Gutes Leben - kulturell-kreative Webzeitschrift

13.12.2007 um 20:58 Uhr

Die Bedrohung des wohlverdienten Ruhestandes

Die Bedrohung des wohlverdienten Ruhestandes   

In ganz Europa wird an der Verlängerung der Lebensarbeitszeit gestrickt - die Konzepte werden unterschiedlich verkauft und durchgesetzt.

"Denn eins ist sicher: die Rente." - Wir erinnern uns an den berühmten Ausspruch von Norbert Blüm, der bis 1998 Arbeitsminister der CDU-Regierung war.
Heute dürfen die Menschen sich allerdings fragen, ob sie noch vor dem Ableben in ihren Genuss kommen dürfen. Nach der Rente mit 67 möchte Wolfgang Schäuble (CDU) das Eintrittsalter weiter anheben …
In Spanien hat die sozialdemokratische Regierung beschlossen, die Menschen "freiwillig" bis 70 arbeiten zu lassen. Doch das müssen sie, wenn sie eine Rente wollen, die minimal den Unterhalt sichern soll.

In Griechenland streiken Bürger gegen eine sog. "Rentenreform" ..  in Frankreich gelang es Sarkozy zunächst,
den Streik auszuhebeln .. ..  
Als "Reformen" bezeichnete Arbeitszeitverlängerungen sind derzeit europaweit in Mode.

Ein Leben nach der Arbeit wurde bislang immer als ein natürlicher und dazugehöriger
Bestandteil des menschlichen Daseins angesehen  -   die Menschen nennen das ihren wohlverdienten Ruhestand.  Eine Zeit, in der Zeit ist - sich Interessen, Hobbys, geistigen Dingen und
allem, was Freude macht ganz zu widmen; sich vielleicht für etwas zu engagieren - und einfach nur zu leben !
Eine gesunde menschliche Gesellschaft sucht die Entwicklung dahin, diese Zeit zunehmend
zu verlängern. Das wäre eine »Existenzweise des Sein's«, wie Erich Fromm es nannte. Es braucht heute Menschen, die in eine andere Richtung denken.

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