Neale Donald Walschs Aufbruch in eine trans-christliche Spiritualität 
- Beitrag v. Wolfgang J. Schmidt-Reinecke - 2 -
Netzwerke spiritueller Aufklärung
Die Befreiung von den zwanghaften Gottesvorstellungen vor allem der monotheistischen Religionen ist ein Leitgedanke zum Verständnis von Neales kulturell-spirituellen Initiativen.
Das Problem dem sich die Welt heute gegenübersieht, ist ein spirituelles Problem und es kann nur durch spirituelle Mittel gelöst werden. Neales spezieller Lösungsansatz liegt in der Initiierung eines Netzwerkes von spirituellen Schulen und weltweiten Organisationen. Sie geben Antwort auf die auffordernde Frage: Sollen wir uns - einer nach dem anderen - erheben, und uns einander sachte aufwecken?
Von dieser Erhebung ist das Selbstverständnis etwa des "Humanity´s Teams" getragen, einer von Neale gegründeten und in über 90 Ländern mit mehr als 15.000 Mitgliedern tätigen Gemeinschaft. Die Mitglieder treffen sich regelmässig um einen Entwicklungsrahmen zu schaffen, in dem die Neue Spiritualität weltweit verwirklicht werden kann. Das bedeutet nichts anderes, als Gott in das Leben zurückzuholen. Es gibt einen anderen Weg, Politik zu gestalten, eine andere Weise, Volkswirtschaft zu betreiben, eine andere Art, Religion auszuüben und Ausbildung durchzuführen. Es gibt einen anderen Weg, soziale Interaktionen aller Art zu gestalten - als den bisherigen Weg, der rücksichtslosen Wettbewerb und Konkurrenz als Mittel des Überlebens betrachtet, Gewalt als die Mittel der Kontrolle, Töten als Möglichkeit der Konfliktlösung und den Erwerb von Privilegien für die eine Gruppe durch die gezielte Unterdrückung einer anderen Gruppe erlaubt.
Neale bezeichnet seine Einen-anderen-Weg-suchenden-Organisationen als "spirituelle Bürgerbewegung".
Humanity´s Team-Mitglieder in Deutschland und in anderen Ländern veranstalten öffentliche Aktionen wie
"Freie Umarmungen für Jeden" oder die "Engelsdusche", bei der die Teilnehmer nacheinander durch eine Allee
von liebevollen Umarmungen und Berührungen gehen.
Wie ein Mitglied auf der Website des deutschen Humanity´s Team im Anschluss an ein Treffen in bewegten
Worten kommentierte, löst dieses Gemeinschaftsgefühl und das gemeinsam gesprochene Schaffensbekenntnis -
"Ich habe durch meine Grosse (Göttliche) Kraft erschaffen"- besonders bei denjenigen Tränen der Befreiung
und Erleichterung aus, denen das katholische Schuldbekenntnis noch wie ein Stein auf dem Herzen liegt!
"Schaffensbekenntnis" statt "Schuldbekenntnis" bezieht sich auf eine wichtige Aussage in Neales Gottes-
kommentaren. Ihr zufolge sind unsere Gedanken und Gefühle nicht passive Bewertungs- und Verdammungs-
grundlage für das Jenseits, sondern aktive Werkzeuge zur unmittelbaren Gestaltung unserer Realität.
Veränderung der Welt und des eigenen Lebens
Neale fördert den Aufbau von "Schulen der Neuen Spiritualität".
Zu diesem Zweck werden von seiner "Recreation-Stiftung" Tele-Schulungen, Seminare, Telefonkonferenzen, Newsletter und Materialien für interessierte angehende Lehrer angeboten. Diese in Eigeninitiative
zu errichtenden Schulen oder auch die im Sommer in Neales Heimatstadt Ashland ins Leben gerufene
"Spirituelle Universität" sind jedoch nicht als konventionelle Bildungseinrichtungen zu verstehen.
Wenn man sie vergleichen wollte, könnte man sie als "Volkshochschulen der Neuen Spiritualität" bezeichnen.
Nicht zuletzt um seine Organisationen für ihre jeweiligen Aufgaben mit ausreichenden Mitteln auszustatten, entwickelte Neale einen "Aktionsplan zur Veränderung der Welt". Bestandteil
dessen ist die Gründung einer weltweiten "Gruppe der 1000". Deren Mitglieder verpflichten sich, ein Prozent
ihres Einkommens für die von Neale geplanten Aktionen und Projekte zur Verfügung zu stellen.
Als mindestens ebenso wichtig wie die politischen, sozialen und kulturellen Aktivitäten
rangiert die wechselseitige Unterstützung und Hilfe zur persönlichen Entwicklung innerhalb
der Mitgliederschaft. Neale und sein Mitarbeiterteam bieten zu diesem Zweck neben Neales bisher
15 Büchern vielgestaltige Anleitungsmaterialien wie DVD´s, Newsletters oder die Teilnahme am wöchentlich informierenden "Messenger-Circle" an.
Was erhofft Neale, wie sich die von ihm ausgelöste Bewegung bis zum Jahre 2020 entwickelt hat? Seine Antwort zeugt von grosser Gewissheit: Ich gehe davon aus, dass sie bis dahin enorm gewachsen sein wird
und die Mitgliederschaft in die Hunderttausende und Millionen geht. Diese Menschen werden eine wichtige Rolle spielen in der Transformierung der immer noch vorherrschenden "Ich-zuerst"-Mentalität.
Die Religionen werden zwar weiterhin bestehen, aber nicht mehr mit ihrem traditionellen Wettbewerbscharakter. In Wirtschaft und Politik wie im sozialen und kulturellen Leben werden die Idee und die Erfahrung des universel-
len Einsseins aller Menschen ihre Ausdrucksformen finden.
Ich sehe eine Welle veränderten Denkens und Handelns, die uns vom jahrtausendealten Macht-über-Andere-Streben zu einer Politik der geteilten Machtausübung führt.
Nicht zuletzt nehme ich an, dass sich die Staaten zunehmend zu Föderationen zusammenschliessen.
Europa wird die Vereinigten Staaten darin wohl in den nächsten Jahren überholen.
Neale trägt seine weitreichenden Zukunftsvisionen ruhig und gelassen vor. Die wesentlichen Inhalte bezieht er
aus "gewöhnlich gut informierten Kreisen", das heisst aus seinem persönlichen Kontakt mit Gott.
- wird fortgesetzt -