Brückenkopf
Immer noch Dänemark. Das Jahr ist 2004. Wir sitzen zu zweit in einer
schwarzen Kugel mit gepolsterten Bänken und wissen jetzt, was man in
Dänemark unter "3-D-Kino" versteht. Die Leinwand ist am Boden und an
der Decke etwas umgeknickt. Das ist zwar nur bedingt 3D, macht aber
trotzdem Eindruck, wenn die Aufnahmen von aufbrandenden Wellen direkt
unter den Füßen enden. Die Akustik ist okay, das echte Meer nicht zu
übertreffen, aber es war heiß an dem Tag und in der Kugel, da war es
klimatisiert.
Die Kugel hing in der Mitte einer großen Halle, und mit Mitte meine ich sowohl die Horizontale als auch die Vertikale. Die Halle war so etwas wie ein Museum, das "Kystcentret Thyborøn". Und irgendwo in diesem kleinen jütländischen Mikrokosmos ließ sich diese Kugel treiben...
Wir gingen etwas später über den schmalen Steg an Land, akrophobische Adrenalinstöße brachten mich heil ans rettende Ufer, noch eine Treppe abwärts und durch die Gläsernen Türen hinaus auf den sommerwarmen Parkplatz. Am Tage vorher waren wir zu dritt schon einmal in Thyborøn. Flanieren auf der Bunkermeile, versandete Ruinen, deutsches Erbe an dänischen Stränden, einst gefürchtetes Bollwerk, jetzt andächtig retrospektive Kletterpartien mit Brückenkopf-traumhafter Aussicht über die Fjordeinfahrt. "Dieser Bunker war einst Zeichen der Hölle, nun soll er Teil des Himmels werden, steht auf einem kleineren, hellblau angemalten Exemplar in den Dünen oben auf der Steilküste nahe Bovbjerg Fyr. Einige der Bunker um Thyborøn stehen bei Flut bereits soweit im Wasser, dass der Blick vom seewärtigen Rand aus die Position weit auf dem Meer, direkt zwischen Nordsee und Himmel suggeriert.
Zurück im Ort, durch die kleinen Gassen gedrungener Häuser auf dem Weg zum Sneglehuset, einem Souvenirladen, für den man Eintritt zahlen muss. Dabei reicht der Anblick von außen. Dafür ist das Biermuseum von Herrn Toft eintrittsfrei. Zumindest in den Öffnungszeiten. Wenn Herr Toft zu Hause ist. Wir haben von draußen einen Blick reingeworfen und alleine die Vielfalt an verschiedenen Beck's-Flasche. Wenn der das alles selbst getrunken hat, wird Herr Toft wohl noch lange zu Hause bleiben...
Ein anderer Tag, wir waren wieder zu dritt unterwegs, mit den Fahrrädern zum Seerettungsmuseum in Langerhuse. Langerhuse ist ungefähr so groß, dass es eine T-Kreuzung geradeso umfasst. Zehn Häuser ungefähr. Das Museum ist ein kleiner, alter Bootsschuppen hinter den Dünen. Drinnen steht ein altes Rettungsboot und an den Wänden hängen ein paar Schautafeln. Die dänische Definition von Museen. Erstaunlich wie oft der Name "Niels Nielsen" unter den Rettungsmannschaften der vergangenen Jahrzehnte auftritt. Und ich dachte so einen Namen kann doch niemand ernsthaft haben. Außer mein geschätzter Bandkollege...
Die dänische Definition von Straßentauglichkeit erlebten wir etwas später im kleinen Kaufmannsladen in Vrist. Der alte Däne mit seiner Mofa hätte sich auch noch 'ne Handvoll Endstufen an sein Gefährt basteln können, es wäre kaum noch lauter geworden. Das Ding hatte Breitreifen, die ursprünglich wohl keine waren, konnte per Fahrrad überholt werden und war auch Minuten später noch zu hören. "The Echo Rings Forever On!" Oder so...
sjÁlfur
Die Kugel hing in der Mitte einer großen Halle, und mit Mitte meine ich sowohl die Horizontale als auch die Vertikale. Die Halle war so etwas wie ein Museum, das "Kystcentret Thyborøn". Und irgendwo in diesem kleinen jütländischen Mikrokosmos ließ sich diese Kugel treiben...
Wir gingen etwas später über den schmalen Steg an Land, akrophobische Adrenalinstöße brachten mich heil ans rettende Ufer, noch eine Treppe abwärts und durch die Gläsernen Türen hinaus auf den sommerwarmen Parkplatz. Am Tage vorher waren wir zu dritt schon einmal in Thyborøn. Flanieren auf der Bunkermeile, versandete Ruinen, deutsches Erbe an dänischen Stränden, einst gefürchtetes Bollwerk, jetzt andächtig retrospektive Kletterpartien mit Brückenkopf-traumhafter Aussicht über die Fjordeinfahrt. "Dieser Bunker war einst Zeichen der Hölle, nun soll er Teil des Himmels werden, steht auf einem kleineren, hellblau angemalten Exemplar in den Dünen oben auf der Steilküste nahe Bovbjerg Fyr. Einige der Bunker um Thyborøn stehen bei Flut bereits soweit im Wasser, dass der Blick vom seewärtigen Rand aus die Position weit auf dem Meer, direkt zwischen Nordsee und Himmel suggeriert.
Zurück im Ort, durch die kleinen Gassen gedrungener Häuser auf dem Weg zum Sneglehuset, einem Souvenirladen, für den man Eintritt zahlen muss. Dabei reicht der Anblick von außen. Dafür ist das Biermuseum von Herrn Toft eintrittsfrei. Zumindest in den Öffnungszeiten. Wenn Herr Toft zu Hause ist. Wir haben von draußen einen Blick reingeworfen und alleine die Vielfalt an verschiedenen Beck's-Flasche. Wenn der das alles selbst getrunken hat, wird Herr Toft wohl noch lange zu Hause bleiben...
Ein anderer Tag, wir waren wieder zu dritt unterwegs, mit den Fahrrädern zum Seerettungsmuseum in Langerhuse. Langerhuse ist ungefähr so groß, dass es eine T-Kreuzung geradeso umfasst. Zehn Häuser ungefähr. Das Museum ist ein kleiner, alter Bootsschuppen hinter den Dünen. Drinnen steht ein altes Rettungsboot und an den Wänden hängen ein paar Schautafeln. Die dänische Definition von Museen. Erstaunlich wie oft der Name "Niels Nielsen" unter den Rettungsmannschaften der vergangenen Jahrzehnte auftritt. Und ich dachte so einen Namen kann doch niemand ernsthaft haben. Außer mein geschätzter Bandkollege...
Die dänische Definition von Straßentauglichkeit erlebten wir etwas später im kleinen Kaufmannsladen in Vrist. Der alte Däne mit seiner Mofa hätte sich auch noch 'ne Handvoll Endstufen an sein Gefährt basteln können, es wäre kaum noch lauter geworden. Das Ding hatte Breitreifen, die ursprünglich wohl keine waren, konnte per Fahrrad überholt werden und war auch Minuten später noch zu hören. "The Echo Rings Forever On!" Oder so...
sjÁlfur



Birkenseer habe ich auch noch nicht getrunken, allerdings... ich habe es auch in fünf jahren in münchen noch nicht geschafft, alle biersorten alleine der umliegenden brauereien zu testen...