Jakobsweg_ohne_Geld

28.06.2006 um 13:29 Uhr

Freitag, 23. Juni, Pause

Musik: Come up, Cockney Rebel

Pause, ich habe Pause. Die Jungs vom Camp haben nichts dagegen, wenn ich morgen auch noch hier bleibe. Und so genieße ich die Vorzüge unbegrenztem Duschens, Rührei mit Nachschlag, einer Waschmaschine, einer Steckdose für die Akkus und einem Aufpasser für mein Gepäck. So kann ich genüsslich in die Stadt ziehen und mich noch ein wenig umschauen. Natürlich meine Postkarte kaufen, den Papstpalast anschauen (wieder gönne ich mir den Eintritt, fast das Essen für einen Tag). Wie eine Felswand steht der Palast der Gegenpäpste trutzig in der Stadt. Wieder so Episode der katholischen Geschichte, die mich schmunzeln lässt. Vergnügungssucht gepaart mit Machtbesessenheit. Mich schaudert. Mit einem Pärchen aus Köln komme ich ins Gespräch über den Papst und die Religion. Und auch über den Jakobsweg. In Deutschland ist gerade ein Buch von Hape Kerkeling der Renner. Anscheinend hat der sich auch schon auf diesen Weg gemacht. Muss recht witzig zu lesen sein – eben Hape. Kennt es jemand? Gibt’s es war davon im Netz? Es ist ziemlich heiß und ich mache nur einen kurzen Abstecher zur berühmten Brücke – „sur le pond d’Avignon …“. Ein Internetcafé lockt, und ich schreibe schnell mein Blog. Für Mails und Kommentare hat es nicht so richtig gereicht. Nächstes Mal wieder mehr. Zum Mittagessen bin dann wieder im Camp, es ist einfach zu heiß in der Stadt. Es gibt Wassermelone zum Nachtisch. Die hat wohl ein Großhändler großzügig spendiert. Und der Nachtisch artet denn ein wenig aus. Hätte man filmen sollen, wie sich rund 40 Jugendliche mit Wassermelone bewerfen. Die Betreuer haben alle Hände voll zu tun, dass es nicht ganz ausartet und ist auch nicht so gelungen. So ganz ungefährlich ist Wassermelone doch nicht. Es gab ein paar blaue Flecken und keinen, der nicht von oben bis unten kleben würde. Also wieder waschen. Da kann ich dann erledigen, während die Gruppe nachmittags in die Stadt geht. Ich übernehme es dann so lange, auf das Lager aufzupassen und später dem Koch zu helfen. Dankbare Aufgabe. Abends ist dann wieder Fußball. Dieses Mal auf einem relativ kleinen Fernseher. Leider hat Togo eh schon keine Chance mehr, und so ist das Spiel gegen Frankreich unwichtig. Aber bei der Schweiz und Südkorea geht es um die Wurst. Die Schweizer machen das gut und sind weiter. Schade um die tollen Zuschauer aus Korea. Vorher hatte schon Spanien nur mit 1:0 gegen die Saudis gewonnen, und auch die Ukraine hat gegen Tunesien ein Tor geschossen. Das reicht beiden.

 

Km: 13,1,  Kasse: Euro 406


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