Hallo mal wieder,
Die Tage und Wochen verstreichen und mittlerweile sind es nur noch 7 1/2 Wochen für mich in Japan.
Die Wochenenden waren mal wieder erlebnisreich: vorletztes WE habe ich mit Wolfgang zusammen den Stadtteil Ginza (Tokyo) angeschaut. Dort haben wir u.a. den Sony Showroom besichtigt, wo man alle Neuigkeiten des Weltkonzerns ausprobieren kann. Mit dabei war auch mein zukünftiger Fernseher und Roboterhund Aibo (siehe Bildergallerie). Besonders letzterer war echt witzig, da er berührungssensitiv auf alles von außen reagiert - streicheln, Stöckchen werfen, ansprechen,... wie ein echter Hund.
Zudem waren wir im International Forum von Tokyo - ein sehr großer, moderner, interessanter Glas-/Metallkomplex mit angeschlossenem Konferenz- und Ausstellungszentrum. Dort war gerade auch eine Star Wars Ausstellung, die uns allerdings dann doch zu teuer war.
Zudem waren wir noch im Yamahashowroom, wo ich viele Bilder von wunderschönen Musikinstrumenten schoss. Extra für meine Klarinetten-, Trompeten-, Saxophon- und Posaunenfreunde daheim :-)
Ein interessanter Kaffee-Ausblick bot sich dann aus dem 1. Stock des Doutour-Cafes direkt an der Hauptkreuzung in Ginza. Das ist interessanter als Fernsehen, wenn man dort oben erhaben über den ganzen Autos und wuselnden Fußgängern sitzt und beobachten kann...
Abends sind wir dann noch in die Premiere von Star Wars Episode 3 gegangen. Ja, ihr habt richtig gelesen, der Filmstart war in Japan erst jetzt vor 2 Wochen!
Letzte Woche Donnerstag war ich (auch mit Wolfgang) in Yokohama beim Baseballspiel: Yokohama Baystars gegen Hiroshima Toyo Carp. Es war unser ersten Baseballspiel und wir hatten wenig Erfahrung mit dem Regelwerk. Ich wusste nur die grundlegenden Dinge von meinem Schnuppertraining bei den MadDogs in Öhringen vor einigen Jahren. Daher war mir z.B. durchaus bewusst, dass sich so ein Spiel durchaus ziehen kann und so war es am Ende auch. Es ging 4:30h! Aber trotzdem wars interessant. Vor allem die tolle Athmosphäre im Stadion war faszinierend. Als wir uns in einer Inning-pause Fantrikots besorgten und gleich anzogen, waren die Japaner um uns rum hell begeistert von uns zwei Langnasen (Spitznamen von Europäern und Nordamerikanern). Sie beglückwünschten uns mit Händeschütteln und Schulterklopfen und freuten sich, dass Yokohama zwei neue Fans gewonnen hat! Unsere Nachbaring schenkte uns dann noch je ein Set Minibaseballschläger aus Plasik, um bei den Fangesängen zumindest mitklopfen zu können. Bei jedem Punkt freuten wir uns kollektiv und es wurde untereinander abgeklatscht (high-five)... Nach dem 2. Inning Verlängerung (es muss immer eine Entscheidung fallen) klappte sogar mit dem allerletzten Schlag ein spielentscheidender Homerun für Yokohama! Die Freude war groß und langanhaltend und trug zur schönen Gesamterfahrung bei. Witzig war nur, dass die Fangesänge organisiert wurden von "Animateuren" in den Gängen zwischen dem Puplikum. Diese waren alle gleich angezogen und hatten weiße Handschuhe, so dass man sie von weitem Klatschen sieht. Sie stimmten sich untereinander ab, welcher Fangesang wann kommt und zeigten die verbleibenden Strophen für die Fans mit den Fingern an. Als irgendwie sind sie auch beim feiern schön durchorganisiert und - geplant :-)
Nun am vergangenen WE bin ich Freitags zusammen mit Keisuke und Sven gleich nach der Arbeit eine halbe Stunde südlich zum Strand gefahren. Leider zog sich das Wetter immer mehr zu und bis wir dort waren, herrschte eine dicke Nebelsuppe. Nichtsdestotrotz setzten wir uns in den Sand und bestellten eine Pizza (Lieferung an den Strand) und genossen sie mit einem Bierchen. Als es dämmerte, wurde der Nebel immer dichter und stärker, so dass schon allein davon nass wurde (obwohl es nicht regnete). Wir ließen uns die Laune dennoch nicht verderben, wie die Bilder beweisen... Danach sind wir noch ne Stunde ins Karaoke, wo wir schmerzlich feststellen mussten, dass man immer vorher die Preise checken und nötigenfalls verhandeln sollte...
Samstag war dann das Wetter wieder klar und sonnig, so dass ich zusammen mit Sven und Wolfgang einen Strandtag einlegte. Nach einem erfrischenden Bad im kühlen Pazifik sind wir entlang der Küste zur Wohnung von Matthias (ein Diplomand) gelaufen um von dort aus weiterzufahren zu einem Feuerwerk in Kurihama. Dort war ein riesiger Menschenauflauf am Strand (das Feuerwerk war über dem Meer) mit vielen Ständen etc. Das Feuerwerk selbst ging ca. 1h mit kurzen Pausen für die darunter herfahrende Fähre und war wirklich schön gemacht... Auch diesen Abend ließen wir auf Wunsch von Wolfgang (der am Montag zurückfliegt) noch mit eine Stunde Karaoke ausklingen.
Am Sonntag bin ich zusammen mit Sven und 2 Japanern von Bosch zum Fuji Speedway gefahren (in deren Privatautos). Dort waren mehrere kleine Rennen mit wenigen Zuschauern, so dass man überall (z.B. in die Boxengasse und in jede Kurve der Strecke) hinlaufen konnte. War sehr interessant, wenn auch wieder mal schweißtreibend... Super fand ich auch das Driftrennen auf dem Parkplatz vor der Strecke. Dabei heizen sie mit turbogeladenen Hecktrieblern um einen kleinen Kurs und versuchen in jeder Kurve einen möglichst langen Drift hinzulegen. Der Gummiqualm und die fliegenden Reifenfetzen kann sich ja jeder vorstellen. Die meisten Autos waren schon ein wenig ramponiert, da so ein Rennen selten ohne Feind- oder Bandenberührung über die Bühne geht. War also mal wieder ein richtig schöner Auto- und Rennsonntag mit Benzin im Blut und Gummifetzen im Gesicht :-)))
Montag war dann wieder unerträglich schwül/heiß, so dass ich mich mit (dem bayrischen) Wolfgang in Yokohama erst gegen 17:00 getroffen habe. Wir sind dort durch Minato Mirai (rund um den Landmarktower) getigert, waren beim Autohändler, in Kaufhäusern, am Hafen in einem Park und im Sushirestaurant.
Zum Abschluss habe ich noch eine lustige Anekdote vom WE: Meine Pizzabestellung am Sonntagabend artete in eine Odysey aus... Nachdem der ursprüngliche Liefertermin um eine halbe Stunde überschritten war, telefonierte ich nochmals mit dem Pizzaservice. Leider gestaltete sich das mit wenig japanisch sehr schwierig (wie immer). Am Ende kam raus, dass der Bote meine Adresse nicht fand und schon ewig in meiner Wohngegend rumgurkte. Also bin ich (mit Handy bewaffnet) runter auf die Straße, um ihn abzufangen. Auch das funktioniert nicht, so dass ich ihn erst vorne an der Hauptstraße traf. Mitterweile 1h zu spät entschuldigte er sich 1000mal, kam mit zu meinem Wohnheim, fotografierte es (und die Adresse) mit seinem Handy und meinte, es komme in 10min eine neue Pizza, da die alte jetzt kalt sei. 10min später kam er mit seinem Kollegen auf einem 2. Roller angeheizt und brachten endlich das Ersehnte. Als Entschuldigung war noch eine Falsche Cola dabei und sowohl die neue Pizza als auch der Salat war am Ende gratis wegen der Umstände! Nach weiteren 1000mal Entschuldigen ihrerseits und Vergeben meinerseits zogen sie wieder von Dannen und versicherten, dass die Lieferung das nächste Mal klappt, da ich nun im Adresscomputer des Pizzaservice mit Telefonnr., Name, Adresse und Bild des Hauses aufgenommen sei... War mal wieder ne interessante aber langwierige Erfahrung in Japan :-)
Jetzt ist heute schon wieder Dienstag und Sonntag in einer Woche kommt meine Corina mit ihren Eltern zu Besuch - also nicht mehr lange! Bin mal gespannt, wie es ihnen dann in Japan gefällt... Aber ich denke gut!
Hier ist wie immmer der Link zur Bildergallerie (Geburtstag, Disneyland, Ginza, Baseball, Strand, Fuji Speedway)...
Also bis dann
Euer Peter