HeadSpeakerBox

29.11.2005 um 02:52 Uhr

Und nochmal Färöer, kommentarlos:

von: sjAlfur

Jens Martin Knudsen, legendärer Torhüter der färöischen Fußball-Nationalmannschaft, dreifacher Landesmeister im Turnen, Handball-Nationaltorhüter (Saltangará, * 1967)

29.11.2005 um 02:49 Uhr

Niels Erfinden?

von: sjAlfur

Das muss ich dann doch noch nachreichen... Der Wikipedia-Artikel über die Färöer ist sehr interessant. Am Ende ist eine Liste berühmter Persönlichkeiten, und auf der Suche nach zumindest einem Namen, den ich vielleicht kennen könnte, bin ich dann tatsächlich auf einen Medizin-Nobelpreisträger von 1903 gestoßen.

Sein Name: Niels R. Finsen

Und jetzt sprecht diesen Namen so wie er da steht einige Male bedächtig aus und überlegt, wie die Färinger an einen Nobelpreisträger gekommen sind... na?

sjÁlfur

29.11.2005 um 02:36 Uhr

"on a distant shoreline..."

von: sjAlfur

Dank to01 stoße ich immer wieder auf interessante Dinge im Netz, die ich sonst nicht finden würde... oder besser: die ich sonst wohl auch finden würde, die zu suchen ich aber zu faul bin. Aber der hat so viele lustige kleine Links in seiner Seitenleiste, dass mir so schnell nicht langweilig wird.

Das letzte was ich mir dann mal zugelegt habe war der blogcounter. Höchst erfreut bin ich darüber erfahren zu haben, dass ich neben einem Färinger (einem Einwohner der Färöer, ich muss zugeben auch erstmal nachgeschlagen zu haben, wie die "Färörer" korrekt heißen) jetzt auch einen Isländer auf meinem Blog hatte, Dänen waren schon einige da, fehlt noch ein Besucher aus Norwegen und einer aus Schweden, dann habe ich meine heimliche Lieblingsecke der globalen Hemisphäre abgedeckt.

Interessant finde ich aber vor allem, dass die meisten Google-Reisenden mit der Suchanfrage nach der "wick blau werbung" (optional "+eisbär") auf mein Blog stoßen, während nur die Anfrage "sjalfur" (vermutlich war der Isländer darunter... liegt irgendwie nahe...) mehr als einmal kam, steht da mittlerweile ganze 13 mal "wick blau werbung"...

Man ist schockiert, wenn man plötzlich merkt, was das Volk wirklich bewegt!

Auf den Färöer (und nicht Färöer-Inseln, das "Öer" steht bereits für "Inseln") gibt es bei ca. 50.000 Einwohnern einen Ausländeranteil von 2 %. Das dürften dann hochgerechnet etwa 1000 Ausländer sein, davon ca. 400 Isländer, 200 Norweger und 200 Polen. Bleiben noch ca. 200 Ausländer übrig. 2003 waren (nach wikipedia) 15 davon Deutsch. Wären wir ungefähr bei 185 Ausländern. Insgesamt kommen diese aus 77 verschiedenen Ländern der Erde. Island, Norwegen, Polen und Deutschland abgezogen bleiben 73...

185 geteilt durch 73... scheint jedes Land durchschnittlich mit einem Paar bis Kleinfamilie mit einem Kind vertreten zu sein. Betrachtet man die Färöer nun als großzügige Gastgeber, kommen die Inseln doch dem Bild einer internationalen Kommune schon ziemlich nahe, oder?

Faszinierende Zahlenspiele...

sjÁlfur


PS:
"on a distant shoreline
she waves her arms to me
like all the thought police
are closing in for sleep"
             - "porcelina of the vast oceans" the smashing pumpkins

29.11.2005 um 01:14 Uhr

Slogan

von: sjAlfur

"Be young, have fun, taste sjÁlfur."

...try it yourself!

(Dank an GE.)

sjÁlfur

27.11.2005 um 03:34 Uhr

Thru the Eyes of Ruby

von: sjAlfur

Das Interface zur digitalen Welt, fragiler Arbeitsplatz, stromschluckender Standard unserer Gesellschaft. Der Computer schnurrt neben mir im Regal, geradeaus die Tastatur, rechts die Funkmaus, optisch natürlich, hinter der Tastatur der Monitor und die PC-Boxen, rechts im Regal neben Drucker, Scanner, Modem und Splitter stehen und liegen wild verstreut der Cellobogen, eine viertelvolle Flasche Medley's Kentucky Bourbon, ein Dose Cavendish & Harvey Caipirinha-Bonbons, Ebow, Bottleneck, Kolophonium, ein wilder Haufen Kabel, Mikro, Aufnahmegerät, Adapter und das SAE-Schlüsselband, das es zur Anmeldung geschenkt gab, und das ich höchstens mal dann verwenden werde, wenn mir einfällt, wie ich ein Instrument draus basteln kann.

Der Blick schwenkt zur anderen Seite. Ein Fass schwarze Tinte, die kleine Findus-Dose für die Placks, die mir meine Geschwister mal geschenkt haben, Stimmgerät und Autoradioblende, die aus Diebstahlschutzgründen nicht im Auto bleibt, vier Sigur Rós Live-CDs aus der eBay-Raritäten-Kiste, Takk... von eben jener Band, Mellon Collie and the Infinite Sadness und Adore fliegen hier auch noch rum, ebenso meine Neuerwerbungen Madita und das Deine Lakaien Sonderangebot Dark Star und 3nd Star zusammen, leere Batterien, eine Menge Stifte, ein Würfel und ein Edding in trauter Zweisamkeit, die Adobe Photoshop-CD, die ich Montag mit zur SAE nehmen muss (nicht vergessen!), der Cola light Stipendienpass ("Studenten: Trinkt euch reich!"... keine Ahnung, was das soll, ist erstens nicht von mir und zweitens bin ich mir sicher, dass es "trinkt UNS reich" heißen müsste...), zwei MVV-Streifenkarten für 10 Euro das Stück, die schon für die letzten Fahrten zur SAE draufgegangen sind und bei meinem ersten längeren Aufenthalt in München vor sechs Jahren noch 10 DM gekostet haben, und... ein großer Stapel mit allen möglichen mehr oder weniger wichtigen Unterlagen, Notizen und Heften.

Neben diversen Calvin & Hobbes Bänden (zwecks Einscannen) und den Arcor-Vertragsunterlagen (wegen dem dann doch selbst behobenen Verbindungsproblem) finden sich hier tausende an unleserlichen und ungeheuer wichtigen aber selten noch brauchbaren Notizen zu meinen Aufnahmen und Liedern an, zwei Visions, eine PC Welt, ein ADAC-Heft...

Tiefer schürfen will ich da nicht, das würde bedeuten, dass das fragile Gebilde meines wohl strukturierten Chaos' in sich zusammen fallen würde. Das heißt wiederum, ich würde wohl oder übel akribisch aufräumen (das ganze Zeug neu und etwas stabiler stapeln), dann findet sich nichts mehr an, was man braucht, ich schmeiße unleserliche Notizen, die selten aus mehr als aus ein paar Ziffern (in der Regel Tabulatoren... es sei denn es stehen Bemerkungen wie "EQ", "EffMix", "Gain", "Handy-Nr." oder "Uhr" dabei...) bestehen weg und brauche sie genau dann, wenn der Müll unten in der Tonne gelandet ist...

Nee, nee, Ordnung ist die Misere des zivilisierten Menschen, ein geradezu neurotisch verfolgter Zustand, über den wir uns endlich klar werden müssen, dass wir ihn nie erreichen werden. Ich schon gleich gar nicht, das ist völlig klar. Andererseits liegt Ordnung auch im Auge des Betrachters, und wirklich alles, was hier auf dem Schreibtisch und den angrenzenden Regalbrettern liegt gehört auch zum Umfeld des Arbeitsplatzes. Das ist dann quasi diese tolle Methode aus den Lernseminaren, "Clustering" oder "Mind-Mapping" oder so, nur eben in die Praxis umgesetzt. Ich schreibe nicht Begriffe in Kreise und freue mich, dass es Leute gibt, die wirklich glauben, das würde weiterhelfen, ich ordne aus dem ganz normalen Alltagsgebrauch die Gegenstände rein mikro-geografisch so an, dass sie eine Art Mindmap ergeben. So wie Homer in der einen Simpsonsfolge einen Teleporter nutzte, um das Sofa direktmit dem Kühlschrank zu verbinden. Nur dass ich keinen Teleporter habe, selten auf dem Sofa fernsehe und kein Teleporter dieser Welt unseren kleinformatigen Kühlschrank finden würde.

Und wie sieht dein Kosmos aus?

sjÁlfur

26.11.2005 um 01:26 Uhr

jarðarkyrrðin - Epilog

von: sjAlfur

Hier hatte ich etwas zu einem Text geschrieben. Den Text gibt es jetzt online als ZIP-Archiv, aufgeteilt in zwei PDFs, das erste ist noch schön designt, das Design im Wordformat habe ich durch den Festplattencrash im Frühjahr leider verloren, daher gibt es den zweiten Teil ohne Design als eigene Datei, natürlich habe ich auch den zur besseren Lesbarkeit auf zwei DIN-A-5-Seiten pro DIN-A-4-Seite (fürs Ausdrucken) aufgeteilt.

sjÁlfur

26.11.2005 um 01:01 Uhr

Die Sache mit dem W33D...

von: sjAlfur

Eine weitere, sehr viel ältere Anekdote aus der Symbolsofa-Reihe. Einige Zeit bevor solche Erlebnisse geschehen sind, standen sie Symbolsofas noch als reguläre Wohnzimmersofas im Wohnzimmer. Es war Herbst 1998, genauer gesagt: die Herbstferien. Die letzte Schulwoche vor den Ferien und die erste Woche der Ferien war ich in Italien, Schüleraustausch. Meine Eltern und Geschwister waren beide Ferienwochen auf Gran Canaria (einem Urlaubsort, der nie mein Urlaubsort werden wird...).
Was folgert man daraus? Eine Woche sturmfrei, ich war fast 17 Jahre alt und zu dieser Zeit bestimmten einige grundlegende Faktoren mein Leben. Neben exzessivem Smashing Pumpkins-Konsum, waren wir damals zumindest mit einem Bein auf der Dark Wave-Welle, zudem war Alkohol permanenter Bestandteil meines Blutkreislaufs und geraucht wurde viel und gerne, Tabak nur in Prozentanteilen (da mein Blog nicht anonym ist, will ich mal nicht konkreter werden).
Da niemand zu Hause war, bestand auch kein Grund, den Keller als Rückzugsraum zu suchen, zudem dort logischerweise noch keine Sofas standen. Diese standen - wie erwähnt - im Wohnzimmer. Am ersten Abend nach dem Austausch waren nur einige der anderen Austauschreisenden und ein Teil der Clique da, es wurde aber Abend für Abend mehr.
Vieles davon ist gängiger WirwarenjungundhabenPartygemachtbiskeinermehraufrechtstand-Kram, meistens endete es in einem Meer aus leeren Flaschen, zerrissenen Beck's-Etiketten, herumliegenden Leuten und schlechter Luft durch übertriebenen Einsatz von Räucherstäbchen und Kerzen. Und natürlich der nächtlichen Portion "Deine Lakaien" (von denen es jetzt übrigens die alten Alben mit zusätzlicher EP/Single zum Preis von einer CD gibt... aber das nur nebenbei...).
Am Tag bevor meine Familie wieder kam wurde logischerweise alles wieder wohnlich hergerichtet, wobei ich mich - wie immer - verflucht habe, nicht zwischendrin schonmal einige Dinge aufzuräumen... naja...
Einige Tage darauf war meine Mutter im Wohnzimmer am Staubsaugen. Und sie saugte unter den Symbolsofas (die damals noch eine ganz normale Polstergarnitur waren). Sie bat mich, die Sofas anzuheben, damit sie darunter saugen konnte. Den Wunsch konnte ich ihr natürlich nicht abschlagen und hob das Sofa gaaaaanz laaangsam an...
"Was ist das denn?"... so oder so ähnlich kam ihre Frage, als einige verlassen anmutenden Krümel gepressten $%/$% unter dem Sofa zum Vorschein kamen, die Relikte der zurückliegenden Ferien. Flashback-artig schossen mir Szenen durch den Kopf, irgendwo im Nebel zwischen Whiskey und Räucherstäbchen einem Freund (aus Diskretionsgründen #201529119 genannt) beim Drehen zugesehen zu haben, als er halb unterm Wohnzimmertisch vergraben sein Zeuch mit unkoordinierten Bewegungen in der Gegend verteilte.

Ich erzählte dann etwas von Tee, den wir ausprobiert hatten (was stimmte... wir haben allemöglichen Varianten grünen Tees durchgetestet in der Zeit), und der irgendwie wohl unter das Sofa gekommen war, wo ich dann wohl vergessen haben musste zu saugen (was nicht stimmte... unter Sofas zu saugen habe ich immer wieder gerne vergessen, es sei denn, die Chipsreste knirschten schon zu auffällig beim verrücken [natürlich nur nachher im Keller, im Wohnzimmer meiner Eltern wäre das nie passiert..]).
Ich frage mich bis heute, ob meine Mutter mir das abgenommen hat, wobei es jetzt aber auch kaum noch interessieren dürfte... das war so ziemlich der Anfang einer vertrauensvoll heimlichen Beziehung zwischen mir und dem Symbolsofa...

sjÁlfur

25.11.2005 um 17:58 Uhr

Finding Neverleck

von: sjAlfur

17 Stunden ohne Internet! Und das obwohl der Rechner direkt vor mir stand. So grausam kann das Leben sein...

In unserer Wohnung haben wir (wie ind en meisten anderen Wohnungen auch) eine Telefonbuchse. Damit kann man so lustige Sachen machen, wie ein Telefon anschließen, einen Splitter anschließen oder den Finger reinstecken und abwarten, was passiert.

Ich habe mich für die Variante mit dem Splitter entschieden. Dummerweise ist diese Telefonbuchse am Ende eines kleinen Trennmauervorsprungs im Eingangsflur, wo sinnigerweise niemand ein Telefon aufstellen kann. Selbst wenn man wollen würde, es ist nicht machbar, ohne dass das Telefon direkt vor der Eingangstür oder vor der Küchentür steht. Nicht. Machbar.

Aber da ich ja insgeheim schon immer Improvisationskünstler werden wollte, besorgte ich mir eine Telefonverlängerungsschnur. Bei Plus gab es so eine als Kabeltrommel, 15 m (die auch bis auf ca. 10 cm voll genutzt werden...). Die kostete 5 Euro. Ungefähr.

Ich habe diese Verlängerung über sämtliche Türrahmen, hinter Regalen und durch eine Tür verlegt. Das war aufwändig, aber es sah gut aus. Gestern Nacht ist es dann passiert. Die Kabeltrommel, die in den letzten knapp drei Jahren schon einige Male mit Wackelkontakten für Aufsehen sorgte, schied aus dieser Welt.

Ich dachte natürlich, ich könne wie üblich den Schaden durch Wackeln an diesem Verlängerungskabel beheben. Fast eine geschlagene Stunde bin ich also unter Regale, über Türrahmen und unter Tischen entlanggekrochen und habe nach dem verdammten Leck gesucht.

Gegen vier Uhr morgens dann die Resignation. Das Kabel ist verloren! Ich ging schlafen...

...und stand erst gegen Mittag wieder auf. Nachdem ich dann verschiedene Versuche mit der dämlich platzierten Telefonbuchse und dem Splitter gemacht habe, um sicher zu sein, dass es tatsächlich an der Verlängerung lag, bin ich zu Saturn gefahren und habe für 24 Euro (!!!) ein neues 15 m Kabel gekauft.

Das Internet und das Telefon funktionieren jetzt wieder, und heute Abend wird mir garantiert nicht langweilig, denn das alte Kabel will hinter sämtlichen Regalen und Abdeckleisten hervorgezogen und das neue hinter eben diese verlegt werden.

Scheiße.

sjÁlfur


PS: Sorry für den dämlichen Beitragstitel, aber er passt zur Situation ausgezeichnet...

24.11.2005 um 02:10 Uhr

jarðarkyrrðin

von: sjAlfur

Ich schreibe hin und wieder. Nicht an meinen Blogs, bzw. nicht nur. Viel länger schreibe ich schon Geschichten. Nicht weil ich damit ein Ziel oder ein Ergebnis verfolgen würde, das würde zumindest etwas Planung erfordern, sondern als Zeitvertreib, wenn mir langweilig ist. Folglich kam das in den zurückliegenden Monaten eher selten vor, ich hatte genug andere Dinge im Kopf. Aber an einem Abend wie diesem, an dem man den Kopf nicht mehr frei für die Musik hat, das Lautstärkekontingent für Gesangsaufnahmen nicht mehr ausreicht um die Uhrzeit, das Fernsehprogramm wie üblich kaum etwas hergibt, der Computer sich beharrlich weigert, Computerspiele die Hardwarebeschleunigung benötigen länger als zehn Minuten ohne Absturz laufen zu lassen und die Ruhe zum Schlafen gehen noch nicht da ist, da wünsche ich mir das Schreiben wieder...

An etwas zu schreiben ist für mich vermutlich das entspannendste, was es gibt. Lesen ist nicht gut, ich kann kaum zwei Seiten lesen ohne mit meinen Gedanken in eigene Geschichten abzuschweifen, Musik hören ist für mich nie Entspannung, Laufen gehen ist momentan eher Essig, Autofahren wäre eine Alternative, aber in der Stadt nicht wirklich toll, zudem muss ich vorher mal die Winterreifen überziehen... Ich werde unruhig und schlecht gelaunt, wenn ich nicht mit etwas beschäftigt bin, was mich in meinen Augen irgendwie weiter bringt (auch wenn das - wissentlich - meistens nur Illusion ist).

Schreibe ist da gut. Ich texte vor mich hin, habe keine wirklichen Grenzen und am Ende habe ich Seiten produziert. Wofür? Keine Ahnung, ist egal, Hauptsache es ist etwas da. So sind an einer Geschichte, an der ich immer mal wieder geschrieben habe bis zum letzten Juni gut 450 Seiten entstanden. Ich habe mir als Genre das ausgewählt, was für so etwas am geeignetesten ist: Fantasy. Keine Recherchen, wenn man was nicht weiß, wird's erfunden, und wenn man keine Lösung sieht, murmelt das Unterbewusstsein "deus ex machina"... Natürlich habe ich spätestens nach den ersten 100 Seiten eine Menge Organisation betrieben und richtige Strukturen reingebracht, das geht bei der Länge auch nicht anders, vor allem nicht bei an die 20 Hauptcharakteren. (Grammatik?)

Ich will da jetzt mal weiter schreiben, muss mich aber vorher mal einlesen, da gibt es eine Menge zu beachten. Aber ich werde das machen. Ganz sicher. Im letzten Mai hatte ich schon einmal fast 6 Monate Pause seit dem letzten geschriebenen Wort, dann habe ich mich in die Geschichte eingelesen und gut 100 weitere Seiten geschrieben. 100 Seiten bis zu den Weihnachtsferien, das wäre cool, dann könnte ich Band 1 schließen.

Es gab mal eine Website dazu, wo der komplette Text als PDF online stand. Ich lade die Seite vielleicht demnächst mal wieder hoch, nicht dass es wirklich jemand lesen wird, aber es gibt mir die Illusion es sei für irgendwen interessant. Die Geschichte hat natürlich alle Fantasy-Klischees, allerdings konnte ich diesbezüglich meinen Sarkasmus nicht immer verstecken. Wenn man zudem weiß, dass ich die meisten wichtigen Rollen filmgleich mit real existierenden Personen besetzt habe, wird es eigentlich schon fast surreal... die Geschichte selbst ist es, aber das ist bei dem Genre auch keine große Kunst... Der Titel ist "jarðarkyrrðin" bzw. "Erdenstille". Gimme trash!

° ° ° ° ° the ° ocean ° floor ° is ° hidden ° from ° your ° viewing ° lens ° a ° death ° perception ° languaged ° in ° the ° night ° ° ° ° °

° sjÁlfur °

24.11.2005 um 01:47 Uhr

Dirty Pretty Things............

von: sjAlfur

N'Abend zusammen. Heute gab es Post! Eine echte Postkarte! Papier!... egal, ihr wisst, was ich meine, denke ich. Die Postkarte kam aus §$&&$%& von Xylo. Schickes Bild, leider nicht die aktuelle Wetterlage, aber was soll's... Irgendwie erinnert mich das Bild an die Endsequenz zu Sigur Rós' Video zu "Glósóli".




Sowas weckt eigenes Fernweh, auch wenn ich hier in München mit der SAE in den nächsten Monaten wohl genug zu tun haben werde...

Aber was soll's, kompensiere ich das eben damit, dass ich meine Isländisch-Kenntnisse mal wieder aufpoliere und nebenbei meine autodidaktischen Bestrebungen in Sachen Französisch lernen wieder aufnehme. Fällt mir so ein, wo ich gerade "Frances the Mute" höre, die kam mit der selben Amazon-Lieferung wie der Französisch-Sprachkurs (und der Dirty Pretty Things DVD)...

Aber zurück zur Postkarte. Ich könnte hier natürlich den Wortlaut abdrucken, der ist ohnehin gut gemeint spärlich und wenig privat, daher aber auch nicht annähernd so interessant wie die Blogberichte, die hier gelegentlich eintrudeln werden.

In dem Sinne, au revoir og vertu sæll,

ég sjÁlfur

23.11.2005 um 12:30 Uhr

Ronny Soak

von: sjAlfur

Während sich die geneigte Blog-Leserschaft beim Abstimmen zu meiner aktuellen Umfrage (runterscrollen) wieder gewohnt zielsicher zeigt, beschäftigt mich die Frage, ob es einen Sinn macht, Mitschriften aus dem Unterricht nochmal im Rechner abzutippen, auszudrucken und in einen Ordner zu packen...

Ich bin nicht unbedingt gerade das, was man Ordnungsfreak nennen würde, schon gar nicht in Hinsicht auf Blättersammlungen, aber ich finde mich in meinen Aufzeichnungen (von denen ich zur Veranschaulichung gerne ein Foto machen würde, wenn das Gesamtbild nicht jedem Monitor schaden würde...) eigentlich immer gut zurecht. Abgetippt und ausgedruckt fehlen doch die ganzen Gedankengänge zwischen den (selten horizontalen und nie wirklich lesbaren) Zeilen... Ich habe mich gestern Abend drangesetzt und bin nochmal die Mitschriften der letzten Woche durchgegangen, aber ich bringe es nicht übers Herz, dieses Gesamtkunstwerk digital zu vergewaltigen...

Es. Geht. Einfach. Nicht!

sjÁlfur


PS: Hat jemand "Der Zeitdieb" gelesen?

23.11.2005 um 01:30 Uhr

Das Mysterium der Bücher

von: sjAlfur

Das Leben ist wie ein Film. Nur realistischer. Auf der Suche nach den kleinen dramaturgischen Höhepunkten meines Lebens stoße ich immer wieder auf kleine Episoden und Szenen, die zuweilen Stoff für die besseren Folgen der X-files abgegeben hätten. So zum Beispiel das Mysterium der Bücher im Hause meiner Eltern, dass mir erst jetzt, da ich seit drei Jahren nicht mehr dort wohne, so richtig aufgegangen ist.

Alles begann an einem tief verschneiten Dezembertag in Aachen vor fast 24 Jahren. An diesem Tag wurde ich geboren, eine wichtige Voraussetzung für meine Beobachtung. Spulen wir nun die Zeit vor. In dieser Zeit, die wir nun im Zeitraffer verstreichen lassen, kauften meine Eltern Bücher. Nichts ungewöhnliches, Bücher brauchen viele Menschen, und meine Eltern gehören glücklicherweise zu den Menschen, die ein gutes Buch zu schätzen wissen, auch wenn sie unterschiedliche Auffassungen über die Kriterien, die ein gutes Buch erfüllen muss, haben.
Mit der Zeit wurden es immer mehr Bücher. Vorhandene Bücher wurden um neu gekaufte Bücher ergänzt, ein einfacher additiver Vorgang, aus dem - ich hatte Mathe-Leistungskurs - eine Summe hervorgehen muss, und da Bücherexemplar-Anzahlen im Regelfall in der Menge natürlicher, positiver Zahlen zu suchen sind, wurde diese Summe auch immer größer.

Jetzt gibt es verschiedene Bücherregale im Haus meiner Eltern. Eins im Durchgangsbereich zwischen Eingangsflur, Küche und Wohnzimmer, eines im Wohnzimmer selber, ein kleineres im Flur zu den Zimmern meiner Eltern und noch einmal Regale in den Arbeitszimmern meiner Eltern. Das Regal im Zimmer meiner Schwester und die mittlerweile verwaisten oder verschwundenen Regale in den Zimmern von meinem Bruder und mir klammere ich jetzt einmal aus, denn sie spielen in meiner Rechnung keine Rolle. (Das ist ein verdammtes Axiom, dagegen gibt es kein naturwissenschaftliches Mittel außer den empirischen Gegenbeweis, klar?)

Wir haben also folgendes gegeben: eine bestimmte Anzahl von Regalen und eine ständig ansteigende Summe an Büchern. Würde der Mathematiker das in ein Koordinatenkreuz eintragen, würde die Kurve zwischen X-Achse (Summe der Bücher) und Y-Achse (dafür genutzte Regalplätze) linear steigen, und zwar mit der Steigung 1 (den Prozentwert könnt ihr selbst ausrechnen, kleiner Tipp: arctan 1 = Steigungswinkel, Wikipedia weiß das aber auch ausführlicher).

Soweit so gut, bis hierhin würde selbst Freund Spooky Mulder noch keine mysteriösen Umstände wittern. Aber mir ist aufgefallen, dass die Regale bei der steigenden Bücherzahl mittlerweile längst überfüllt sein müssten. Oder es hätten neue Regale hinzukommen müssen. Nichts davon ist aber der Fall. Auch wurden keine Bücher in relevanten Mengen verschenkt.

Die Steigung wäre also deutlich kleiner als 1, was darauf schließen lässt - rein mathematisch - dass viel mehr Bücher nur bedingt mehr Platz verbrauchen. Dieser Umstand jagt mir bei genauerem Nachdenken einen Schauer über den Rücken. Akte X wird nicht mehr gedreht, nur aus diesem Grund steht Mulder wohl noch nicht vor der Haustür meiner Eltern und labert etwas von der Wahrheit irgendwo da draußen, aber...

[dramatische Pause]

...aber ich werde ihn suchen gehen und ihn reaktivieren. Das Mysterium der Bücher verlangt gelöst zu werden. Die X-Akten werden wieder geöffnet um sich mit dem sonderbaren Verhalten der X-Achsen zu beschäftigen. Ich werde alle erforderlichen Quellen prüfen und ein Ergebnis in Kürze vorlegen! (Ich frage mich, was meine Mutter sagt, wenn ich sie beim nächsten Anruf mit der Begrüßung "Wie dreht ihr das eigentlich mit dem Steigungsverhalten in Sachen Bücher und Regal?" überfalle... hehe... obwohl, vermutlich wird sie sich noch nichtmal wirklich wundern...hrmpf!)

Ich bleibe an der Sache dran!

sjÁlfur

PS: Eventuell könnte die Lösung des Rätsels in den schweren Umzugskartons im Keller liegen, die bei der sintflutartigen Überschwemmung Ende Juli baden gegangen sind...

23.11.2005 um 01:03 Uhr

Klick, um ein Vollbild zu bekommen !

von: sjAlfur

Im Urlaub in Dänemark war ich nicht nur einmal. Eigentlich war ich im Urlaub fast immer in Dänemark. Auch mein erster Urlaub war in Dänemark, in Vrist. Vrist liegt an der Westküste Jütlands auf halber Höhe zwischen den Mündungen von Limfjord und Nissum Fjord. Genau dort (in der Gegend, nicht in Vrist direkt, aber in Nachbarorten) waren auch die letzten vier Dänemark-Urlaube (mit Ausnahme des diesjährigen)... ähm, aber genug von meiner Urlaubschronik.

Aber in der Region zwischen Thorsminde am Nissum Fjord und Thyborøn an der Spitze der südlichen Landzunge zwischen Limfjord und Nordsee habe ich schon einige Dinge gesehen. So auch den Kystcentret (zu Deutsch - ihr werdet es erraten haben: Küstencenter) in Thyborøn.

Dänemark ist in vielerlei Hinsicht ein lustiges Land, zumindest für einen Urlauber. Ob man nun auf Verkehrsschilder mit dem Hinweis "knallert forbudt" oder deutschsprechende Ferienhausverwalter trifft (die Eigenheiten der Aussprache sind nur schwer schriftlich festzuhalten), ist eigentlich völlig egal.

Um aber auf den Kystcentret zurückzukommen: Die haben eine Website, und auch die ist in einer deutschen Version vorhanden. Neben atmosphärischem / nervtötendem Meeresrauschen, finde ich vor allem den Link "Klick, um ein Vollbild zu bekommen !" beachtenswert...

Weniger beachtenswert ist hingegen dieser Eintrag, irgendwie bekomme ich da keine Linie rein. Naja, ruft die Seite auf und zieht euch das Meeresrauschen rein, bestellt dazu das Super-RTL-Kaminfeuer auf Band und einem romantischen Abend (garantiert allein!) kann nichts mehr im Wege stehen...

sjÁlfur

23.11.2005 um 00:28 Uhr

Abschied von Gerhard Schröders Rolle

von: sjAlfur

Eigentlich will ich hier nicht politisch werden, es gibt genug Bloggs, die politische Einträge haben, und die wesentlich besser informiert sind, aber warum lese ich überall "Abschied von Gerhard Schröder"? Ich habe ja den leisen Verdacht, dass der uns in Zukunft wenn auch auf anderem Gebiet nicht unbehelligt lassen wird...

sjÁlfur

22.11.2005 um 15:49 Uhr

Einreiher

von: sjAlfur

Es ist vollbracht! sjÁlfur fragte, "Was ist euer Lieblingsvogel?" und es wurde zahlreich geantwortet (insgesamt 100 %!!!). "Einreiher" ging dabei - ob der angrundtiefen Bodenlosigkeit dieses Wortwitzes - mit 50 % der (vier) Stimmen eindeutig als Sieger hervor. Mein Favorit, der Colabri, lief scheinbar nicht so gut, außer mir scheint neimanden die Colasucht übermannt zu haben um für dieses possierliche Tierchen zu stimmen. Immerhin einer hat für "ein bunter Vogel" gestimmt, für die Courage auf diese Option gesetzt zu haben, zolle ich großen Respekt, trotzdem:

Einreiher ist der Vogel des Jahres, zumindest für dieses Blogg.

Während ich jetzt an einer neuen total tollen (sinnlosen) Umfrage baue, verweise ich auf den hier drunter stehenden, sehr viel sinnvolleren Eintrag meines Bruders im Geiste, Xylo.

sjÁlfur

22.11.2005 um 14:36 Uhr

Die Geister der See

von: sjAlfur

"walk the shore
to impassable
shout at screaming waves
shout at silent rocks
i think tonight
i'll dream of salty tounges
so tears drips down by leg
"
_______________["the ghosts you draw on my back" MÚM]


Auf dem Weg in die Stadt im alten, knarrenden Bus, die Küste zur Linken, baumlose Schneeweiten zur Rechten, meinen alten Walkman in der Hand, der MP3-Player-trotzend bestens ins Ambiente des scheppernden Gefährts passt, die ersten Töne von "Hunted by a Freak" in den Ohren, Mogwai auf Super Chrome II-Band...
Die Stadt liegt von hier aus gesehen in einer Senke, etwas, das mal eine Bucht war oder werden sollte. Woher ich das weiß? Ich vertrete die Ansicht, man sollte sich in gewisser Weise mit der Gegend identifizieren, in der man - wenn auch nur vorübergehend - wohnt. Also bin ich direkt am dritten oder vierten Tag hier in das kleine Heimat- und Fischereimuseum gegangen um den Geist der Umgebung zu ergründen... dachte ich zumindest.
Ich muss zugeben gehofft zu haben, dass mich zumindest eine rudimentäre englische Übersetzung erwarten würde, stattdessen verbrachte ich den Vormittag mit dem Enträtseln schlechter Schwarz-Weiß-Fotografien und einem schweren Sprung in meinem Idealismus. "Die Welt ist mein Zuhause" und "in diesem Teil der Welt bin ich fremd" passt eben schwerer zusammen, als ich mir erhofft hatte.
Aber ich hatte Glück. Der Mann vom Museum half aus. Man muss sich den jetzt nicht so vorstellen, wie die meisten Menschen, die bei uns als Museumshüter in kleinen Heimathöfen sitzen, steinalt und irgendwie in der Geschichte gefangen, mit Spinnweben im Bart und einem Stundenglas auf dem Tisch...
Dieser Mann war - ich schätze mal - nur wenige Jahre älter als ich, kannte sich mit der Seerettung seiner Ururahnen aus und tippte neben der kleinen Sonderführung, die er für mich als einzigen Gast in fließendem Englisch (soweit ich das beurteilen kann) hinlegte, eifrig SMS nach SMS.
Ich verließ das Museum mit dem Gefühl, weit in der Zeit zurück zu sein. Würde mein Herz nicht so sehr an meinem alten Walkman hängen, ich hätte noch an demselben Tag ein neueres Ersatzstück aufgetrieben (keinen MP3-Player, einen eigenen Computer habe ich hier ja nicht...).

Seitdem ich in die kleine Wohnung in einem nahen "Dorf" (3 Höfe und 5 oder 6 weitere Häuser mitten in der Wildnis) oben an der Steilküste gezogen bin, muss ich meinen Tagesrythmus nach dem Bus richten, weshalb ich wohl nur sporadisch ins Internetcafé kommen werde um meine Berichte zu tippen.

Eigentlich wollte ich das mit der Bucht nur erwähnen um die Lage des alten, verlassenen Hauses zu erklären, es liegt quasi auf der letzten "Nase" der Steilküste vor dem serpentinenartigen Abgang in die Stadt. Das Haus ist mir gleich bei meiner ersten Fahrt aufgefallen, in dem kleinen Museum habe ich dann erfahren, dass dort ein Fischer mit seiner Familie gelebt haben soll (um 1900 oder sowas... sind solche Geschichtwen nicht immer aus dieser Zeit? Weit genug um realistisch zu erscheinen und nah genug um eine Wirkung zu erzielen...), der seine kleinen Kinder und seine Frau die Küste hinuntergestürzt haben soll, weil die Stimmen der Wellen ihm das gesagt haben...
Achja! "Stimmen der Wellen", gutes Stichwort: Hier in der Gegend ist es Brauch, dass man auf die "Stimmen der Wellen" hört. Früher, als die Leute hier noch heidnisch waren, glaubten die Leute, die Geister der See sprächen zu ihnen aus den Wellen, heute ist der Brauch ins Christentum übertragen worden, es sind zwar noch immer die "Geister der See" (oder auch Seetrolle... was wohl der Papst dazu sagen würde...), aber sie sind jetzt die Stimme Gottes. Früher haben sie Sturmfluten, Frost und Sonne vorhergesagt, heute glaubt man an soclhe Dinge natürlich nicht mehr, wie mir der Museumsmann verkündete, nur für solch spirituelle Dinge wie die Erfolge des örtlichen Fußballvereins werden in einer Art Strandparty die Wellen befragt (ist kein Witz! das machen die tatsächlich...), und angeblich haben die Wellen bisher nie gelogen...

Ich werde mir den Fußballverein wohl mal näher ansehen müssen, jetzt treibt es mich aber wieder zum Bus, auf dem Hof, auf dem ich meine Wohnung habe, gibt es heute große Vorbereitung für irgendein Fest in ein paar Tagen, dessen nähere Bedeutung ich noch nicht ganz durchschaut habe, aber als höflicher Gast willman ja helfen... Außerdem ist das ein guter Schritt am Leben hier teilzunehmen, ein wichtiger Schritt bei meiner Mission, die Welt zu verstehen... wobei ich fürchte, nur schon an diesem kleinen Flecken zu scheitern... dann aber mit vollem Magen und dem Geruch frischgebackener Brote.

Ich sende viele Grüße aus der Ferne,

Xylo

18.11.2005 um 00:01 Uhr

"Die Realität ruiniert mal wieder mein Leben" - Calvin

von: sjAlfur

Taadaaa! Heute vor genau 20 Jahren, am 18. November 1985 erschien der erste "Calvin & Hobbes"-Comicstrip in einer Zeitung. Grund genug mal auf die deutsche Calvin und Hobbes Fansite hinzuweisen. Das unschlagbare Mensch-Tiger-Philosophen-Team hat die Menschheit mit so erhellenden Feststellungen wie "Das Problem mit der Zukunft ist, dass sie zur Gegenwart wird!" (Hobbes) oder "Es ist psychosomatisch. Du musst dich einer Gehirnoperation unterziehen. Ich hole eine Säge."...

Unvergessen natürlich auch Calvins ernüchternde Diagnose über den Zustand der Menschheit: "Manchmal glaube ich, der beste Beweis dafür, dass es anderswo im Weltall intelligentes Leben gibt, ist der, dass noch niemand versucht hat, Kontakt mit uns aufzunehmen."

sjÁlfur

08.11.2005 um 00:29 Uhr

Helligkeit

von: sjAlfur

"could be enough if only we are pilots once a day"
_______________["pilot" THE NOTWIST]


Heute gab es schon wieder Schnee, war aber wieder kaum der Rede wert. Ich habe die Stadt hier nun auch mal bei Helligkeit gesehen, ist wirklich ganz nett hier. Bei Licht betrachtet wirkt zwar alles noch ein wenig kleiner, aber dafür tickt die Zeit auch nicht so schnell... zumindest hat man das Gefühl. Ich werde mir morgen ein Zimmer ansehen, da die Pension, so schön es hier auch ist, auf Dauer doch etwas teuer wird. Ein Bekannter von mir hat mir eine Adresse gegeben, hat Verwandte in der Gegend. Wie ich erfahren habe, ist diese Adresse allerdings ein Stück außerhalb, ich muss wohl morgen mit einem dieser klapprigen Busse fahren... ich bin gespannt.

Ich habe hier auch einen Musikladen gefunden, ich brauche nach der Tour dringend neue Saiten für meine Gitarre, das gute Stück geht nämlich nicht besonders gerne auf Reisen...

Ich war ein Stück an der Küste unterwegs heute Nachmittag, ein Stück nördlich von hier beginnt die Steilküste. Sieht imposant aus. Ich schreibe unzusammenhängend und mir fällt auch gerade nicht mehr sehr viel ein, ich melde mich demnächst wieder...

Xylo

06.11.2005 um 17:47 Uhr

XYLO

von: sjAlfur

"in pitch-dark i go walking in your landscape,
broken branches trip me as i speak"
_______________["there, there" RADIOHEAD]

Ich bin umgezogen, ganz spontan. Habe meinen Trekking-Rucksack gepackt und bin in den nächsten Zug gestiegen. Vom Zug dann später auf eine Fähre, und nun sitze ich hier in einem Internetcafé in einer mir fremden Stadt am Meer. Hier gab es bereits den ersten Schnee! Zwar nur hauchdünne Flocken, die sofort geschmolzen sind, aber immerhin. Die Stadt hier ist nicht besonders groß, vom Hafen einmal abgesehen, der aber wie eine eigene Stadt für sich scheint. Vom Internetcafé aus kann ich auf die Lichter eines kleineren Hafens blicken, der aber nur für ein paar kleinere Kähne da ist, sieht irgendwie so aus, als sie er eher der Ästhetik halber hier...
Viel ist hier nicht los, es ist schon seit längerem dunkel draußen, außer mir sitzt nur noch so'n anderer Typ hier und spielt irgendso ein Browserspiel, über dass er sich wohl mit der Frau von dem Laden hier unterhält, die Sprache verstehe ich nicht. Ich habe ein kleines Zimmer in einer Pension gefunden, mit etwas Englisch und dem Einsatz von komplizierten Gesten kommt man recht weit. Die Pension (die sich "Hotel" nennt...) ist nur ein paar Häuser weiter, die "Hafenpromenade" runter. Mein Zimmer blickt zwar nicht zur Straße und zum Hafen hin, dafür aber in einen kleinen Hinterhof, der irgendwie mit dem Wort "pitoresk" am ehesten zu bezeichnen ist...
Ich werde mir morgen alles mal ganz in Ruhe ansehen, als ich hier ankam war es bereits dämmrig, mal sehen ob sich die Stadt auch bei Licht betrachtet noch gemütlich anfühlt... mal sehen.

Ich melde mich dann auf jeden Fall wieder, wünsche allseits einen schönen Abend,

Xylo

06.11.2005 um 00:54 Uhr

Was bitte ist "Tschaikowsky"?

von: sjAlfur

Vorhang auf, ein dunkler Vorspann, leicht bis nicht bekleidete Frauen, Handfeuerwaffen und geschmacklose 80er-Jahre-Frisuren, und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, säuseln Duran Duran "A View To A Kill"...

"Im Angesicht des Todes" kam im Fernsehen, und vermutlich wird bald wieder eine Schwemme von Bond-Filmen folgen. Kann mir nur Recht sein, ich sitze immer begeistert davor und staune, wieviel Schwachsinn man in einen Film packen kann. "Im Angesicht des Todes" (für die, die nicht jeden Bond-Titel auf Anhieb abrufbar haben) ist der mit Christopher Walken als Psychopath Zorin, der (mit Unterstützung seiner Handlangerin May Day) Silicon Valley fluten will. Desweiteren kommen vor:

+ Verfolgungsjagden
+ asiatisches Kampfweib mit Essstäbchen in der Frisur
+ drei austauschbare Blondinen mit eindeutiger Akzentuierung des verlängerten Rückens
+ 'ne Menge Geballer, Explosionen und Feuer
+ Autoschrott
+ dumme Sprüche
+ nahezu realistisch agierende Charaktere

Naja, also eine echte Ausnahme unter den Bond-Filmen...
Beste Szene war aber eindeutig folgende:

Sie: "Hast du noch andere Musik auf Lager?"   [Dialoge frei aus dem Gedächtnis...]
Er steigt aus dem Whirlpool und geht zum Kassettenrecorder, wo er sein neuestes abgefahrenes Klassik-Tape einlegt (der geneigte Zuschauer ist froh, nur seine Knöchel zu sehen, während das Handtuch fällt.
Sie (im Whirlpool liegend, die Sprudelfunktion anstellend) kreischt plötzlich auf.
Er kommt zum Whirlpool zurück.
Sie: Oh, der Sprudel kitzelt an meinem... (die Musik beginnt) Tschaikowsky!!!


Und jetzt die Quiz-Frage: Welcher Teil des weiblichen Körpers wird gemeinhin als "Tschaikowsky" bezeichnet und ist im Whirlpool besonders sensibel? Naaa...???..................................EBEN.

Nacht,
sjÁlfur