Der Weltzukunftsrat
- für eine andere Politik und den Schutz der Erde
Im Mai 2007 wurde von rund 50 renommierten Wissenschaftern, Umwelt-
und Menschenrechtsaktivisten in Hamburg der Weltzukunftsrat gegründet -
mitinitiiert von Jakob von Uexküll, dem Stifter des alternativen Nobelpreises.
Der Rat will als moralische Autorität fungieren und sich weltweit für eine Politik einsetzen, die dem Schutz der Erde Rechnung trägt.
"Vor dem Hintergrund zunehmender globaler Probleme - mit Auswirkungen auf allen Ebenen menschlichen Zusammenlebens - haben Persönlichkeiten aus aller Welt die Gründung des >World Future Councils< als politisch neutrales und unabhängiges Gremium beschlossen –
um unsere fundamentalen Werte als Bürger dieser Erde im Interesse künftiger Generationen zu schützen",
sagte Jakob von Uexküll beim Gründungsakt im Hamburger Rathaus.
Auf die Frage, was der Weltzukunftsrat bewirken soll, sagt er : 
Es gibt zwar immer größere Nischen, in denen sich ein anderes Leben und Wirtschaften entwickelt. Aber global gesehen bewegen wir uns immer noch in die falsche Richtung.
Wir holzen immer noch die Regenwälder ab, obwohl wir wissen, dass wir damit unsere eigene Zukunft zerstören. Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger scheinen Angst zu haben, das zu tun, was notwendig ist. Sie haben vor 30 Jahren die Berichte des Club of Rome über die natürlichen Grenzen des Wachstums lächerlich gemacht, obwohl es jedem klar ist, dass es auf einem endlichen Planeten solche Grenzen des materiellen Wachstums gibt und geben muss.
Statt aber sich darauf einzustellen und zu überlegen, wie man Lebensqualität mit weniger Ressourcen erreichen kann, und statt auf die Klimawissenschaftler zu hören, die auch damals schon auf den Temperaturanstieg hingewiesen haben, hat die ganze westliche Welt Wachstum und Freihandel um jeden Preis zum Programm erhoben.
Die Probleme haben sich dadurch in den vergangenen Jahrzehnten unglaublich verschlimmert.
Jetzt müssen die Politiker zugeben, dass sie 30 Jahre lang gelogen haben, indem sie behauptet haben, die Probleme seien zu meistern, der technische Fortschritt, der Erfindungsreichtum und die freie Marktwirtschaft würden sie schon lösen. Das ist das größte Politikversagen aller Zeiten.
Die Politiker genießen dadurch noch weniger Vertrauen, und je weniger Vertrauen sie haben, desto weniger können sie große Schritte wagen, was wiederum das Misstrauen in sie stärkt. Ein Teufelskreis.
Aber es gibt noch Menschen, die Vertrauen genießen, und wenn man solche Menschen zusammenbringt, dann kann man so etwas wie ein Weltgewissen schaffen. Wir brauchen eine Stimme, die die Interessen der künftigen Generationen vertritt.
Zur Frage, ob es nicht schon genügend Institutionen gäbe, in denen über Zukunftsfragen beraten wird :
Der Weltzukunftsrat will kein Diskussionsforum sein und keine neue NGO.
In ihm sind Parlamentarier, die Zivilgesellschaft, Wissenschaftler und Künstler aus der ganzen Welt vertreten, darunter der bekannteste Sänger Afrikas. So etwas gab es noch nicht.
Im vorkolonialen Indien gab es so genannte Räte der Seher in die Zukunft. So etwas brauchen wir heute auch. Unsere Entscheidungen haben heute so große Auswirkungen auf die Zukunft wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Aber unsere Kinder und Enkel haben keinen Einfluss darauf.
Also brauchen wir ein Gremium, das die Interessen der Zukunft vertritt.
Link zum Weltzukunftsrat - - > http://www.worldfuturecouncil.org/deutsch.html