Gutes Leben - kulturell-kreative Webzeitschrift

11.06.2007 um 15:32 Uhr

Für den Erhalt der >>Bedrohten Worte<< - Kultur & Gesellschaft

Für den Erhalt der >>Bedrohten Worte<<

In einem Wettbewerb zum Thema «Das bedrohte Wort» wurde von einer international
besetzten Jury >als Schönstes< und erster Gewinner das Wort "Kleinod"ausgewählt –
aus rund 3000 eingesandten Begriffen.

"Das Wort steht für ein auf den ersten Blick unscheinbares Ding, das jedoch einen hohen persönlichen Wert haben kann", sagte der Jury-Sprecher Bodo Mrozek.
"Genauso ist es auch mit manchen Wörtern : Man muss zweimal hinsehen, um ihre Schönheit
oder die persönliche Bedeutung zu entdecken."  Das Wort selbst stammt bereits aus dem Mittelalter,
wo es ursprünglich für eine Verzierung am Ritterhelm stand, später auch für Schmuckstücke und schließlich in übertragenem Sinne für wertvolle Dinge.

Aus den eingesendeten Begriffen wurden zehn Wörter prämiert.
Platz zwei erhält das Adjektiv blümerant, das früher den Zustand eines leichten Unwohlseins bezeichnete und
sich vom französischen «bleu mourant» (sterbendes Blau) herleitet. Die deutsche Sprache verdankt das Wort hugenottischen Einwanderern.  Platz drei belegt das Wort Dreikäsehoch.  Die Jury lobte die Bildhaftigkeit und Heiterkeit des Wortes, das ein kleines Kind bezeichnet.
Unter den prämierten Wörtern sind die Begriffe Labsal , Augenstern, Lichtspielhaus, die Adjektive fernmündlich und hold und das Verb bauchpinseln. Ebenfalls unter den zehn ist das deutsche Wort Schlüpfer. Es sei "ein durch und durch ehrliches Wort", das besser zu dem damit bezeichneten Kleidungsstück passe, als aktuelle Modebegriffe wie Tanga oder Slip - heißt es in der Begründung der Jury.

Initiator der Ausschreibung ist der Berliner Journalist und Autor des zweibändigen Bestsellers «Lexikons der bedrohten Wörter» (Rowohlt Verlag) Bodo Mrozek. Der Wettbewerb sollte auf das Verschwinden von Wörtern aus der Sprache aufmerksam machen, so Mrozek.
Am häufigsten vorgeschlagen wurde das aus dem Englischen stammende Wort Backfisch (für ein halbwüchsiges Mädchen).  Der Wettbewerb wurde als er als kreativer und "nicht ganz bierernster" Umgang mit der deutschen Sprache verstanden.
"Ich freue mich über das Wort Kleinod - weil so Viele so verbissen dem Großod hinterher jagen", meint Narrbert.
Fröhlich

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenNoZi schreibt am 11.06.2007 um 16:00 Uhr:narrbert, da freu ich mich mit, denn das wort ist wirklich liebenswert, denn es trägt die schöne botschaft ins sich, dass es vorallem die kleinen dinge im leben sind, die einen so wunderbar glücklich machen können!

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