Eigentlich ist in den 2 Wochen Ostsee mehr passiert als in einen
Eintrag passt. Ich versuche es trotzdem kompakt wiederzugeben ;).
Meine Hinfahrt gestaltete sich als längste Zugfahrt, die ich je hatte.
Insgesamt war ich 7 Stunden unterwegs, wobei ich einmal ICE und einmal
IC gefahren bin!
In Hannover mußte ich erstmal 30 min. auf meinen Zug warten. Der ICE
brachte mich bis Hamburg Harburg, wo ich wieder 30 min. Aufenthalt
hatte. Der IC in den ich dann stieg war proppenvoll und da ich ja
keinen reservierten Sitzplatz hatte, bin ich bis HH Hauptbahnhof
erstmal stehengeblieben. Dort blieb der Zug 20 min. im Gleis stehen und
ich machte mich auf die Suche nach einem freien Platz. Der Einzige, den
ich finden konnte, befand sich im Raucherabteil.
Mit meiner schweren Tasche, dem Rucksack und der Laptop-Tasche wollte
ich aber nicht weiter durch den engen Zug laufen. Also bin ich sitzen
geblieben und habe das Mitrauchen eben 1 1/2 Stunden ertragen.
Nächster Halt war Bad Kleinen wo ich wiederum 35 min. auf den Zug gewartet habe, der dann in 20. min in Wismar war.
Dort angekommen mußte ich entnervt feststellen, dass der nächste Bus
nach Poel erst in 75 min. fuhr. Wachleiter angerufen, doch der war
schon fast wieder an der DLRG Unterkunft auf Poel. Also habe ich mutig
gewartet.
Der Wachdienst in der ersten Woche war eigentlich ok. Nur das Wetter
war widerlich! Es regnete, stürmte und war bitterkalt. Wenn doch mal
die Sonne rauskam, dann entweder morgens für 4 Stunden oder wenn wir
früher Feierabend machen wollten. Überhaupt habe ich noch nie so viele
"Verrückte" gesehen, die freiwillig bei Wind und miesem Wetter in die
17-18°C kalte Ostsee springen. (Außer Rettungsschwimmern natürlich) Wir
haben uns einfach gedacht, dass die Leute Urlaub am Meer gebucht haben
und dann MUSS man einfach zum Strand und schwimmen gehen.
Wir DLRGler haben eigentlich dann immer nur "Och nööö" gerufen und
iinständig gehofft, dass keiner der Schwimmer irgendwie rausgeholt
werden will. Was für eine Moral! Was für eine Motivation!
Es passierte aber zum Glück wirklich gar nichts in der 1. Woche bis auf
eine schwere Erste Hilfe. Wir haben Abends immer in lustiger Runde
zusammengesessen, einen Invalidenclub aufgemacht (Asthma, kaputte Knie,
kaputter Rücken ---> völlig wachuntaugliche Rettungsschwimmer :-)),
am Strand nach hübschen Typen gesucht (nicht vorhanden!) und
festgestellt, dass RSH in jeder Stunde einmal "Nur ein Wort", ein
Roxette Lied und Bosshorse (heißen die so??) gespielt hat. Nerviger
Sender.
In der 2. Woche wurde das Wetter auch nicht besser, ebenfalls eine
schwere Erste Hilfe. Als Dank bekamen wir einen Topf Gulasch! Unsere 7
großen Wespennester unterm Dach wurden beseitigt (eins davon Handball
groß) und mein Laptop gab den Geist auf! Erst ein Wackelkontakt im
Display, dann schmierte er ab kurz nachdem der Powerknopf gedrückt
wurde, zum Schluß fuhr er gar nicht mehr richtig hoch. Demnach mein 3.
PC von Aldi der ein Montagsmodell ist. (inzwischen meine ich zu wissen,
dass es am Akku liegt, denn unter Netzbetrieb funktioniert das Ding)
An meinem letzten Tag sind wir dann Abends noch schön aufs Schwedenfest
gegangen und gestern wurde ich dann von Poel mit dem Boot abgeholt und
bin nach Grömitz rübergesegelt. Aber dazu später