always on the road

13.07.2005 um 23:19 Uhr

Der Fall Sodautschik

Es war ca. 11:28 als ich die Loggia von Sodautschiks betrat. Sofort stieg in mir eine dunkle Ahnung auf: heute wird es besonders schwer werden. Ich öffnete die von jahrezehntelanger Witterung und schlechter Kunsstoffpflege mürbe und riefig gewordene Fliegengitterschutzverkleidung aus dem Hause Tesa und klopfte gegen die rustikale Holztür, die den Eingangsbereich zu Sodautschiks geheiligte Hallen markierte.

Etwa um 11:29 öffnete Frau Sodautschik die Tür und kurz darauf ihren Mund - der saure Atem der mir entgegenschlug, deutete auf ein ausgewachsenes Sodbrennen durch massiven Alkoholkonsum zu früher Tageszeit hin, so dass ich Schwierigkeiten hatte, mein freundlich süffisantes Lächeln aufrecht zu erhalten. Frau Sodautschik wirke derangiert aber in der Substanz nicht unerotisch. Sie schloss den Mund wieder um sich zu vergewissern, dass der halbzerkaute Zigarillo (Dannemann) noch an der trockenen Unterlippe haftete. Sie musterte mich mit blutunterlaufenen Augen.

Mit einem leichten Hüsteln übertünchte ich diesen heimeligen Moment und schob mit sanfter aber steter Bewegung meinen Fuß zwischen Tür und Rahmen  - ein erster Anfang war gemacht.


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