Musik: Fallensteller, Heinz-Rudolf Kunze
Einer der besten Freund des Menschen steht vor meinem Zelt und fiept. Ich sage ihm, dass er zu einer verwöhnten Rasse gehören muss, denn die meisten Hunde finden morgens um kurz nach fünf niemanden, der für sie Stöckchen wirft. Aber er scheint das nicht verstehen zu wollen, vielleicht stand das auch im Kleingedruckten des Zeltaufstellvertrages. Also, dann halt Stöckchen ... Als Belohnung gibt es ein Frühstück mit der Familie, für französische Verhältnisse sehr nahrhaft mit Omelette und Pastete. Der Sohn, so um die 6 Jahre kommt ganz aufgeregt herein und tuschelt mit dem Vater. Der meint dann irgendwann, dass der Junge gesagt hätte, mir hätte jemand die Pedale am Rad gestohlen. Ich lache und sage, dass gar keine dran waren und ich das Ding nur fürs Gepäck benutze. Hm, sagt er, das machen bei uns nur die Penner. Ist aber praktisch, erwidere ich und er schaut mich schon sehr skeptisch an. Trotzdem bekomme ich noch Kartoffelgratin mit, und ein Stück Speck. Das Wetter ist bestens, nicht zu heiß, aber hin und wieder mit einem „Schluck“ Regen. Ich will ein gutes Stück schaffen und so stapfe ich los, zwinge mich heute, das Rad mal eine längere Zeit auf der linken Seite zu schieben. Geht aber nur, wenn ich mehr Platz habe, also wenn ich einen breiten Weg oder eine Straße ohne Verkehr habe. Aber das geht eine Zeitlang sehr gut. Die Strecke geht zum Teil durch schöne Wälder, zum Schluss steil bergab. Eigentlich wollte ich nicht rein nach Autun, aber irgendwie schien es keinen Weg zu geben. Oder keinen, den die Leute hier kennen. Und so lande ich in der Stadt, die ich meiden wollte – und verliebe mich in sie. Die Kathedrale, die vielen Türmchen, die mittelalterlichen Gassen ... Ich bin ganz hin und weg und zweimal kreuz und quer und genieße diese Zeitreise. Schließlich lande ich, als es mal wieder anfängt zu regnen, in einem Internet-Café. Endlich mal wieder die Errungenschaften der Neuzeit genießen (sorry für die kurzen Mails und Kommentare). Danach ist es schon relativ spät, aber ich mache mich noch mal auf, laufe ein gutes Stück aus der Stadt. Erst wollte ich den Fluss entlang (Arroux), aber das schien mir auf der Karte alles ein wenig verbaut. Ich bin dann einfach nach Süden, auf einen kleinen Berghang zu, dort gibt es einen schönen Wald. Ich finde einen schönen Platz, kriege sogar ein Feuer an und mache in der Glut die Kartoffeln warm.
24,1 km, Kasse: Euro 37