 Uhr

Große Ruhe

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Große Ruhe

Nur wer das Leben überwunden hat, hat auch den Tod überwunden. Der Wiederauferstandene ist todgeweiht.

05.04.2012 um 19:07 Uhr

Ohne Groll

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Ohne Groll

Ressentiments sind stets zweischneidige Gebilde, und sie haben gleichermaßen das Potential zur Verletzung des andern wie auch zur Selbstverletzung, besonders dann, wenn es sich um Ressentiments gegenüber vermeintlichen Ressentiments anderer handelt.

Der Außenstehende kann nicht umhin, darüber zu lachen. Ohne Groll. 

 

Handelsblatt

22.03.2012 um 21:10 Uhr

Relevanzbedarf

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Relevanzbedarf

Die Häufigkeit des Wortes Relevanz in der Rede eines Wortklinglers ist der Bedeutung des Redners umgekehrt proportional. Je unwichtiger der Verwender ist oder sich fühlt, um so häufiger wird er dem Relevanten und der Relevanz verbal frönen und ihnen scheinbar seine Reverenz erweisen. Tatsächlich Relevantes wird den meisten jedoch ganz ohne Charakterisierung und Hierarchisierung als solches deutlich.

02.12.2011 um 11:09 Uhr

Selbst-Enttäuschung

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Selbst-Enttäuschung

In den meisten Fällen sind wir selbst verantwortlich für unsere Enttäuschungen: weil wir zugelassen haben, daß wir vorgeführt, getäuscht wurden – entweder von anderen, aber immer auch von uns selbst. Wenn wir das bemerken, sind wir sauer auf uns, und diese Selbst-Enttäuschung ist der schmerzhafteste Teil der Enttäuschung.

23.11.2011 um 15:40 Uhr

Eigenbrötler

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Eigenbrötler

Der wahre Eigenbrötler ist so kauzig, daß er die andern als brotlose Bäcker betrachtet und als brödelnde Fremdbrötler. Ich selbst sehe mich bisweilen eher als Eigenblödler.

08.11.2011 um 14:51 Uhr

Der Gegensatz des Optimismus

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Der Gegensatz des Optimismus

Viele glauben, der Gegensatz des reinen, unverfälschten Optimismus wäre der reine, unverfälschte Pessimismus. Das ist ganz falsch, vielmehr ist Realismus der Gegensatz, denn während der Realist sich nicht vorstellen mag, braucht und kann, in naher oder fernerer Zukunft, also noch in diesem Leben, zum Optimisten zu werden, muß der Pessimist solch eine Wendung für durchaus möglich halten.

03.11.2011 um 01:04 Uhr

Der Wille zur Verzweiflung

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Der Wille zur Verzweiflung

Zu jedem Sein-Wollen gehört Optimismus, auch dem Willen zur Verzweiflung ist die optimistische Vorstellung immanent, er könne irgendwas nützen.