Musik: I'm the passenger, Iggy Pop
Nur noch sechs Wochen im Geschäft - und jede Menge Ärger. Der Personalchef will irgendwie nicht einsehen, warum ich zum Arbeitsamt muss. Er hat mitbekommen, dass ich drei Monate "aussteige", also kein Geld bekomme. Aber ich muss mich arbeitslos melden, trotzdem. Wer weiß, was hinterher ist. Ja, das könnte ich doch schriftlich machen. Und der Mann ist Personalchef. Ich fasse es nicht. Ich sage ja immer, dass unser Laden nach dem "Jeansprinzip" geführt wird. An den wichtigsten Stellen sitzen die Nieten. Also gut, meint er dann, dann soll ich halt zum Arbeitsamt. So, als wäre das nun eine Gnade von ihm. Aber doch nicht während der Arbeitszeit. Ich soll doch Urlaub nehmen. So ein blöder Witz, muss ich ihn denn nun fragen, was ich in meiner Freizeit machen muss? Ich schlucke dreimal, sage lieber nichts. Bzw. ich muss ihm sagen, dass er mir ja schließlich gekündigt hat und dass es mir zusteht, dass ich dann zur ('tschuldigung) "Agentur für Arbeit" gehen. Er meinte dann, dass das doch sehr dreist wäre, und dass, wir wären ja hier unster uns, die letzten Tage für mich sehr unangenehm werden können. Ich schlucke noch mal. Ich könnte ja jetzt sagen, dass ich jederzeit einen Arzt finde, der mich ein paar Tage krank schreibt. Und dann noch ein paar Tage. Was will der denn? Macht demonstrieren. Er kann mir gar nicht. Höchstens ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Und dann bekommt er noch mehr Ärger. Ich hole tief, sage nicht, stehe wortlos auf und zwinkere ihn beim Rausgehen noch mal mit einem Lächeln an. Irgendwie hatte er damit nicht gerechnet - ihm fällt das Gesicht runter und er sagt auch keinen Ton.
Hat mir gefallen, mein Abgang. Ich bin zufrieden. Der Tag wird gut.