Musik: Bakerman, Laid Back
Ich bin ganz sicher, dass das Leben nicht mit dem Auto fährt. Oder mit dem Cross-Motorrad. Von denen sind heute Morgen ein paar an mir vorbeigezogen, haben sehr erstaunt geschaut als sie mich gesehen haben. Später sitzen die Jungs in einem Café in Brassy (?). Ich frage, ob ich mal auf ihre Landkarten schauen darf, weil ich mir über meine weitere Route nicht sicher bin. Die Jungs sind aus der Lüneburger Gegend und ich sage ihnen dann bei der Gelegenheit, dass das hier eigentlich ein Nationalpark ist, und es da eigentlich nicht erlaubt ist, neben den Wegen zu fahren. Das wussten sie gar nicht. Das kann in Frankreich schon mal teuer werden, wissen sie aus eigener Erfahrung – sie sind auf dem Herweg in eine Radarkontrolle gekommen und jeder von ihnen hat 150 Euro bezahlt. Ein Foto gab es nicht, aber sie meinten, dass sie höchstens 100 gefahren sind, 90 ist erlaubt auf Landstraßen. Teurer Spaß. Trotzdem laden sie mich zum zweiten Frühstück ein und schenken mir nachher noch fünf Euro. Ich schreibe mir ein paar Routendetails raus und mache mich wieder auf den Weg. Leider regnet es immer mal wieder und der Weg ist sehr matschig, da macht das Schieben keinen Spaß. In Montsauche stelle ich mich an einem Restaurant unter, weil es gerade schüttet. Der Koch macht gerade eine Rauchpause, und ich frage ihn, ob ich meine Wasserflasche füllen kann. Er lacht und meint, ich solle sie einfach raushalten, so wie es regnet. Aber er füllt sie mir natürlich, und er gibt mir noch ein eine Plastiktüte, in der lauter kleine Alufolien-Pakete sind. „Ist übrig“, sagt er, drückt mir die Tüte in die Hand und verschwindet wieder. Ich schiebe weiter, finde später eine halb offene Heuhütte, in der es sich bestens pausieren lässt. Ich schaue hinaus in den Regen und genieße eine gewagte Mischung aus kaltem Braten, mariniertem Hering, Hühnerleber, Linsensalat … Ach ja, in meiner Wasserflasche ist kein Wasser, sondern Rotwein. Und: Wieder habe ich einen See als Kulisse.
18,2 km, Kasse: Euro 46