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03.12.2005 um 12:32 Uhr

Jahresgezeiten

von: sjAlfur

Ich habe gestern endlich auf Winterreifen gewechselt. Für alle die jetzt (richtigerweise) sagen: "Wie, jetzt erst??? Unverantwortlich..." stimmt, wäre das Auto in den letzten zwei Monaten mal bewegt worden, ist es aber nicht. Folglich war's eh Tartufo, welche Reifen drauf waren... Und heute? Heute regnet es und der letzte Schnee taut gerade weg... nicht dass das für die Reifen von großer Bedeutung wäre, aber irgendwie fühlt man sich verarscht. Wobei, andererseits war gestern der erste Tag seit zwei Wochen, der mal wieder etwas wärmer war (die Radmuttern mit Handschuhen draufzuschrauben ist immer etwas nervenaufreibend, und so bekam ich wenigstens keine zu kalten Finger), aber es hat noch nicht geregnet (so wie beim Aufziehen der Sommerreifen im letzten Frühling...).

Hier gab es eigentlich vor gut zwei Wochen einmal eine Fuhre Schnee, danach nichts mehr. Der Schnee, der lag, war alter Schnee, alt und grau. Aber er konnte zum Kühlen genutzt werden. Wir haben in unserer Wohnung nur einen sehr kleinen Kühlschrank, mit einem Eisfach, das nur dazu da ist, Platz wegzunehmen, denn wirklich gefroren bleibt darin nichts. Da kam uns der Schnee und die Kälte ganz recht, um vor einer guten Woche eine Packung Eis (Walnuss, glaube ich...) kaltzustellen. Heute morgen stand ich lange am Fenster und sah hinaus in den Regen, mit dem stillen Triumph, doch noch mein herbstliches Sauwetter bekommen zu haben (fehlen nur noch schön starke Stürme [was zumindest außerhalb Hamburgs sogar eine dreifach-Aliteration ist...]). Auf dem Balkon schmolz der letzte, alte Schnee dahin, und mittendrin der Abdruck der Eisschachtel. Irgendwie war das ein schönes Bild... allerdings stand ich barfuss direkt vor der Balkontür, den eisigen Zug über dem (kalten) Parkett spürend, die Heizung aus Kostengründen noch immer nicht aufgedreht, irgendwann vertrieb mich die Kälte dann doch...

Aber das Laub ist zurückgekehrt, hervorgekrochen unter dem Schnee, fast so, als folge dem Winter der Herbst, dem Herbst der Winter, dem Winter der Herbst, wie Ebbe und Flut, mal verhüllend, mal offenbarend, aber immer nass....... Traumhaft... (im wahrsten Sinne des Wortes...)

sjÁlfur

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenTo01 schreibt am 05.12.2005 um 10:04 Uhr:ein schön schneefarbener stabreimer; in weiß sozusagen...

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