Weiche Ziele
"Ich reite weiche Ziele - das habe ich immer schon getan. Es ist sozusagen mein Steckenpferd, ungeachtet der Tatsache, dass dies als ein drittklassiger Wortwitz aufgefasst werden könnte". LaRousse lächelte und blickte erwartungsvoll zu seinem Kunden auf. Edmund nickte salbungsvoll und kratze sich am Nackenschorf, der fast gänzlich abgetrocknet war. Nur ein kleines bisschen Feuchtigkeit wurde von seinen runzeligen Fingerkuppen ertastet. Ahh, herrlich. Endlich wieder trocken.
LaRousse knöpfte sich die Hose zu und summte "Gimme Gimme Gimme (A Man after Midnight)", allerdings so schlecht, dass Edmund es kaum wiedererkannte. Mit einer fast unmerklich langsamen Handbewegung schüttelte er die letzten Hautpartikel von seinen krummen Fingern - Möwenfedern gleich segelten sie langsam zu Boden und verbanden sich auf dem verwarzten Teppich mit den mannigfaltigsten Elementen, die ihr dunkles Dasein in dieser untersten Raumebene fristeten.
"Ich mache mir nichts aus weißen Leinwänden. Mein Ziel ist die Unterwerfung meines Gegenüber. Willen und Knochen - beides muss gebrochen werden" führte LaRousse seine Sichtweise fort. Edmund musste mal groß, aber das konnte warten. Es war spät. Das Sonnenlicht drang nur träge durch die graumelierten Fensterscheiben.
An den Stellen, an denene das Licht vergleichsweise leichtes Spiel gehabt hätte, in das Haus einzudringen, waren großflächige WindowColor Figuren angebracht. Ein fürchterlicher Reigen spießbürgerlichen Kleinmuts, finsterste Gesellen im Teddybär- und Diddl-Look, ein Strauß tumber Herrlichkeit, eine Geisterbahn ganz besonderer Art - Ja! Gewissermaßen ein Spiegelbild LaRousse'scher Unsäglichkeit. Edmund musterte LaRousse, den alten Kämpen aus der 10b. Er hatte sich sehr zu seinem Nachteil verändert.
Ungerührt der Situation fuhr LaRousse mit seinem Vortrag fort: "WindowColor ist die einzige Kunstform, in der ich mich vollkommen frei bewegen kann." - er taumelte auf Edmund zu: "Edmund, gib Dir einen Ruck! Auch Du kannst monatlich bis zu 10.000 Euro nebenbei verdienen! Ich habe alle Unterlagen hier", mit schweissnassen Fingern händigte LaRousse Edmund eine total verwichste Mappe mit grauenhaft fotografierten Damen mittleren Alters aus und fuhr, ohne mit der Wimper zu zucken, mit seinem Sermon fort: "gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr wirst auch Du in den illustren Kreis der WindowColor Berater aufgenommen!". Edmund wusste nicht weiter und sprang schreiend über Tisch, Bank und diverse Stühle richtig Haustür, dem Sonnenuntergang entgegen.
LaRousse knöpfte sich die Hose zu und summte "Gimme Gimme Gimme (A Man after Midnight)", allerdings so schlecht, dass Edmund es kaum wiedererkannte. Mit einer fast unmerklich langsamen Handbewegung schüttelte er die letzten Hautpartikel von seinen krummen Fingern - Möwenfedern gleich segelten sie langsam zu Boden und verbanden sich auf dem verwarzten Teppich mit den mannigfaltigsten Elementen, die ihr dunkles Dasein in dieser untersten Raumebene fristeten.
"Ich mache mir nichts aus weißen Leinwänden. Mein Ziel ist die Unterwerfung meines Gegenüber. Willen und Knochen - beides muss gebrochen werden" führte LaRousse seine Sichtweise fort. Edmund musste mal groß, aber das konnte warten. Es war spät. Das Sonnenlicht drang nur träge durch die graumelierten Fensterscheiben.
An den Stellen, an denene das Licht vergleichsweise leichtes Spiel gehabt hätte, in das Haus einzudringen, waren großflächige WindowColor Figuren angebracht. Ein fürchterlicher Reigen spießbürgerlichen Kleinmuts, finsterste Gesellen im Teddybär- und Diddl-Look, ein Strauß tumber Herrlichkeit, eine Geisterbahn ganz besonderer Art - Ja! Gewissermaßen ein Spiegelbild LaRousse'scher Unsäglichkeit. Edmund musterte LaRousse, den alten Kämpen aus der 10b. Er hatte sich sehr zu seinem Nachteil verändert.
Ungerührt der Situation fuhr LaRousse mit seinem Vortrag fort: "WindowColor ist die einzige Kunstform, in der ich mich vollkommen frei bewegen kann." - er taumelte auf Edmund zu: "Edmund, gib Dir einen Ruck! Auch Du kannst monatlich bis zu 10.000 Euro nebenbei verdienen! Ich habe alle Unterlagen hier", mit schweissnassen Fingern händigte LaRousse Edmund eine total verwichste Mappe mit grauenhaft fotografierten Damen mittleren Alters aus und fuhr, ohne mit der Wimper zu zucken, mit seinem Sermon fort: "gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr wirst auch Du in den illustren Kreis der WindowColor Berater aufgenommen!". Edmund wusste nicht weiter und sprang schreiend über Tisch, Bank und diverse Stühle richtig Haustür, dem Sonnenuntergang entgegen.
