Gutes Leben - kulturell-kreative Webzeitschrift

29.02.2008 um 17:29 Uhr

Die Aleviten – eine nichtdogmatische Glaubens-Gemeinschaft des Islam

Die Aleviten 
  – eine nichtdogmatische Glaubens-Gemeinschaft des Islam

Im Zusammenhang mit einem Tatort-Krimi – in dem unglücklicherweise ein altes Vorurteil thematisiert wurde – sind sie etwas bekannter geworden:
Die ALEVITEN sind die zweitstärkste Religionsgemeinschaft unter den türkischen Migranten in der Bundesrepublik.

Die Aleviten sind eine freidenkende Form des Islam – Alevitinnen beispielsweise kennen keine Schleier-Pflicht. Viele tragen im Sommer Tops mit Spaghetti-Trägern.  Wegen ihrer Absage an Patriarchalismus und Moschee, wegen der Gemeinschaft von Frauen und Männern bei den religiösen Feiern in dörflichen  »Cem - Häusern
«  in Anatolien werden die Aleviten seit dem Osmanischen Reich in der Türkei verfolgt.

Der 28jährige Generalsekretär der Aleviten in Deutschland Ali Toprak gehörte auf dem evangelischen Kirchentag in Köln zu den Sympathieträgern. Er versteht sich als entschiedener Aufklärer, engagiert sich für die Integration der zugewanderten Türken und ist Abgeordneter der Grünen im Rat der Stadt Recklinghausen.  Ali Toprak nahm für die Aleviten auch auf der Islam-Konferenz teil.

Aus einer Beschreibung:
Die Aleviten bilden in der Türkei nach den sunnitischen Muslimen die größte Religionsgruppe, mit ca. 25% der Bevölkerung. Sie verfahren mit den religiösen Vorschriften liberal … sie interpretieren den Koran mystisch.
Im Zentrum steht der Mensch nicht als der sich unterwerfende Sklave Gottes, sondern als eigenverantwortliches Wesen.
Aleviten bekennen sich zu Humanität und Demokratie. Die Scharia, das islamische Gesetz, lehnen Aleviten ab.
Das ist der wichtigste Unterschied zu den Sunniten.
Aleviten kennen keine Pflichtgebete.  Sie brauchen zum Beten keinen besonderen Raum und keine spezielle Zeit. Jede Alevitin und jeder Alevit betet dann und dort, wo er oder sie will auf eine Art, wie es ihm oder ihr entspricht. Der Koran ist für Aleviten kein Gesetzbuch, sondern die Niederschrift von Offenbarungen, die kritisch gelesen werden dürfen.
Zu anderen Religionen, Glaubensbekenntnissen und Ideologien haben Aleviten ein sehr offenes Verhältnis. Auf eine undogmatische Weise fühlen sie sich der Humanität verpflichtet.  Die Menschenrechte im Allgemeinen sowie die Meinungs- und Religionsfreiheit im speziellen werden von ihnen ausdrücklich bejaht.
Jedem Menschen wird ausdrücklich das Recht auf einen eigenen Glauben zugestanden.
…  In der Lehre der Aleviten sind Frauen und Männer absolut gleichgestellt.
Nach der alevitischen Lehre lebt Gott im Menschen;
äußere, ritualisierte Glaubens- und Gesetzespflichten (wie in Scharia und Sunna dargelegt) sind daher unbedeutend;  das religiöse Leben findet in Gemeinschaftsversammlungen (Cem) statt.

Eine Information - - > 
http://de.wikipedia.org/wiki/Aleviten
Eine Website der Aleviten - - >  http://www.aleviten-buende.de/

29.02.2008 um 16:02 Uhr

Dr. Raymond Moody und die Erforschung des Todes

Dr. Raymond Moody und die Erforschung des Todes  

In neuerer Zeit setzen sich zunehmend Menschen mit der Frage des Todes auseinander –
jenseits der materialistischen Sicht:  "Dann ist alles vorbei"  –   und den klischeehaften Himmel- und Höllenvorstellungen der orthodoxen Religion.
Der weltweit führende Erforscher von Nah- und Scheintoderlebnissen ist Dr. Raymond Moody - Doktor der Psychiatrie und der Philosophie und Autor von bisher 10 Büchern.
Auf einer Konferenz in den USA äußerte er sich zu verschiedenen Themen.

Auf die Frage, was sich nach Erscheinen seines Buches "Leben nach dem Tod" in Bezug auf Erlebnisse an der Todesschwelle verändert hat, sagte Dr. Raymond Moody:

Dr. Moody:  Ich glaube, unsere Grundeinstellung hat sich geändert.  Als ich vor 25 Jahren anfing, waren viele Leute, die Nahtoderlebnisse hatten, sehr deprimiert, weil sie sich ihren Ärzten, Krankenschwestern, Priestern oder einer nahestehenden Person anvertrauten, aber schroff abgewiesen wurden. Heute fühlen sich die Leute freier, sie sprechen über ihre Erlebnisse, obwohl diese zu den tiefsten persönlichen Erfahrungen gehören, die ein Mensch machen kann.

Auf die Frage, warum wir heute auch viel mehr von solchen Erfahrungen hören:

Dr. Moody:  Ich denke, es gibt dafür drei wichtige Voraussetzungen:  Zum einen kommen die Menschen der sogenannten "Baby-Boomer"-Generation (Anmerkung: Damit sind Menschen gemeint, die zwischen 1946 und 1964 geboren sind; dz. sind das ca. 31 % der amerikanischen Bevölkerung) jetzt in ein Alter, wo sie Angehörige verlieren. Diese Generation, zu der auch ich mich sehr hingezogen fühle, ist bekannt dafür, daß sie ein großes Interesse für alternatives und natürliches Heilen hat und auch offen für spirituelle Fragen ist.
Zweitens vollzog sich auch eine weitreichende Änderung in unserer Krankenhaus-Praxis: Wenn Anfang der 70er Jahre – als ich anfing, Medizin zu praktizieren – ein Patient sterben mußte, kamen die Ärzte und Krankenschwestern und führten seine Angehörigen aus dem Zimmer. Heute ermutigt man sie dazu, in diesem abschließenden Augenblick dabei zu sein, während sich Ärzte und Schwestern zurückziehen. Und drittens haben wir jetzt bessere technische Mittel zur Wiederbelebung: Wir können heute wesentlich mehr Leute ins Leben zurückholen als je zuvor.

Welche neuen Erfahrungen habe er seit dem Erscheinen seines Buches "Life After Life" gesammelt?

Dr. Moody: Viele! Die Sterbeforschung hat sich über die ganze Welt explosionsartig verbreitet, und wir konnten sehr erstaunliche Tatsachen entdecken. Zum Beispiel haben Ärzte in Europa und USA herausgefunden, daß kleine Kinder ebenfalls Nahtoderlebnisse haben, die ähnlich denen der Erwachsenen verlaufen. Durch Studien wissen wir auch, daß ungefähr acht Millionen erwachsene Amerikaner solche Erlebnisse hatten. …

Nahtoderfahrungen würden meist als glückhafte Erlebnisse geschildert. Moody wurde darauf angesprochen, ob auch etwas über bedrückende Erfahrungen bekannt sei?

Dr. Moody: Ja, sie kommen vor, und ich glaube, man kann sagen, daß alle Nahtoderlebnisse einen unangenehmen Aspekt in sich tragen, wenn man in seinem Lebensrückblick sieht, was man anderen angetan hat, und wenn man dabei selbst nachfühlen muß, was die anderen gefühlt haben.  Das tut dann weh.  Aber insgesamt ist der Lebensrückblick trotzdem gewinnbringend, weil er zukünftiges Verhalten ändern hilft.  Ich würde sagen, daß sogenannte "höllische Details" in den Berichten eher selten sind.

Eine zentrale Frage : Inwieweit haben sich Menschen verändert, wenn sie aus Todesnähe zurückkehren?

Dr. Moody: Aus psychiatrischer Sicht ist dies der interessanteste Punkt an den Nahtoderlebnissen. Die Veränderungen haben alle dasselbe Muster: Die Leute berichten, daß sich vor allem die Wertigkeit der Dinge verändert. Was immer sie zuvor gesucht haben – Macht, Ruhm, Reichtum –, jetzt konzentrieren sie sich darauf, Nächstenliebe zu lernen.  Das ist es, was ich immer wieder höre – wobei das praktische Umsetzen gar nicht so einfach ist. …

Zum Thema, ob die betreffenden Menschen ihre aus ihrer Grenz-Erfahrung gewonnene Überzeugung für den Rest ihres Lebens beibehalten, antwortete Raimond Moody:

Dr. Moody: Ich untersuche solche Erlebnisse seit 1965 und habe mit Tausenden von Menschen gesprochen, wovon viele meine Freunde geworden sind. Über diese Zeitspanne bis heute sind viele von diesen Freunden gestorben, und es war mir bei vielen möglich, im letzten Stadium ihrer Krankheit dabei zu sein. Und – ja, definitiv, sie treten dem Tod mit absolutem Gleichmut und vertrauensvoll entgegen.

Eine Information über Dr. Raimond Moody - - > 
http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Moody
Leben nach dem Tod. Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung.Eine Leseempfehlung :
  Leben nach dem Tod. Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung
    -  von Raymond A. Moody  (rororo)

Weitere Bücher: 
http://books.google.de/books?as_auth=Raymond+A+Moody&sa=X&oi=print&ct=title&cad=author-navigational&hl=de