Donnerstag, 27. April. Mehr Regen
Musik: Rain, Uriah Heep
Wieder nicht so gut geschlafen. Ich spüre das in den Beinen, als ich bergauf stapfe. Immerhin hat der Regen etwas nachgelassen. In der Nacht hatte er ziemlich auf mein Zelt getrommelt. Ein paar Flecke blauer Himmel sind zu sehen, der Wind vertreibt die Wolken. Ich laufe durch einen schönen Wald und freue mich auch meine heiße Schokolade. Aber die fällt erstmal aus, das Café hat zu im nächsten Dorf. Eine ältere Frau, die ich frage, weiß auch nicht warum. Und auch nicht, wo ich Brot kaufen könnte. Und nicht, wo es nach Kollafans geht. Also folge ich der Straße. Es geht bergab, immerhin. Ein schönes Tal erwartet mich, das Wetter wird freundlich. Alles sieht frisch gewaschen aus und mit einem Grün, das fast nicht zu ertragen ist. Ich treffe zwei Motorradfahrer aus Belgien und sie lassen mich auf ihre gute Michelin-Karte schauen. In Ornans ist eine schöne Kirche eingezeichnet, da wollen die beiden hin. Aber für mich wäre das ein Umweg von über 10 Kilometer. Zu weit, beschließe ich. lehne auch das nette Angebot der beiden ab, dass sie mich für die Strecke einfach mal hinten drauf packen. Die Straße ist ein Umweg, also versuche ich mich nach Gefühl das Tal hinauf und komme auch irgendwie ganz gut nach Chantrans. Auch hier steht eine nette kleine Kirche. Ich mache eine Pause, plaudere mit dem Mann, der die Blumen hier versorgt und werde zu einem Glas Wein eingeladen. Dann kommt der Regen wieder. Ich habe eine gute Wegbeschreibung abseits der Straße. Allerdings ist es eine Berg- und Tal-Strecke. Drei Anstiege habe ich zu bewältigen an dem Nachmittag. Und das einzige Nest, durch das ich komme, hat keinen Laden und kein Café. Mist. Ich frage eine Frau, wo man denn etwas zu essen kauft, hier in der Gegend. „Ja, da hat es schon eine Menge Supermärkte“, sagt sie. „C’est loin?“ Sie schaut mich an, legt den Kopf schräg und meint: „Zu Fuß?“ Ich zuck nur mit den Schultern. Sie lacht nur und meint, dass es bis Besancon etwa 25 Kilometer sind. „Das schaffe ich in einem Tag“, sage ich. Sie verkauft mir für 5 Euro Brot, Käse, Oliven und einen angemachten Gemüsesalat in einer Plastiktüte. Außerdem kriege ich meine Flasche Tee gefüllt. Ich dachte, ich könnte dem kleinen, sehr schönen Tal folgen, aber die Karte hat mich da genarrt. Zum Glück schaue ich noch mal rein, und dann ist das vermeintliche Tal eine Department-Grenze oder so was. In Sichtweite der N 83 schlage ich mein Zelt auf und genieße mein ausgezeichnetes Abendessen, allerdings wieder im Zelt, weil es schon wieder (immer noch) regnet. Wieder mehr als 30 km gelaufen heute.
Kilometer: 34,9 km, Kasse: 44 Euro
