Gutes Leben - kulturell-kreative Webzeitschrift

26.05.2008 um 21:11 Uhr

"I have a dream" - - Martin Luther King’s Traum von einer Welt gleichberechtigter Menschen

Der Friedensnobelpreisträger Martin Luther King ist ein Mensch, der einen unvergesslichen Beitrag für uns alle und unsere Welt geleistet hat.
  Zu seinem vierzigsten Todestag denken wir an ihn zurück.

    "I have a dream" 
   -  Martin Luther King’s Traum
                von einer Welt gleichberechtigter Menschen

In den 50er und 60er Jahren im zurückliegenden Jahrhundert hatte ein Schwarzer in Amerika einen Traum. Er träumte von einer Welt, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben - unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Religion: Martin Luther King.

Am 28. August 1963 teilte er diesen Traum mit einer Viertel Million Menschen in Washington.
Auf der größten Demonstration aller Zeiten gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit sagte er: "I have a dream, ..."
"Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird."


Mit seinen Worten sprach Martin Luther King unzähligen Schwarzen und freier denkenden Menschen aus der Seele. Denn damals mussten Schwarze im Bus aufstehen, wenn sich ein Weißer auf ihren Platz setzen wollte. Farbige Kinder durften nicht in die gleiche Schule gehen wie weiße und im Kino wurde farbigen Menschen - wenn überhaupt - der schlechteste Platz zugewiesen.
Martin Luther King bereitete den Weg, dass in den USA neue Gesetze eingeführt wurden. Seitdem sind alle US-Amerikaner vor dem Gesetz gleichberechtigt.
Trotzdem sind auch heute noch viele Menschen mit Rassismus konfrontiert.
  Zwar sind vor dem Gesetz alle gleich - aber bis das auch in den Köpfen der Menschen angekommen ist, wird es wohl noch eine ganze Zeit dauern.

Martin Luther King ist einer der großen Wegbereiter für eine menschlichere Zivilisation.
Er ist bis heute der einzige Farbige, der in den Vereinigten Staaten mit einem Nationalfeiertag geehrt wird:
Jährlich feiern die Amerikaner am dritten Montag im Januar den "Martin Luther King Day".

03.07.2007 um 14:58 Uhr

Interview mit Elisabeth Kübler-Ross

Im folgenden die gekürzte Fassung eines Interviews, das der engagierte Journalist
und Autor Franz Alt mit Elisabeth Kübler-Ross anläßlich ihres 75. Geburtstags führte.

Franz Alt
  Interview mit Elisabeth Kübler-Ross    

Franz Alt:  Frau Kübler-Ross, Sie haben immer wieder geschrieben, der Grund unseres Hierseins ist bedingungslose Liebe.  Was ist das?

Elisabeth Kübler-Ross: Das gibt es auf dieser Welt gar nicht.  Das gibt es nur auf der anderen Seite.  Bedingungslose Liebe ist eine Haltung ohne Erwartung. Einfach bedingungslos. Es gibt kein anderes Wort dafür.

Franz Alt:  Können Sie selbst bedingungslos lieben?
Elisabeth Kübler-Ross: Nur bestimmte Leute (lacht!)  Nicht alle - genau das ist das Problem.

Franz Alt:  Sie behaupten, eigene Nahtoderfahrungen zu haben.  Wie sieht es denn im Jenseits aus?
Elisabeth Kübler-Ross:  Ohne eigene Erfahrungen kann man sich das schwer vorstellen.  Da gibt es keine Hoffnung, dass etwas so oder so sein wird. Da gibt es eben nur bedingungslose Liebe. Es ist dort schön, wunderbar und friedlich. Man hat keine Bedürfnisse - nicht einmal auf Zigaretten und Schweizer Schokolade. Sie wissen, was das für mich als Schweizerin heißt - (lacht).

Franz Alt: Sie bezeichnen sich als Schülerin der Sterbenden. Was haben Sie von Sterbenden am meisten gelernt? Sie haben ja Hunderte beim Sterben begleitet.
Elisabeth Kübler-Ross:  Kleine Kinder, Sterbende und Geisteskranke sind die ehrlichsten Menschen.
Diese drei Gruppen sagen immer die Wahrheit. Heuchelei und Unehrlichkeit ekeln mich an. Sterbende aber sind absolut ehrlich.  Deshalb arbeite ich mit ihnen am liebsten.

Franz Alt: Eine Ihrer Botschaften heißt: Lasst uns das Sterben menschlicher gestalten. Was meinen Sie damit?
Elisabeth Kübler-Ross: Da gab es große Fortschritte in den letzten 30 - 40 Jahren. Damals hat man mit den Sterbenden gar nicht über das Sterben geredet. Man hat sie abgeschoben und nicht einmal ausreichend Schmerzmittel gegeben.  Das ist heute anders und besser.

Wer heute übers Sterben sprechen möchte, findet garantiert ein Hospiz.  Alles ist einfacher.
Sie bekommen in jedem Hospital ausreichend Schmerzmittel ohne dabei doof zu werden.  Sie können
in einem Hospiz oder auch zu Hause sterben.  Endlich gibt es eine freie Wahl wie ich heute sterben will.

Franz Alt:  Ein authentisches Leben ist die beste Voraussetzung für ein gutes Sterben, schreiben Sie.
Was ist denn authentisches Leben und was ist gutes Sterben?
Elisabeth Kübler-Ross:  Keine süße vordergründige Höflichkeit, sondern authentisch, so wie man es fühlt,
leben, ehrlich leben! Wer das tut, stirbt entsprechend.  Sie sterben so wie Sie gelebt haben.

Ein Beispiel für Authentizität:  Wenn ich hier in Europa gefragt werde, was ich vom USA-Präsidenten halte,
dann sage ich offen und ehrlich: Er ist ein Arschloch. Ein starkes Wort: Es ist aber eine authentische Aussage.

Franz Alt:  Sie haben mir gesagt, der Tod ist kein Tod, sondern ein Übergang.  Ein Übergang wohin?
Elisabeth Kübler-Ross: So ist es. Der Tod ist ein Übergang in ein anderes Leben. Den Körper lassen Sie zurück, aber das Bewusstsein bleibt und entwickelt sich weiter. Sie sehen alle Menschen wieder, denen Sie in diesem Leben nahestanden. Körperlich haben Sie keine Mühsale mehr. Drüben kann ich auf Berge klettern, tanzen und im Garten arbeiten - (lacht).

Franz Alt:  Tod und Sterben sich noch immer tabuisiert.  Warum ist das so?
Das ist doch schon deshalb überraschend, weil es jeden betrifft.
Elisabeth Kübler-Ross:  Da haben Sie recht.  Das ist doch ein echter Blödsinn.  Man wird so blöd erzogen.
Beim Tod werden noch die Kinder weggeschickt. Das ist einfach lächerlich. Aber es gibt Fortschritte in Richtung Ent-Tabuisierung.

Franz Alt:  Was ist denn Ihre Hoffnung, wenn Sie an die Zukunft der Menschheit denken?
Elisabeth Kübler-Ross:  Dass wir lernen, friedlich zu leben.  Schwarze und Weiße und alle Religionen.
Es ist doch ekelhaft und unchristlich, wenn sich in Irland noch immer Protestanten und Katholiken gegenseitig hassen und umbringen.

Franz Alt:  Ihr großes Verdienst ist, Frau Kübler- Ross, dass Sie weltweit Tod und Sterben zum Thema gemacht
und enttabuisiert haben.  Sind Sie zufrieden mit Ihrem Leben?
Elisabeth Kübler-Ross:  Ja, ich kann mich nicht beklagen.  Die Fortschritte kommen freilich viel zu langsam. Wenn ich das sehe, bin ich sofort wieder ungeduldig. Aber Sie wissen ja: Ich muss Geduld lernen, damit ich endlich in Ruhe sterben kann.

Franz Alt:  Sie haben überhaupt keine Angst vor dem Tod?
Elisabeth Kübler-Ross:  Nein, überhaupt nicht.  Ich lernte schon als kleines Kind beim Tod eines Nachbarn,
dass der Tod die natürlichste Sache der Welt ist.  Der Mann war vom Baum gefallen.  Dieser Nachbar hatte sich
von uns allen würdig verabschiedet - ohne jedes Theater ist er friedlich gestorben.

Franz Alt:  Woher kommt die weitverbreitete Angst vor dem Sterben?
Elisabeth Kübler-Ross:  Das ist hauptsächlich die falsche Erziehung. Wenn in Amerika ein Hund gestorben ist,
kaufen die Eltern oft und ganz rasch einen ähnlich aussehenden neuen Hund. Die Kinder sollen ja nichts merken.
Als ob diese Lüge helfen würde!

Das ist weniger Angst als vielmehr Dummheit und sie wissen ja, gegen Dummheit kämpften Götter selbst
vergebens. Dieses deutsche Sprichwort habe ich nach 40 Jahren USA noch in Erinnerung.  Ich freue mich,
Sie bald in den Po zwicken zu dürfen - (lacht sehr lange!).

Franz Alt:  Ich bin gespannt, ob das klappt und bedanke mich herzlich bei Ihnen.

Das Interview führte Franz Alt mit Elisabeth Kübler-Ross am 16. Juli 2001 in Basel aus Anlass
ihres 75. Geburtstag, den sie mit ihren beiden Trillingsschwestern Eva und Erika feierte.

Quelle : Die Website von Franz Alt - - >
http://www.sonnenseite.com/

22.06.2007 um 16:10 Uhr

Unvergessen - Elisabeth Kübler-Ross

  Unvergessen - Elisabeth Kübler-Ross

Elisabeth Kübler-Ross ist nicht mehr unter uns  -  doch sie wird uns unvergessen bleiben.
Sie war international als Expertin für Sterbebegleitung bekannt und beliebt; und was Sigmund Freud und C.G. Jung für die Psychologie waren, war sie sicherlich für die Sterbeforschung.

Ihr ist zu verdanken, dass weltweit die neuen Erkenntnisse über Sterbende und deren richtige Betreuung an allen medizinischen Ausbildungsstätten gelehrt werden.

Ihr Lebensweg führte sie zu tiefen spirituellen Einsichten;  sie fürchtete den Tod nicht, freute sich sogar auf ihn.
Für sie war er nur ein Übergang.
Sie wollte noch ein "Buch fürs Leben" schreiben - es wurde die Quintessenz ihrer Erfahrungen und Reflexionen :

>Geborgen im Leben - Wege zu einem erfüllten Dasein<, gem. mit David Kessler (Knaur)

In dem Buch "Warum wir hier sind" (Silberschnur) spricht sie über ihre über den Tod hinausgehende Lebensanschauung.
Eine Information über E. Kübler-Ross bei Wikipedia - - > 
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite
Eine informative Website - - > http://www.elisabethkublerross.com/German/index.html