Musik: beatsteaks
Hat wieder lang genug gedauert und ich könnte mir jetzt ne Entschuldigung ausdenken warum, aber die schliche Wahrheit ist: Ich war zu faul(wieder einmal).
Passiert ist jedenfalls genug um davon zu erzählen…
Ich bin inzwischen umgezogen und wohne jetzt nicht mehr in Ipoh sondern in Lumut. Das liegt etwas westlich von Ipoh, an der Küste. Ich wohne jetzt bei einer Malayischen Familie. Seit heute ist Fastenmonat. Tagsüber wird nicht gekocht. Ich Versuche mich auch ein wenig am fasten. Aber trinken muss ich und nachmittags kann ich mich auch nicht beherrschen und esse etwas Kleines.

Meine neuen Freunde.
Sie strolchen immer ums Haus.
Pulau Redang(Redang Island)
Im April hatten wir einen Trip dorthin. Es soll angeblich zu den zehn schönsten Inseln der Welt gehören, und nachdem ich da war ist es nicht schwer zu glauben. Türkisblaues Wasser, weiße Strände, Palmen… Wir verbrachten unsere Zeit mit Schnorcheln und am Strand. Zwei Tage ließen sich wirklich gut damit auffüllen und wir waren alle traurig wieder zu gehen.

Nummer 1…

…und Nummer 2
Seremban
Seremban ist eine Stadt im Negara Sembilan(mal. „neuntes Land“) südlich von Kuala Lumpur. Ich verbrachte dort zwei Wochen mit einer chinesischen Familie im Rahmen des Short Term Exchange. Mit der Familie kam ich gut zurrecht. Ich wohnte mit Mutter, Vater, Schwester, zwei Brüdern, Oma, Uroma und Indonesischer Maid. Ja, hier werden die alten nicht einfach ins Heim gesteckt.
Die Familie war sehr religiös und so musste ich sonntags mit in die Kirche und ins „Bible Camp“. Meine Gastmutter war Leiterin einer Sonntagsschule dort. Ich konnte nicht wirklich etwas damit anfangen. Ich verbrachte viel Zeit mit einer der Neuankömmlinge aus der Schweiz.
Erwähnenswert wäre Hari Merdeka(der Unabhängigkeits-Tag Malaysias).
Am Vorabend feiert das ganze Land seine Freiheit mit Paraden und Konzerten. Es herrscht Volksfeststimmung und im Fernsehen laufen Spots, die rauskehren, wie toll es doch ist, dass wir uns alle gegenseitig respektieren, auch wenn wir unterschiedlich sind. Etwas geheuchelt, wie ich finde(siehe unten).

Feierlichkeiten am Vorabend.
Am eigentlichen Feiertag gibt es in Putrajaya(der Regierungsstadt) eine große Parade mit allem worauf sie stolz sind: Eliteschulen, Wagen von Universitäten, Polizei, Feuerwehr, Airforce, Army, usw…
Insgesamt marschierten etwas über 30.000 Menschen mit. Vor ein paar Jahren haben sie mal den Weltrekord für die längste Parade gebrochen. Es dauerte Stunden.

Parade mit…

…Universitäten

…und anderen Sachen…

…Nochmal.
Putrajaya macht immer einen etwas Leblosen Eindruck. Ein Metropole der Pompösen Architektur erbaut in den letzten 7(!) Jahren. Das Primeminister-Office erinnert eher an einen Palast.

Das Primeminister-Office in PJ
Wer meint die Amerikaner seien doch schon etwas zu patriotisch, der soll mal hierher kommen. Auch wenn man von den Chinesen und Indern immer viel Unmut über Malaysia hört, sind sie bei solchen Aktivitäten vorne mit dabei und schreien brav „Merdeka!“(mal. „Freiheit“) im Chor mit den anderen und singen die Nationalhymne. Wie hypnotisiert….

Die Hymne ertönt aus den Lautsprechern
und alles bleibt stehen
Sarawak
Der zweite Optional Trip mit AFS, im September.
Sarawak ist ein Bundesstaat Malaysias und liegt auf der Insel Borneo. Es ist durch die Holzwirtschaft der reichste Staat, auch wenn dort insgesamt nur zwei bis drei Million Menschen leben und das, obwohl es fast so groß wie die ganze westmalayische Halbinsel ist.
Die Menschen unterscheiden sich stark von denen auf der Halbinsel.
Es gibt über 20 Ethnische Gruppen und die Prägung durch den Islam ist dort kaum noch zu spüren. Die größte Gruppe sind die Iban mit ca. 700.000. Sie sind zum Teil Christen oder in abgelegenen Regionen Animisten. Aber auch die Christen haben den Glauben an Geister etc nicht abgelegt.
Traditionell leben sie in Longhouses. Das sind, wie der Name schon sagt, in die Länge gezogene Häuser, auf der einen Seite Privaträume, auf der anderen Seite ein großer Wohnraum. In diesen Häusern findet man meist einige Schädel, in Netzen aufgehängt.
Bis in den zweiten Weltkrieg gab es dort noch die Kopfjagd. Es galt als ehre den Kopf eines Feindes zu erbeuten. Die Kolonialherren hatten es natürlich schnellstmöglich verboten, aber im Krieg gegen die Japaner wieder freigegeben.
In Kuching(= mal. „Katze“), der Hauptstadt, sind die Einflüsse noch etwas Englischer als auf der Halbinsel. Ist wohl darauf zurückzuführen, dass es erst später unabhängig wurde. Der Reichtum ist nicht schwer zu sehen. Es ist deutlich gepflegter als in mancher westlichen Stadt. Allerdings sind die Leute hier noch mal entspannter als sie es in Malaysia sowieso schon sind.

Kuching von oben
Zu dem eigentlichen Trip:
Von KLIA gings mit air asia nach Kuching. Flugdauer: 1:51h.
Von dort fuhren wir mit dem Bus weiter zu unserer ersten Unterkunft, ein Holzhaus halb am Strand, halb im Urwald. Als wir ankamen war es Mittag und wir machten uns Sorgen ob wir überhaupt ein Auge zubekommen könnten bei der Hitz. Nachts stellte es sich aber als durchaus erträglich raus. Den Tag verbrachten wir am Strand und mit einer Wanderung durch den Dschungel zu einem kleinen Wasserfall. Bei 100% Luftfeuchtigkeit und über 30° C kein Sonntagsspaziergang.

Der „Wasserfall“
Am nächsten Tag fuhren wir dann zurück nach Kuching zur unserer zweiten Unterkunft. Eine Art Hotel, sehr gemütlich eingerichtet und modern Ausgestattet. Die besten Toiletten, die ich in meinem ganzen Jahr gesehen habe.
Auf dem Weg dorthin machten wir an dem „Cultural Village“ halt. Man konnte die traditionellen Häuser der Einheimischen besichtigen und einen Hauch von deren Lebensstil kennen lernen.

Longhouse von Innen
Am nächsten Tag besuchten wir eine Krokodilfarm.
Die Fütterung hatten wir leider verpasst, also konnten wir nur große, faule Krokodile sehen. Es gab dort Fotos von Krokodilangriffen. Die Biester sind wohl ohne weiteres in der Lage einem ein Bein auszurupfen.

Faule Krokodile
Den Abend verbrachten wir in einer Karaokebar. Karaoke ist in Malaysia sehr beliebt.
Am letzten Tag besichtigten wir auf dem Weg zum Flughafen noch eine Erdwarenfabrik.

Garnicht so einfach…
Zurück in KL nahm ich den Bus nach Hause.
Pangkor Island
Dort war ich letztes Wochenende. War ganz nett, aber es kann mit Redang einfach nicht mithalten. Schön war es trotzdem. Leider war das Wasser beim Schnorcheln etwas trübe und ich bin dann lieber paddeln gegangen. Das war auch gut und ich habe viele Seeotter gesehen.
Ich denke das war’s erstmal. Wenn mir noch was einfällt schreib ich’s (vielleicht)
Gruß
Peter