Musik: If we can reach the stars ...
Der Tag beginnt mit zwei unangenehmen Überraschungen: Es ist Sonntag, und ich habe nicht genügend zu essen eingekauft. Und: Das Waldstück endet in einer Sackgasse an einem kleinen Fluss, ich muss über einen Kilometer zurückgehen, bis ich ihn überwinden kann. In Condrieu gibt es dann Frühstück und eine kleine Pause. In der Bäckerei decke ich mich für den Tag ein, leider etwas teuer. Ein Supermarkt ist zu Fuß nicht erreichbar. Ein Blick in die Zeitungen zu den Ergebnissen von gestern. Wie: Trinidad und Schweden nur 0:0. Yeah! „... lauft, meine kleinen schwarzen Freunde“, kann ich da nur sagen. Der Rest keine Überraschung, schade für die Elfenbeinküste. Ich überlege kurz, ob ich die Uferseite wechseln soll. Auf meiner Karte sieht das östlicheUfer besser aus für Fußgänger, aber dann käme ich der Autobahn wieder sehr nahe. Also lasse ich das, bleibe westlich, laufe den Uferweg entlang, immer neben der N88 her, der Route des Cotes des Rhone. Es war auf jeden Fall die bessere Lösung, auf der anderen Seite tauchen große Industrieareale auf. Ich habe dagegen einen kleinen Grünstreifen, ab und an sogar ein paar Bäume. Gegen Mittag wird es dann ganz schön heiß. Puh! Ich beschließe, dass ich Fußballpause mache. Ein kleines Bistro hat lautstark einen Fernseher plärren: ich schütte mir erst mal eine Menge Wasser ins Gesicht, setze mich an einen Tisch auf der Straße und esse einen Salat. Ein langweiliger Kick zwischen Serbien und Holland reißt niemanden von den Stühlen. Hoffentlich halten die beiden Mannschaften ihr niedriges Niveau, sagt einer der anderen Zuschauer. Ich hoffe mit. Bei etwas angenehmeren Temperaturen gehe ich weiter. In der Nähe von Limony habe ich dann genug – vor allem aber, weil ich eine schöne Stelle finde, an der schon mal ein Lagerfeuer gemacht wurde. Ich sammle etwas Holz, esse etwas, warte, bis es dunkel ist, mache Feuer und schaue in die Sterne.
21,6 km, Kasse: Euro 370