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17.09.2006 um 11:00 Uhr

my reflection dirty mirror

von: sjAlfur   Kategorie: sjAE

Ich bin heiser. 'Heiser' ist ein eher komisches Wort... ich bin trotzdem heiser. Doof jetzt. Wollte eigentlich dieses Wochenende die letzten Gesangsaufnahmen machen, aber... naja, immerhin hat sich das heiser sein gelohnt. Aber der Reihe nach:

Wir - also unser SAE-Kurs - befinden uns gerade in den Abschlussproduktionen. Soll heißen, sechs Stunden Recording Session, sechs Stunden Mixdown und vier Stunden Mastering, in denen man ein Lied fachgerecht produzieren soll. Zwei Freunde von mir - nennen wir sie R und U - aus meinem Kurs hatten am Freitag eine Doppelsession. Das heißt dann zwei Lieder an einem Tag, also 14 Stunden Recording am Stück (zwei Stunden mittags können in dem Fall mitgenutzt werden). Ich habe dafür Gitarren und Bass eingespielt.

Das musikalische Programm war... höchst divers... Einerseits haben wir zu dem Zweck "Zero" von dem Smashing Pumpkins gecovert, andererseits einen Schlager geschrieben, der... ähm... durchaus überzeugend ist. Leider, sollte man fast sagen, denn er ist so gut gelungen (ich darf das sagen, von mir stammt songwritingtechnisch nur der Bass), dass er tierisch nervt. Und an dem Lied sechs Stunden am Stück zu arbeiten... ja... mit M (das ist jetzt noch wieder ein anderer), der auch Schlagzeug gespielt hat, habe ich noch folgendes Cover dafür gebastelt:

 

 

Ich denke, wir sollten das professionell machen...

Es begab sich aber dummerweise, dass wir mittags Pizza bestellten. Das ist an sich nicht schlimm, und ich bin es auch schon gewohnt, dass alle immer die Augen verdrehen, wenn ich Thunfischpizza will, dass mir die Pizza aber gehörig den Magen verdrehte, damit hatte ich nicht gerechnet. Denn trotz der wenigen Stunden Schlaf an den (durchaus arbeitsreichen) Tagen zuvor und dem viel zu frühen Aufstehen war mein nicht immer sehr stabiler Kreislauf ganz gut beisammen. Bis zu dieser Pizza.

Nachdem ich mir den Thunfisch nochmal durch den Kopf gehen ließ und dann schnell wieder in den Aufnahmeraum musste um die Gitarren einzuspielen, beobachtete ich doch ein leichtes Zittern meiner Hände, das glücklicherweise aufhörte, wenn ich sie zum Gitarrespielen anspannte.

Irgendwann aber kam der Schlagergesang an die Reihe, ich konnte mich im Regieraum also  schön im Sessel zurücklehnen und die grandiose Show unseres Kurs-Südtirolers mitverfolgen, der - auch wenn er Schlager wohl ebenso schlimm findet wie wir - das richtige Feeling irgendwo zwischen Hansi Hinterseer und den Flippers förmlich im Blut hat.

Danach war ich wieder bestens drauf, etwas zugedrogt von zuviel Schlager vielleicht, aber damit konnte man ja vorher rechnen... Danach waren Bass- und Gitarrenaufnahmen zu "Zero" dran. Dieses Lied höre ich seit etwa zehn Jahren mindestens alle zwei Wochen, wenn ich viel Auto fahre auch öfter, und die ersten fünf Jahre, die "Mellon Collie and the Infinite Sadness" in meinem Besitz war auch gerne öfter am Tag. Das Einspielen war eigentlich fast Routine. Allerdings den vollen Sound des SAE-Equipments auf den Ohren zu haben, das hatte ich bei dem Lied auch noch nie. Die letzten zwei Stunden von 20 bis 22 Uhr war dann der "Zero"-Gesang gefragt. Ich hatte das Lied vorher eigentlich nie wirklich gesungen, außer natürlich mal im Auto (sowieso der definitiv beste Platz um zu singen, egal ob auf eigene Stücke Gesang auszuarbeiten oder mit anderen mitzugröhlen...). Aber mir wurde oft gesagt, ich solle doch vielleicht nicht ganz so singen wie Billy Corgan, und daher dachte ich, versuch ich das doch mal.

Von dem Ergebnis bin ich selbst fast begeistert, ich habe versucht nicht so ztu singen wie Billy Corgan und... ich glaube, das ist ganz gut geworden. Die Gesangsart kommt mir mal definitiv entgegen. Wir haben dann noch einige zusätzliche "Shoutings" eingebaut, und ich habe aus stechenden Lungen und brennender Kehle irgendwann nur die letzten Takes ins dreieinhalbtausend Euro teure Neumann TLM 170 gebrüllt.... wusste gar nicht, wieviel Spannkraft so ein Körper hat, wenn man sich ein paar Silben volles Rohr aus den Rippen leiert.

Am Samstag dann war ich erstmal fertig. Mein Magen hatte zwar die Thunfischpizza weitestgehend vergessen und auch mein Kreislauf kam langsam mit dem Schlafmangel klar, aber als ich mit meinen Eltern telefonierte merkte ich doch, dass meine Stimme maximal zum Drittel da war. Ich dachte, gut, dann halt Kommunikation via Mails... doch trotz intensiver Neutrogena-Behandlung waren meine Fingerkuppen unfähig zu tippen. Man muss dazu sagen, dass das nicht am GitarreEINspielen lag, sondern an der Tatsache, dass ich vom Schlager auf "Zero" einen Halbton runterstimmen musste, und damit sich die Gitarren und der Bass nicht während der "Zero"-Aufnahme immer wieder verstimmten, habe ich sie eigentlich immer und ununterbrochen gespielt. Außer beim Pizza essen und beim Kotzen. Versteht sich.

Heute bin ich wieder fit, nur noch etwas heiser, ich habe die PostMix-PreMaster-Version von Zero gehört und bin doch sehr zufrieden mit meinem Gesang und dem Sound des ganzen Lieds... und außerdem bereit für die nächste Thunfisch-Pizza.

Mahlzeit!


sjÁlfur

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenTo01 schreibt am 18.09.2006 um 09:42 Uhr:ich denke die ex-boysetsfire mitglieder könnten einen neuen shouter gebrauchen; so als zukunftsperspektive... ;)
  2. zitierensjAlfur schreibt am 21.09.2006 um 00:12 Uhr:oh ja, und von meinen kleinen empire weiß ich auch sehr viel zu berichten, denke ich...

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