Musik: Dark side of the moon. Was sonst?
Nach dem letzten Glas Sekt in der Firma und einem herzlichen Abschied von den Kollegen, ging es mit fliegenden Fahnen zum Flughafen. Kai spielte Taxi für mich und Irmi. Einchecken, rumsitzen. Wer in den nächsten Wochen von Stuttgart aus fliegt, sollte unbedingt die Fotoausstellung anschauen, die dort zu sehen ist. Ich glaube, sie heißt „Gesichter der Welt“ und hat großartige Fotos zu bieten. Besser, als in der langweiligen Flughafenhalle den ganzen Neckermännern zuzuschauen. Obwohl das auch nicht schlecht ist. Und: Einen Blick auf die Preise des Leihsieffer Cafés (schreiben die sich so?) zu werfen. Die haben echt ein Rad ab, was die verlangen. Aber es gibt genügend Menschen, die das bezahlen. Irmi und ich hatten auf jeden Fall schon vor dem Abflug eine Menge Spaß. Der Flug war weniger spaßig. Sunexpress hat wohl niemanden gefunden, der kochen kann – der Fraß war einfach ungenießbar. Und sie haben selten Gäste, die größer als 1,50 sind. Scheint mir auf jeden Fall, wenn ich den Sitzabstand so betrachte. Ich weiß nicht, wie ich da mit meinen über 1,90 reingekommen bin.
Eine Stunde Verspätung, ein wenig länger geflogen als gedacht, eine Stunde aufs Gepäck gewartet, fast zwei Stunden bis zum Hotel … Dann noch eine Stunde früher nach türkischer Zeit. Es war also kurz nach drei, als wir ins Hotel kamen. Nach einer kurzen Nacht dann erstmal ein Rundgang. Das Hotel ist ganz nett. Gut, keine fünf Sterne wert, aber das war klar. Das Frühstück hätte knappe 0,5 Punkte verdient. Wir laufen in die Stadt rein, schauen uns ein wenig um. Es ist angenehm warm, die Händler schlafen noch mehr oder weniger, der Verkehr ist sehr tü(r)kisch. Weitere Kurzeindrücke: Der Strand ist nicht so toll, aber wir wollen eh nicht baden. Ganz Side scheint eine Baustelle zu sein. Wie wollen die hier all die Hotels voll kriegen? Gut, unseres war voll. Aber drumrum scheint es nicht so gut ausgelastet zu sein. Vor allem die Kneipen sind leer. Abends ist kein Mensch drin. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Leute hier „all inklusive“ haben. Das heißt, sie bewegen sich kaum mal einen Meter weg vom Hotel, weil das Bier dort schon bezahlt ist und sie es draußen bezahlen müssten. Uns egal – wir gehen nach dem Abendessen (im rammelvollen und saulauten Speisesaal) immer schnell raus und genießen die lauen Abende auf der Terrasse einer Hafenkneipe. Wir schauen, was es für Ausflüge gibt. Es gibt von unterschiedlichen Anbietern die gleichen Touren für 10 und für 20 Euro. Wir fragen, was der Unterschied ist. „Kein Unterschied“. Doch, es gibt einen, erfahren wir dann von zwei Polen, die schon eine Weile hier sind. Die für 10 Euro sind reine Verkaufsfahrten, die für 20 nur halbe. Für 25 Euro pro Tag gibt es einen Mietwagen – also machen wir uns auf eigene Faust auf den Weg. Aber nur zwei Tage lang, einen Ausflug in die Berge und einen nach Aspendos (sehr schöne Ruinenstadt). Nach Antalya fahren wir mit dem Bus. Und auch unsere kleinen Wanderungen haben wir mit Busunterstützung gemacht. Ich musste ja weiter trainieren. Also bin ich (fast) jeden Tag um sechs morgens raus und bin zügig zwei bis drei Stunden gelaufen. So hatte ich meine 10 bis 15 Kilometer schon hinter mir, bis ich zum 2. Frühstück eingelaufen bin. Und dann sind wir zusammen noch mal auf Tour gegangen. Je nach Lust und Strecke wieder zwischen 10 und 15 Kilometer. Manchmal auch unfreiwillig mehr (Danke den beiden Stuttgartern, ohne Eure Richtungshilfe würden wir heute noch in Antalya rumirren).
Sonnenfinsternis: Erst wollten wir sie auch in Manavgat anschauen, weil sie da angeblich am besten zu sehen war. Aber dann sind wir doch einfach ein Stück mit dem Bus gefahren und ein paar Kilometer gelaufen. Und hatten das Schauspiel ganz für uns alleine. Sagenhaft!!! Die Türken hat das übrigens nicht so sehr interessiert. Die Schulklassen schon, aber die Erwachsenen sind auch während der totalen Eclipse unbeirrt mit ihren Autos weitergefahren, haben nicht mal angehalten.
Rückflug. Noch enger als der Hinflug. Kam mir zumindest so vor. Dazu ein wenig Wehmut. Die Uhr tickt. Und nach eine Woche jede Minute mit Irmi gemeinsam verbracht zu haben, fällt es mir nun unheimlich schwer, daran zu denken, wie das die nächsten Wochen ist. Immerhin haben wir beschlossen, dass sie mich im Sommer besuchen will und zwei bis drei Wochen mit mir gemeinsam wandern. Ab 5. Juli hat sie keine wichtigen Vorlesungen mehr.