Jakobsweg_ohne_Geld

28.06.2006 um 13:03 Uhr

Montag, 19. Juni, Wo Milch und Honig fließen

Stelle gerade fest, dass ich ein paar Tage gar nicht eingetragen habe hier. Muss ich schnell rauskopieren. Moment.

 

Der Chef wollte mich überreden, dass ich die ganze Woche noch dranhänge. Eigentlich verlockend, aber ich will dann doch nicht. Den Montag hänge ich noch dran, auch, weil es schon am frühen Morgen aussieht, als würde es gleich gewittern. Und: Weil ich ein Problem an den Schuhen habe. Eine Naht ist schlecht verarbeitet und löst sich auf. Oder besser, hat sich schon gelöst. Also arbeite ich eine Weile, fahre dann mit einem wortkargen Kollegen nach Montelimar zu einem Schuster, den ein anderer Kollege kennt. Dann habe ich zwei Stunden lang Zeit, weil er so lange ein paar Dinge erledigen muss. Also schnell nichts wie ins Internet-Café und die letzten Tage festgehalten. Wie komme ich nicht, dann hupt es draußen. Zurück zum Nougat. Schon nach einer Stunde bereue ich die Entscheidung. Ich kann den Geruch nicht mehr ausstehen. Und die eintönigen Bewegungen. Aber da muss ich jetzt durch. Zum Glück hatte ich in Lyon diesen einen Job, sonst würde ich jetzt sicher das Angebot annehmen noch die Woche dranzuhängen. So sitze ich also da, schiebe ein Papier nach dem anderen rein und mampfe Schoki. Ich habe mich gestern Abend gewogen – nur noch (Ma, hör weg) 82 Kilo. Nicht, dass ich vorher mopsig gewesen wäre, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich noch mal 5 Kilo abnehmen kann. Abends dann wieder Fußball: Die Schweiz hat sich gegen Togo durchgesetzt. Gute Chance also auch für die, weiterzukommen. Spanien – Tunesien. Wieder so ein grausames Spiel. Ich schaus mir trotzdem bis zu Ende an, weil ich immer noch die Überraschung glaubte, aber die Tunesier sind so was von schlecht.

 

Kasse: Euro 290


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